Isola Palmaria: Porto Venere vom Meer aus und Wege zwischen den Festungen
Guide zur Isola Palmaria im Golfo dei Poeti: Wandern zwischen Forts und Macchia, Meereshöhlen, Strand von Pozzale und Blicke auf Porto Venere.
Foto: William Domenichini (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Palmaria, der geheime Garten des Golfo dei Poeti
Nur durch einen kaum hundert Meter breiten Meeresarm von Porto Venere getrennt, ist die Isola Palmaria die größte Insel des Archipels von La Spezia und gehört zusammen mit Tino und Tinetto zum UNESCO-Welterbe "Porto Venere, Cinque Terre und die Inseln". Doch während Porto Venere von Touristen überrannt wird und die Cinque Terre unter der Last der Besucher fast bersten, bleibt Palmaria erstaunlich ruhig.
Die Insel ist ein Rechteck aus mediterraner Macchia, Seekiefern und aufgegebenen Militärfestungen, das sich an einem Wandertag erkunden lässt und Ausblicke offenbart, die es mit jeder Ansichtskarte Liguriens aufnehmen können.
Anreise
Die Boote fahren im Sommer alle 15-30 Minuten vom Kai von Porto Venere ab, in der Nebensaison etwa stündlich. Die Überfahrt dauert 5 Minuten. Von La Spezia gibt es auch Direktverbindungen (etwa 20 Minuten). Die Kosten sind gering (5-8 Euro für Hin- und Rückfahrt). Die Insel ist Fußgängerzone: keine Autos, keine Motorroller.
Die Wege der Insel
Die vollständige Rundwanderung dauert mit Pausen etwa 3-4 Stunden und umfasst rund 8 Kilometer mit moderatem Höhenunterschied (ca. 300 m). Die Höhepunkte:
- Forte Umberto I — die große Befestigung auf dem Gipfel der Insel (188 m). Ende des 19. Jahrhunderts zur Verteidigung des Golfo della Spezia erbaut, bietet es einen Panoramablick über den gesamten Golf, von der toskanischen Küste bis zu den Apuanischen Alpen.
- Forte Cavour — auf der Südseite, heute Sitz eines Umweltbildungszentrums. Von hier führt der Weg zum offenen Meer hinunter.
- Westseite — die wilde Seite der Insel, mit senkrecht ins offene Meer abfallenden Klippen und Blicken auf Korsika an klaren Tagen. Der Weg ist hier schmaler und erfordert Trittsicherheit.
- Grotta dei Colombi — prähistorische Höhle auf der Südseite, in der neolithische Funde entdeckt wurden. Nur vom Meer aus oder über eine gesicherte Abseilstrecke erreichbar.
Der Weg ist mit roten Markierungen ausgeschildert. Die Schwierigkeiten konzentrieren sich auf den Westabschnitt, wo der Pfad exponiert und an manchen Stellen schmal ist. Wanderschuhe sind Pflicht.
Die Strände
Die Strände von Palmaria sind wenige, aber von großer Qualität:
- Spiaggia del Pozzale — der Hauptstrand, in 20 Minuten vom Anlegesteg erreichbar. Weiße Kiesel, türkisfarbenes Wasser, im Sommer ein kleiner Kiosk. Kann an August-Wochenenden voll werden.
- Cala della Fornace — kleiner und geschützter, ideal zum Schnorcheln zwischen den Felsen.
- Terrizzo — der Anlegepunkt, mit einem kleinen Kieselstrand und direktem Blick auf die Kirche San Pietro von Porto Venere.
Das Schnorcheln entlang der Klippen der Insel ist ausgezeichnet: Die felsigen Meeresgründe beherbergen Geißbrassen, Kraken, Schleimfische und bunte Nacktschnecken. Die Sicht ist hervorragend, besonders am Morgen, bevor der Wind aufkommt.
Porto Venere von Palmaria aus gesehen
Der schönste Blick auf Porto Venere ist nicht von Porto Venere aus. Er ist von Palmaria. Vom Kai von Terrizzo oder vom Weg, der zum Forte Umberto I ansteigt, ist das Panorama auf die Kirche San Pietro — auf der felsigen Spitze mit dem offenen Meer im Rücken — eines der prägendsten Bilder Liguriens. Bei Sonnenuntergang, wenn der Stein orangerot aufleuchtet, ist der Anblick allein den Preis des Bootstickets wert.
Essen und Übernachten
Auf der Insel gibt es nur ein Restaurant-Gasthof, die Locanda Lorena, die auch einige Zimmer bietet. Die Küche ist die ligurische des Meeres: Sardellen, gefüllte Miesmuscheln, Trofie al Pesto, gemischtes Fischfrittieres. In der Hochsaison ist eine Reservierung ratsam.
Wer auf der Insel übernachten möchte, hat kaum Auswahl: die Locanda und ein paar Zimmervermieter. Die meisten Besucher nächtigen in Porto Venere oder La Spezia und besuchen die Insel als Tagesausflug.
Beste Reisezeit
Die idealen Monate sind April, Mai, Juni, September und Oktober. Im Frühling blüht die Macchia, und die Wege sind menschenleer. Der September bietet das wärmste Meer und das beste Licht für Fotografien. Juli und August sind möglich, doch die Strände füllen sich an den Wochenenden.
Was mitnehmen
- Wanderschuhe für die Rundwanderung
- Badeanzug und Taucherbrille für die Strandpausen
- Wasser und Lunchpaket (nur eine Einkehrmöglichkeit auf der Insel)
- Sonnencreme und Hut: Die Wege sind oft der Sonne ausgesetzt
- Leichte Jacke für die Rückfahrt mit dem Boot am Abend
Flora und Fauna der Insel
Palmaria beherbergt eine üppige mediterrane Vegetation: Steineichen, Seekiefern, Erdbeerbäume und ein reiches Unterholz aus Erika und Zistrosen. Im Frühling durchsetzen wilde Orchideen die Wiesen zwischen den verlassenen Forts, und der Duft der Macchia vermischt sich mit dem des Salzwassers. Die Insel ist eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel: Im Herbst und Frühling lassen sich Greifvögel, Grasmücken und Würger beobachten, die auf den Bäumen rasten, bevor sie ihre Reise fortsetzen.
Zwischen den Felsen leben Mauereidechsen, und in den warmen Monaten kommt bei Sonnenuntergang der Gecko an den Mauern der verlassenen Forts hervor. Im Meer lassen sich neben den Küstenfischen auch Große Tümmler beobachten, die den Golfo della Spezia besuchen, besonders in den Morgenstunden, wenn der Bootsverkehr reduziert ist.
Palmaria ist der Beweis, dass es manchmal genügt, hundert Meter Meer zu überqueren, um den Massentourismus auf der anderen Seite zurückzulassen. Eine bestens erreichbare und doch authentische Insel, nur ein Boot entfernt von einem der meistfotografierten Dörfer Italiens.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Isola Palmaria?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Isola Palmaria è affollata?
Isola Palmaria è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Isola Palmaria?
Isola Palmaria si trova in Isola Palmaria, Ligurien.