Val Grande: das wildeste Stück Italiens
Das größte Wildnisgebiet der Alpen liegt im Piemont, eine Stunde vom überfüllten Lago Maggiore entfernt. Und fast niemand kommt hierher.
Foto: AF2098 (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Nur wenige Kilometer von den geschäftigen Ufern des Lago Maggiore entfernt öffnet sich das Val Grande, das größte Wildnisgebiet Italiens: keine Straßen, keine bewohnten Dörfer, nur Pfade, dichte Wälder und verlassene Almen. Und doch kennt es fast niemand – und genau das ist der Punkt. Während sich unten am See die Ausflugsboote und Promenaden füllen, herrscht hier oben absolute Stille.
Eine wiederkehrende Wildnis
Das Tal liegt vollständig in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola im Piemont und wird seit Anfang der Neunzigerjahre von einem Nationalpark geschützt. Es ist eine „zurückgekehrte Wildnis": Noch vor wenigen Jahrzehnten waren diese Hänge bewohnt, beweidet und wurden zur Holzgewinnung genutzt. Als Mitte des 20. Jahrhunderts die Almen aufgegeben wurden, eroberte der Wald langsam alles zurück. Wer hier wandert, stößt auf Ruinen alter Almen, auf Trockenmauern und Steinhütten, die vom Grün verschlungen wurden – Spuren einer bergbäuerlichen Welt, die die Natur wieder in sich aufgenommen hat.
Ein Tal der Erinnerung
Es ist nicht nur ein wildes, sondern auch ein erinnerungsträchtiges Tal. Wegen seiner Rauheit und schweren Zugänglichkeit diente es im Zweiten Weltkrieg als Zuflucht für Partisanenverbände und wurde Schauplatz tragischer Kapitel des Widerstands. Einige Wege, etwa der dem Schriftsteller und Partisanen Nino Chiovini gewidmete Pfad, führen entlang der Orte der großen Razzia im Sommer 1944: Hier zu wandern bedeutet auch, diese Geschichte zu durchqueren.
Wie man hineinkommt
Der Zugang erfolgt ausschließlich zu Fuß, über Eingänge am Rand des Massivs wie Cicogna, Malesco, Intragna oder Premosello Chiovenda. Von dort führt ein Wegenetz ins Herz des Tals. Die Berghütten und Biwaks sind spartanisch, auf langen Strecken gibt es keinen Handyempfang – und genau darin liegt der Wert des Ortes. Aber es ist kein Ausflug für spontane Wanderer: Die Routen sind lang und anspruchsvoll, mit großen Höhenunterschieden, und verlangen Erfahrung, gute körperliche Verfassung, Karte, Orientierungssinn sowie ausreichend eigenes Wasser und Verpflegung.
Die beste Reisezeit
Die beste Zeit reicht vom späten Frühling bis in den Herbst, wenn die Wege schneefrei sind; September und Oktober schenken außergewöhnliches Licht und Farben – und noch weniger Menschen. Kommt mit Respekt und Langsamkeit, hinterlasst alles, wie ihr es vorgefunden habt. Es ist das exakte Gegenteil des Sees, der wenig weiter unten pulsiert, und es liegt buchstäblich um die Ecke – für alle, die es zu suchen wissen.
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Anreise
Mit dem Auto erreicht man das Gebiet über die A26 Genua–Gravellona Toce, auf der piemontesischen Seite des Lago Maggiore. Von Verbania folgt man den Schildern nach Cossogno, danach führt eine schmale, aber asphaltierte Straße hinauf nach Cicogna, dem letzten mit dem Auto erreichbaren Dorf und dem klassischen Ausgangspunkt für die Wege des Parks – gerade in der Hochsaison ist vorsichtiges Fahren angesagt. Mit dem Zug sind die Bahnhöfe der Linie Mailand–Simplon (Verbania und Domodossola) die Referenz, von wo lokale Buslinien in die Orte des Tals führen.
Praktische Reiseführer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Val Grande?
Il periodo consigliato è Juni, Juli, August e September, quando è meno affollata.
Val Grande è affollata?
Val Grande è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Val Grande?
Val Grande si trova in Val Grande, Piemont, Italien.
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Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Malesco ~7 km Luftlinie
- ✈️ Nächster Flughafen: Aeroporto di Lugano-Agno LUG ~35 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.