Castelmezzano und Pietrapertosa: die Lukanischen Dolomiten zwischen Volo dell'Angelo und geheimen Pfaden
Zwei Dörfer, eingebettet zwischen den Sandsteintürmen der Lukanischen Dolomiten, bieten schwindelerregende Panoramen, den berühmten Volo dell'Angelo und ein Wegenetz, das nur wenige wirklich kennen.
Foto: Demincob (CC BY 4.0) — Wikimedia Commons
Wenn von Dolomiten die Rede ist, denkt man unweigerlich an Trentino-Südtirol. Und doch verbirgt sich im Herzen der Basilikata, zwischen den Provinzen Potenza und Matera, eine Landschaft, die den nördlichen Verwandten an Vertikalität und Dramatik in nichts nachsteht. Die Lukanischen Dolomiten sind ein kleines Massiv aus Sandstein und Konglomerat, das die Erosion zu Türmen, Zinnen und senkrechten Wänden geformt hat – zu deren Füßen sich zwei Dörfer, Castelmezzano und Pietrapertosa, wie Schwalbennester an den Fels klammern.
Castelmezzano erscheint plötzlich nach einer Reihe atemberaubender Kurven auf der SP11. Das Dorf ist buchstäblich in ein Felsamphitheater eingebettet: Die Häuser klettern an der Flanke des Berges empor, überragt von Zinnen, denen die Einheimischen fantasievolle Namen gegeben haben – die Große Mutter, der Königsadler, der Löwenrachen. Nach dem Parken auf dem Vorplatz am Ortseingang taucht man zu Fuß in ein Labyrinth aus engen Gassen und steilen Treppen ein, die zu den Resten der normannischen Burg führen, von wo aus der Blick über das gesamte Basento-Tal schweift.
Der Fußweg, der Castelmezzano mit Pietrapertosa verbindet, ist der Percorso delle Sette Pietre, ein etwa zwei Kilometer langer Pfad, der ins Tal hinabsteigt und auf der anderen Seite wieder aufsteigt, gesäumt von sieben Kunstinstallationen, inspiriert von der Erzählung Il Volo von Mimì Ferrara. Eine Wanderung mittlerer Schwierigkeit, die etwa zwei Stunden dauert und außergewöhnliche Ausblicke auf die Felswände beider Seiten bietet. Der Pfad ist im Vergleich zum weit bekannteren Volo dell'Angelo wenig frequentiert.
Der Volo dell'Angelo ist die große Attraktion der Region: ein Stahlseil, zwischen den beiden Dörfern in über 400 Metern Höhe über dem Talgrund gespannt. Angeschnallt saust man daran entlang mit Geschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometern. Das Erlebnis ist adrenalingeladen und das Panorama unbeschreiblich, aber es ist nicht für jeden. Wer etwas weniger Extremes sucht, findet in den Klettersteigen der Lukanischen Dolomiten gesicherte Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden.
Pietrapertosa, mit 1.088 Metern die höchstgelegene Gemeinde der Basilikata, hat einen anderen Reiz als Castelmezzano. Das Dorf hat sarazenische Ursprünge – das Viertel Arabata, mit seinen an den nackten Fels geschmiegten Häusern, bewahrt noch immer die Struktur der arabischen Festung. Auf dem Gipfel angekommen, erreicht man die Mutterkirche San Giacomo Maggiore, die ein bemerkenswertes Polyptychon aus dem 16. Jahrhundert beherbergt. Von hier ist das Panorama auf die umliegenden Zinnen schlichtweg unwirklich.
Zum Essen ist in Castelmezzano die Pflichtadresse Al Becco della Civetta, ein Restaurant in einer natürlichen Grotte, das kreativ neu interpretierte lukanische Küche serviert. Probieren Sie die mit Stockfisch gefüllten Peperoni cruschi, die Pasta mit gerösteten Brotkrumen und die Bohnen aus Sarconi, ein Slow-Food-Presidio aus dem nahen Val d'Agri. In Pietrapertosa bietet die Osteria del Gallo rustikalere, aber ebenso hervorragende Gerichte, darunter ein unvergessliches gegrilltes Lammfleisch mit Ofenkartoffeln.
Wer die Erkundung der Gegend vertiefen möchte, kann den Pfad von Pietrapertosa hinauf zum Bosco di Montepiano nehmen, einen Wald aus Zerreichen und Buchen, der sich im Herbst in spektakulären Farben entzündet. Der CAI-markierte Pfad erreicht in etwa drei Stunden den Gipfel des Monte Caperrino, von dem aus man an klaren Tagen gleichzeitig das Tyrrhenische und das Ionische Meer sehen kann.
Der Zugang zur Region erfolgt über die Basentana E847 mit Ausfahrt in Campomaggiore oder Laurenzana. Die Dörfer liegen etwa 45 Minuten von Potenza entfernt. Es gibt weder Züge noch häufige Busse, das Auto ist also unerlässlich. Eine Übernachtung wird empfohlen, um die Dörfer im Sonnenuntergang zu genießen, wenn die Tagestouristen abgereist sind und das rosige Licht auf den Felsen eine magische Atmosphäre schafft. Das B&B La Dimora dei Cavalieri in Castelmezzano bietet Zimmer mit direktem Blick auf die Zinnen.
Die idealen Monate sind Mai, Juni, September und Oktober, wenn das Klima mild und die Tage noch lang sind. Der Sommer kann sehr heiß werden, auch wenn die Höhe die Temperaturen etwas abmildert. Der Winter ist reizvoll, aber kalt, mit möglichem Schneefall, der die Landschaft noch dramatischer macht, die Anreise jedoch erschwert.
Die Lukanischen Dolomiten sind der Beweis, dass Italien selbst dort Schätze verbirgt, wo man sie am wenigsten erwartet. Vergessen Sie die Schlangen und das Chaos der Belluneser Dolomiten: Hier finden Sie dieselbe natürliche Erhabenheit, aber in einer Einsamkeit, die den Geschmack echter Abenteuer hat.
Praktische Reiseführer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Castelmezzano und Pietrapertosa?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Castelmezzano und Pietrapertosa è affollata?
Castelmezzano und Pietrapertosa è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Castelmezzano und Pietrapertosa?
Castelmezzano und Pietrapertosa si trova in Basilikata, Italien.
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