Morano Calabro – die lebende Weihnachtskrippe des Pollino
Weiße Häuser, die sich zu einem perfekten Kegel am Fuße des Pollino türmen: Morano Calabro ist das fotogenste und zugleich am wenigsten besuchte Krippendorf Kalabriens.
Foto: Marcus 1756 at Italian Wikipedia (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Morano Calabro: die Krippe aus Stein
Von der Straße aus, die zum Pollino hinaufführt, wirkt Morano Calabro wie eine architektonische Sinnestäuschung: Hunderte weißer und ockerfarbener Häuser, die sich zu einem perfekten Kegel türmen, gekrönt von den Ruinen einer normannisch-staufischen Burg. Die Silhouette erinnert an eine neapolitanische Weihnachtskrippe, ins reale Maß zwischen die Berge Nordkalabriens versetzt. Und doch bleibt dieses Dorf mit knapp zweitausend Seelen, das zu den schönsten Italiens zählt, abseits der organisierten Tourismusrouten und schenkt seinen Besuchern ein echtes Entdeckungserlebnis.
Was man in Morano Calabro sehen sollte
Das Dorf und seine Kirchen
Der Spaziergang durch die Altstadt ist eine Übung im ständigen Staunen. Man steigt durch enge Gassen und steile Treppen empor, vorbei an mittelalterlichen Häusern mit Steinportalen, schmiedeeisernen Balkonen und Fassaden, die die Nachmittagssonne in goldene Reflexe taucht. Die Collegiata della Maddalena, ganz oben im Dorf, birgt ein Polyptychon von Bartolomeo Vivarini aus dem Jahr 1477 – ein venezianisches Renaissance-Meisterwerk, das auf geheimnisvollen Wegen in diesen abgelegenen Winkel Süditaliens gelangt ist. Die weiter unten liegende Kirche der Heiligen Petrus und Paulus bewahrt eine Marmorstatue, die der Schule von Antonello Gagini zugeschrieben wird. Unbedingt besuchen sollte man die Kirche San Bernardino da Siena mit ihrem Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert und der bemalten Kassettendecke.
Die normannisch-staufische Burg
Auf der Kuppe des Hügels beherrschen die Ruinen der Burg das Panorama. Von den Normannen erbaut und von den Staufern erweitert, war sie einst Residenz der Sanseverino, einer der mächtigsten Familien des Königreichs Neapel. Geblieben sind mächtige Mauern und ein Turm, von dem der Blick vom Tal des Coscile bis zu den schneebedeckten Gipfeln des Pollino schweift, die bis in den späten Frühling weiß bleiben.
Der Rotmilan und der Nationalpark Pollino
Morano ist das Eingangstor zur kalabrischen Seite des Nationalparks Pollino. Unter Vogelbeobachtern ist der Ort für seine urbane Rotmilan-Kolonie bekannt: Diese Greifvögel nisten auf den Dächern der Altstadt und lassen sich leicht dabei beobachten, wie sie über den Glockentürmen kreisen. Das Umweltbildungszentrum des Parks bietet geführte Wanderungen zu den Schlangenhaut-Kiefern an, jahrtausendealten Bäumen, die zum Symbol des Pollino geworden sind.
Was man essen sollte
Die Küche Moranos ist bergbäuerlich, deftig und tief in der Region verwurzelt:
- Lagane e ceci – breite Bandnudeln aus Mehl und Wasser mit heimischen Kichererbsen, ein Gericht mit uralten Wurzeln
- Capocollo di maiale – Schweinehals, unter den Dächern des Dorfes mit schwarzem Pfeffer und Peperoncino gereift, hauchdünn aufgeschnitten
- Peperoni cruschi – getrocknete, in Olivenöl frittierte Paprikaschoten, knusprig und süß, als Beilage oder über die Pasta gebröselt serviert
- Bocconotto – kleines Gebäck, gefüllt mit Schokoladen-Mandel-Creme, eine lokale Spezialität
Die Trattorien im Dorf servieren großzügige Menüs zum Festpreis, dazu Weine des Pollino wie den Terre di Cosenza DOC.
Anreise
Morano Calabro liegt an der A2, der Mittelmeerautobahn (Ausfahrt Morano Calabro-Castrovillari), etwa 200 km von Reggio Calabria und 100 km von Cosenza entfernt. Der nächste Bahnhof ist Castrovillari, 20 km entfernt, mit Regionalzügen von Cosenza aus erreichbar. Der praktischste Flughafen ist Lamezia Terme, rund zwei Autostunden entfernt. Auch von der lukanischen Seite des Pollino aus erreicht man das Dorf über die A3, Ausfahrt Lauria.
Wann sollte man kommen
Der Frühling (April bis Juni) ist die beste Zeit: Die Wiesen des Pollino blühen, die Temperaturen sind ideal, um das Dorf zu Fuß zu erkunden, und die Greifvögel sind in voller Aktivität. September und Oktober bieten spektakuläre Herbstfarben und Steinpilze in den umliegenden Wäldern. Der Sommer ist heiß, aber kühler als an der Küste. Der Winter verwandelt Morano in eine weiß gepuderte Krippe, mit Schnee auf den Dächern und auf der Burg – stimmungsvoll, aber mit eingeschränktem Angebot.
In der Umgebung
Castrovillari, 20 Minuten entfernt, bietet das Protoconvento Francescano und eine lebendige Gastronomieszene. Von Morano aus führen Wanderwege zu den Gipfeln des Pollino, darunter der Serra Dolcedorme (2.267 m), der höchste Berg des Parks. Civita, das arbëreshë-Dorf mit der Teufelsbrücke, ist in einer halben Stunde erreichbar.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Morano Calabro?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Morano Calabro è affollata?
Morano Calabro è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Morano Calabro?
Morano Calabro si trova in Morano Calabro, Kalabrien, Italien.