Roussillon, Frankreich

Roussillon, das Ockerdorf im Herzen des provenzalischen Luberon

Roussillon leuchtet in Rot- und Orangetönen zwischen den Lavendelfeldern des Luberon: Ockergruben, glühende Fassaden und eine Alternative zu Gordes.

Foto di Roussillon, Frankreich — Roussillon, das Ockerdorf im Herzen des provenzalischen Luberon

Foto: Hawobo at German Wikipedia (CC BY-SA 2.0 de) — Wikimedia Commons

Ein Dorf, gemalt von der Erde

Im Herzen des Petit Luberon, wo sich Lavendelfelder mit Weinbergen und Eichenwäldern abwechseln, ragt Roussillon wie ein reiner Farbfleck aus der Landschaft. Die Fassaden seiner Häuser leuchten in allen Ockerschattierungen – von Strohgelb bis Feuerrot, über Orange, Rosa und Violett – denn hier verbirgt sich unter den Füßen das größte Ockervorkommen Europas.

Während das nahe Gordes mit seiner fotogenen Silhouette Reisebusse voller Touristen anzieht, bietet Roussillon eine intimere und sinnlichere Erfahrung. Es ist nicht nur ein schönes Dorf: Es ist ein Ort, an dem die Farbe der eigentliche Grund für die Existenz der Gemeinschaft ist und an dem sich die Beziehung zwischen Mensch und Erde auf einzigartige Weise manifestiert.

Der Ockerpfad

Der Sentier des Ocres, der vom Friedhof des Dorfes ausgeht, ist ein etwa 45-minütiger Spaziergang durch eine Mondlandschaft aus Felswänden, Nadeln und Canyons, gegraben von Erosion und Abbau. Die Wände wechseln bei jeder Kurve die Farbe – von Zitronengelb bis Backsteinrot – und das Licht, das durch die Seekiefern fällt, erzeugt hypnotische Farbeffekte.

Zwei Wege zur Auswahl

Der kurze Rundweg (30 Min.) folgt dem Rand der alten Tagebaugruben. Der lange Rundweg (50 Min.) dringt in den Wald ein und erreicht die spektakulärsten Formationen, die „cheminées de fée" (Feenkamine), von Wind und Wasser geformte Ockernadeln. Achtung: Die Kleidung wird unweigerlich mit rotem Ocker verschmutzt. Nimm Schuhe mit, die schmutzig werden dürfen.

Das Ockermuseum

Die alte Fabrik Mathieu am Fuß des Dorfes wurde in ein Konservatorium umgewandelt, das die Geschichte der Ockerindustrie vom 18. Jahrhundert bis heute erzählt. Malworkshops mit natürlichen Pigmenten laden dazu ein, die Pulver zu mischen und eigene Farben zu erschaffen – eine taktile und sinnliche Erfahrung, die allen Altersgruppen gefällt.

Das Dorf und der Uhrenturm

Der Ort selbst verdient einen ruhigen Spaziergang. Die Gässchen steigen zwischen flammenfarbenen Häusern hinauf zum Tour de l'Horloge, dem Kirchturm aus dem 18. Jahrhundert, der das Dorf überragt. Die Place de la Mairie mit ihrem Aussichtspunkt bietet einen prächtigen Blick auf den Luberon und in der Ferne auf den Mont Ventoux. Die Galerien, die die alten Werkstätten belegen, verkaufen Keramik und mit Ockerpigmenten gefärbte Stoffe.

Der Luberon von Roussillon aus

Roussillon ist eine ausgezeichnete Basis zur Erkundung des Luberon. Der Colorado Provençal von Rustrel, 15 km entfernt, bietet eine noch wildere Landschaft aus Ockercanyons. Die Dörfer Bonnieux, Lacoste und Ménerbes bilden ein provenzalisches Trio, das man nicht verpassen sollte. Der Wochenmarkt von Apt (Donnerstagvormittag) gehört zu den authentischsten der Provence, weit weg vom mondänen Treiben von L'Isle-sur-la-Sorgue.

Was man im Luberon isst

  • Agneau de Sisteron: Weidelamm mit zartem Geschmack, gebraten mit Kräutern der Provence
  • Pieds et paquets: Lammfüße und Kutteln in Tomatensauce, ein rustikales provenzalisches Gericht
  • Fruits confits d'Apt: kandierte Früchte, seit dem Mittelalter in Apt hergestellt und weltberühmt
  • Fromage de chèvre de Banon: in Kastanienblätter gehüllter Ziegenkäse, cremig und aromatisch
  • Weine aus Luberon und Ventoux: frische Rosés und Rote aus den Côtes du Luberon, strukturierte Rote aus dem Ventoux

Wie man hinkommt

Der nächste TGV-Bahnhof ist Avignon (50 km), mit Paris in 2h40 und Marseille in 30 Minuten verbunden. Von Avignon geht es weiter mit dem Auto oder dem Bus des Netzes Trans-Vaucluse (Linie 15.1, wenig frequent). Der Flughafen Marseille-Provence liegt 90 km entfernt. Ein Auto ist praktisch unerlässlich, um den Luberon zu erkunden.

Wann hinfahren

Von April bis Oktober. Der Lavendel blüht zwischen Mitte Juni und Mitte Juli. Der September ist vielleicht der perfekte Monat: goldenes Licht, milde Temperaturen, Weinlese im Gange. Der Winter ist ruhig und licht, doch viele Betriebe schließen.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Roussillon?

Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, Juli, September e Oktober, quando è meno affollata.

Roussillon è affollata?

Roussillon è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Roussillon?

Roussillon si trova in Roussillon, Frankreich.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Luglio Settembre Ottobre

Hai qualcosa da aggiungere?

Questo articolo lo scriviamo perché ci crediamo, ma non siamo dappertutto. Se hai visto un errore, se conosci un luogo che ci manca, o se ti va di scriverne uno tu — dicci.

Data sbagliata? Nome scritto male? Un luogo che non esiste? Scrivilo qui — anche una frase basta.

In der Nähe

Weitere Reiseziele

Meno conosciute, dal nostro blog

Una selezione casuale dalle nostre guide meno linkate: quattro mete che non c'entrano con questa pagina, giusto per esplorare.

← Alle Reiseführer

⚖ Confronta (0)