Moustiers-Sainte-Marie, das Faïence-Dorf zwischen den Felswänden des Verdon
Moustiers-Sainte-Marie liegt eingebettet zwischen zwei Felswänden mit einem Stern, der im Leeren hängt: Keramik, Verdon und provenzalischer Lavendel.
Foto: Gio 2000 (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Ein Stern zwischen zwei Bergen
Ein goldener Stern leuchtet zwischen den beiden weißen Kalksteinwänden, die Moustiers-Sainte-Marie umarmen. An einer 227 Meter langen Eisenkette in mehr als zweihundert Metern Höhe gespannt, ist er seit Jahrhunderten das Wahrzeichen des Dorfes. Die Legende erzählt, ein von den Kreuzzügen heimkehrender Ritter habe ihn als Gelübde an die Madonna angebracht. Die Wirklichkeit ist weniger romantisch, aber ebenso beeindruckend: Der Stern wird regelmäßig ersetzt, der letzte wurde 1957 in einer alpinistischen Aktion emporgezogen.
Moustiers ist das spektakulärste Dorf der Haute-Provence, eingebettet in eine natürliche Spalte am Eingang zu den Gorges du Verdon, dem tiefsten Canyon Europas. Es ist zugleich ein lebendiger Ort des Handwerks, weltweit berühmt für seine Faïence — das glasierte Steingut, das hier seit dem 17. Jahrhundert entsteht.
Die Faïence von Moustiers
Die Keramiktradition von Moustiers geht auf 1679 zurück, als ein italienischer Mönch das Geheimnis der Zinnglasur mitbrachte. Die Werkstätten des Dorfes fertigen bis heute handbemalte Teller, Krüge und Fliesen mit traditionellen Motiven: Jagdszenen, Groteskerien, stilisierte Blumen in Kobaltblau oder Polychromie.
Das Musée de la Faïence
Das Keramikmuseum in einer Krypta des 12. Jahrhunderts unter der Kirche zeigt Stücke vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, die die Entwicklung von Stilen und Techniken dokumentieren. Die Sammlung ist bescheiden im Umfang, aber außergewöhnlich in ihrer Qualität. Nach der Besichtigung erlauben rund ein Dutzend Handwerks-Werkstätten entlang der Grand-Rue den Handwerkern über die Schulter zu schauen und Einzelstücke zu erwerben.
Das Dorf zwischen den Felswänden
Moustiers erstreckt sich am Fuß und zwischen den beiden Felswänden, ein Bach — der Rioul — durchquert es und bildet kleine Wasserfälle. Die hellen Steinhäuser mit römischen Ziegeldächern schichten sich in einem natürlichen Amphitheater von großer Harmonie. Ansteigende Gassen, Brücklein über den Bach und schattige Plätzchen führen zu einer fortwährenden Entdeckungsreise.
Die Chapelle Notre-Dame de Beauvoir
Der Aufstieg zur Kapelle über einen stufigen Pfad die Felswand hinauf ist eine Pilgerreise, die mit einer unvergleichlichen Aussicht belohnt wird. Die romanisch-gotische, an den Felsen geschmiegte Kapelle ist seit Jahrhunderten volkstümliche Andachtsstätte. Der Panoramablick vom Vorplatz umfasst das Dorf, das Plateau de Valensole und, an klaren Tagen, die Alpen.
Der Verdon und der Lac de Sainte-Croix
Moustiers ist das Tor zu den Gorges du Verdon, wo der Fluss einen bis zu 700 Meter tiefen Canyon mit weißen Kalksteinwänden und türkisen Wassern gegraben hat. Die Route des Crêtes bietet schwindelerregende Panoramen. Der Lac de Sainte-Croix am Fuß der Schluchten ist ein künstlicher See in Smaragdgrün, wo man Tretboote, Kajaks und Elektroboote mietet, um in die Mündung des Canyons hineinzugleiten.
Das Plateau de Valensole
Südlich von Moustiers erstreckt sich das Plateau de Valensole, die größte Lavendelweite der Provence. Von Mitte Juni bis Ende Juli reichen die violetten Felder bis zum Horizont, mit Mandelbäumen und goldenem Getreide als farblichem Kontrapunkt. Das Dorf Valensole verdient einen Halt wegen seines Honig- und Lavendelmarktes.
Was man essen sollte
- Pieds et paquets: Kutteln und Lammfüße als provenzalischer Schmortopf, ein Klassiker
- Daube provençale: Rindsschmorbraten mariniert in Rotwein mit schwarzen Oliven und Kräutern der Provence
- Miel de lavande: Lavendelhonig vom Plateau de Valensole, duftend und zart
- Amandes de Valensole: lokale Mandeln, verwendet in Nougat, Calissons und traditionellem Gebäck
- Weine aus Pierrevert und Manosque: leichte Rosés und fruchtige Rotweine der Haute-Provence
Anreise
Der nächste TGV-Bahnhof ist Aix-en-Provence (90 km) oder Manosque (45 km, Regionalzug). Von Aix oder Marseille fährt man weiter über die A51 und dann die D952. Der Flughafen Marseille-Provence liegt 130 km entfernt. Ein Auto ist unverzichtbar, um den Verdon zu erkunden. Das Dorf ist Fußgängerzone; Parkplätze am Ortseingang.
Wann hinfahren
Von April bis Oktober. Juni-Juli für den blühenden Lavendel. September für die Verdon-Schluchten ohne Andrang. Der Frühling ist ideal für Wanderungen. Der Sommer ist heiß, doch die Schluchten spenden Kühle. Die Fête de la Faïence findet am ersten Augustwochenende statt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Moustiers-Sainte-Marie?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, Juli, September e Oktober, quando è meno affollata.
Moustiers-Sainte-Marie è affollata?
Moustiers-Sainte-Marie è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Moustiers-Sainte-Marie?
Moustiers-Sainte-Marie si trova in Moustiers-Sainte-Marie, Frankreich.