Statt der Cinque Terre: Tellaro, das Fischerdorf, das Byron liebte
Ein Gewirr farbiger Häuser über dem Meer des Golfs der Dichter. Keine überfüllten Züge, keine geschlossenen Wanderwege: nur Stein und Wellen.
Foto: Thomas Paal Photography (CC BY-SA 4.0) — Flickr
Die Cinque Terre sind wunderschön, doch im Sommer sind sie zu einem logistischen Albtraum geworden: Wanderwege mit Zugangsbeschränkung, Regionalzüge, die zur Hauptverkehrszeit voll wie U-Bahnen sind, Restaurants mit einer Stunde Wartezeit und Preisen wie an der Côte d'Azur. Wer dieselbe Schönheit sucht – bunte Dörfer über dem Meer, kristallklares Wasser, Basilikumduft – aber ohne die Menge, sollte etwa zwanzig Kilometer weiter südlich fahren.
Tellaro ist ein Ortsteil von Lerici im Golf der Dichter und zählt zu den schönsten Dörfern Italiens. Anders als die Orte der Cinque Terre kommt hier kein Zug an: Man erreicht das Dorf nur mit dem Auto (Parkplatz oben, dann geht es zu Fuß hinunter) oder mit dem Boot von Lerici aus. Diese einfache logistische Hürde hat das Dorf vor jenem Massentourismus bewahrt, der andernorts alles seines Charakters beraubt hat.
Die Häuser stapeln sich übereinander, gestrichen in den typischen ligurischen Farben – Rosa, Gelb, Orange – und reichen bis ans Meer. Die Kirche San Giorgio, erbaut auf einem Felsen, der ins Wasser ragt, ist das Wahrzeichen von Tellaro: ein Glockenturm, der direkt aus dem Fels zu wachsen scheint, umgeben von den Wellen.
Die Legende erzählt, dass sich in einer stürmischen Nacht ein Tintenfisch an der Glocke der Kirche festklammerte und sie zum Läuten brachte, wodurch das Dorf geweckt und vor einem Angriff sarazenischer Piraten gerettet wurde. Wahr oder nicht, die Geschichte lebt weiter im Tintenfischfest, das jeden August das Dorf mit Tischen unter freiem Himmel, Musik und einem Menü, das ganz dem Kopffüßer gewidmet ist, belebt.
In Tellaro zu baden bedeutet, von den Felsen in glasklares Wasser zu springen oder die versteckten Buchten entlang des Pfades nach Fiascherino zu erreichen. Es gibt keine Strandbäder: nur Fels, Sonne und Meer. Im Frühling und Herbst ist das Dorf fast menschenleer, und man kann durch die Gassen schlendern und nur das Rauschen der Wellen und das Klappern der Fensterläden hören.
Zum Essen servieren die wenigen Trattorien handgemachtes Pesto, Sardellen aus Monterosso, Focaccia di Recco und Trofie mit Walnusssauce. Die Preise sind ligurisch – nicht günstig, aber angemessen und ohne den touristischen Aufschlag der Cinque Terre.
Von Tellaro erreicht man Lerici in fünf Minuten, Portovenere in einer halben Stunde mit dem Boot und die Cinque Terre selbst in einer Stunde, falls man sie unbedingt sehen möchte. Doch nach einem Nachmittag hier wird man dieses Bedürfnis vermutlich nicht mehr verspüren.
Praktische Reiseführer für Portovenere
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Statt der Cinque Terre?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Statt der Cinque Terre è affollata?
Statt der Cinque Terre è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Statt der Cinque Terre?
Statt der Cinque Terre si trova in Tellaro, Ligurien, Italien.
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