Montemerano (Grosseto), Toskana, Italien

Montemerano: das herzförmige Dorf, das die Maremma verbirgt

Zwischen Manciano und Saturnia liegt ein ummauerter Ort aus dem 13. Jahrhundert mit herzförmigen Mauern, einer Kirche mit einem Werk von Sano di Pietro und einem Restaurant mit zwei Michelin-Sternen.

Foto di Montemerano (Grosseto), Toskana, Italien — Montemerano: das herzförmige Dorf, das die Maremma verbirgt

Foto: LigaDue (CC BY 3.0) — Wikimedia Commons

Wer die Straße zwischen Manciano und Saturnia entlangfährt, mitten im Herzen der toskanischen Maremma, läuft Gefahr, Montemerano zu übersehen: eine kleine Ansammlung von Steinhäusern, die sich auf einem 286 Meter hohen Hügel duckt, mit gerade einmal 487 Einwohnern laut letzter Volkszählung. Doch es genügt, in die richtige Gasse einzubiegen, um sich mitten in einem der besterhaltenen Dörfer der Provinz Grosseto wiederzufinden – seit 2014 unter den Borghi più belli d'Italia (den schönsten Dörfern Italiens) gelistet, aber noch immer abseits der meistbesuchten Routen des toskanischen Tourismus, eingezwängt zwischen den weitaus bekannteren Orten Pitigliano und Sovana.

Eine Burg mit drei Mauerringen

Die frühesten Spuren einer Besiedlung des Gebiets reichen bis in die Jungsteinzeit und die Römerzeit zurück, doch erst ab dem 12. Jahrhundert, mit Bauarbeiten, die im Laufe des 13. Jahrhunderts abgeschlossen wurden, errichteten die Aldobrandeschi die Ringmauer des befestigten Dorfes, wie wir es heute sehen. Im 14. Jahrhundert ging die Kontrolle an die Familie Baschi über, im 15. Jahrhundert dann an die Republik Siena, die die Verteidigungsanlagen weiter verstärkte. Mit dem Fall Sienas im 16. Jahrhundert wurde Montemerano Teil des Großherzogtums Toskana. Das Ergebnis dieser aufeinanderfolgenden Herrschaften ist ein für ein so kleines Dorf ungewöhnlich komplexes Verteidigungssystem: drei konzentrische Mauerringe, teilweise noch heute erkennbar, mit den historischen Toren San Giorgio, Romana und Grossetana als Zugängen. Von oben betrachtet zeichnet der Verlauf der Mauern eine Silhouette, die die Bewohner von Montemerano ohne Zögern als „herzförmig" bezeichnen – daher der Beiname „Dorf der Liebe", unter dem der Ort oft vorgestellt wird.

Piazza del Castello und die Kirche San Giorgio

Das pulsierende Herz des Dorfes ist die Piazza del Castello, umgeben von Steinhäusern mit bogenförmigen Loggien, wo die Zeit zwischen gepflasterten Gassen, Treppen und kleinen Plätzen, die sich plötzlich zwischen zwei Gebäuden auftun, stehengeblieben zu sein scheint. An den Platz grenzt die Kirche San Giorgio, ein Bau aus dem 14. Jahrhundert, der im 15. Jahrhundert erweitert wurde und einen künstlerischen Schatz birgt, der in keinem Verhältnis zur Größe des Ortes steht: ein Polyptychon von Sano di Pietro aus dem Jahr 1458, spätgotische Fresken mit dem Jüngsten Gericht und, aus einer späteren Phase, jene von 1491 mit der Legende des heiligen Georg, sowie die sogenannte „Madonna della Gattaiola" (Katzenklappen-Madonna), eine Tafel aus dem 15. Jahrhundert, die ihren kuriosen Namen einem Loch im Rahmen verdankt, das der Überlieferung nach angebracht wurde, damit eine Katze hindurchschlüpfen konnte. Unweit davon liegt zudem die Pieve di San Lorenzo, die älteste Kirche der Gegend, bereits in einer päpstlichen Bulle von 1188 erwähnt. Der Ort beherbergt außerdem eine kunsthistorische Bibliothek mit rund zehntausend Bänden, die 2012 in einem historischen Palazzo eröffnet wurde – eine kulturelle Präsenz, die für ein Dorf mit nur wenigen hundert Einwohnern keineswegs selbstverständlich ist.

Eine Zwei-Sterne-Küche in einer Dorfgasse

Zu den Überraschungen, die Erstbesucher von Montemerano erwarten, gehört das Restaurant Da Caino, das in einer Gasse der Altstadt liegt: 1971 eröffnet und von Küchenchefin Valeria Piccini geführt, hält es zwei Michelin-Sterne (den ersten seit 1991, den zweiten seit 1999) und ist eines der wenigen italienischen Restaurants unter weiblicher Leitung, das diese Auszeichnung erreicht hat. Eine bodenständige Küche, verwurzelt in den Aromen der Maremma, die sich reibungslos in die schlichte, ländliche Atmosphäre des Dorfes einfügt.

Anreise

Montemerano liegt etwa 6 km von Manciano entfernt, an der Straße nach Scansano, und rund 56 km von Grosseto. Mit dem Auto erreicht man den Ort bequem, indem man von der Via Aurelia (SS1) oder der Strada Maremmana der Beschilderung nach Manciano folgt; die Altstadt ist autofrei, mit Parkplätzen in unmittelbarer Nähe der Stadtmauern. Die Lage eignet sich auch gut für alle, die die nahen Terme di Saturnia und die Tuffsteindörfer (Pitigliano, Sovana) besuchen möchten – Montemerano wird so zu einer naheliegenden Station für alle, die das Hinterland der Maremma jenseits der meistfotografierten Ziele erkunden.

Praktische Informationen

Quando andare a Montemerano?

I mesi migliori sono April, Mai, Juni, September e Oktober, quando c'è meno gente.

C'è molta gente a Montemerano?

Montemerano risulta sehr ruhig se confrontata con le mete più turistiche.

In che zona si trova Montemerano?

Montemerano è situata in Montemerano (Grosseto), Toskana, Italien.

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Anfahrt

  • 🚆 Nächster Bahnhof: Capalbio ~26 km Luftlinie
  • ✈️ Nächster Flughafen: Aeroporto di Grosseto GRS ~37 km Luftlinie

Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.

Adatto a: Aprile Maggio Giugno Settembre Ottobre

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