Sainte-Enimie, das Dorf, das sich tief in den Tarn-Schluchten vergessen ließ
Ein mittelalterliches Dorf, das sich an den Kalkfelsen klammert, eine Heilungslegende und ein grüner Fluss: Sainte-Enimie muss man sich verdienen, vor allem außerhalb der Saison.
Foto: Tobi 87 (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Sainte-Enimie taucht plötzlich auf, an einer Kurve einer Straße, die sich seit einer Weile zwischen zwei Kalksteinwänden hindurchschlängelt. Hier verengt sich das Flussbett der Gorges du Tarn, und das Dorf klammert sich an den Hang, als wäre es schon immer dort gewesen: blassgraue Steinhäuser, die sich übereinander stapeln, gepflasterte Gassen, die treppenartig zu den Überresten eines alten Klosters hinaufführen, das die Jahrhunderte nur noch halb erkennbar gelassen haben. Hier ist Wasser überall — das des Tarn, der weiter unten fließt, grün und kühl selbst im Hochsommer, und das diskretere Wasser einer Quelle namens Burle, der seit jeher heilende Kräfte nachgesagt werden.
Der Name des Dorfes stammt aus einer merowingischen Legende: Eine Prinzessin des 7. Jahrhunderts, an Lepra erkrankt, soll durch ein Bad in dieser Quelle geheilt worden sein und beschlossen haben, dort zu bleiben, indem sie an dieser Stelle eine Ordensgemeinschaft gründete. Das Benediktinerkloster, dessen Spuren sich noch heute im Ortsbild finden, wurde im 10. Jahrhundert vom Bischof von Mende gegründet, und um es herum entstand nach und nach der Ort. Davor, in gallo-römischer Zeit, trug der Ort einen ganz anderen Namen, Burlatis, und seine Geschichte war, wie die vieler Dörfer der Causses, lange von Abgeschiedenheit geprägt: Die tiefen Schluchten schützten Sainte-Enimie vor der Außenwelt weit mehr, als dass sie es ihr öffneten – bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine befahrbare Straße das Dorf tatsächlich erschloss.
Heute zählt Sainte-Enimie nur wenige hundert ständige Einwohner, auf knapp 500 Metern Höhe – eine Zahl, die im Sommer mit den Kanus und Wandergruppen steigt, aber schon im Herbst wieder sinkt und dem Dorf seinen Rhythmus als kleiner Ort im Mittelgebirge zurückgibt. Die Aufnahme in die Liste der Plus Beaux Villages de France hat den Ort bekannter gemacht, ohne ihn bislang völlig zu verändern: Man kommt noch immer vor allem wegen des Lichts auf dem Stein, des Rauschens des Wassers und der Stille, die abends zurückkehrt, sobald die Kanus verstaut sind.
Anfahrt
Sainte-Enimie bleibt ein Ort, den man sich erarbeiten muss. Im Dorf selbst gibt es keinen Bahnhof: Der nächste liegt in Mende, der Präfektur der Lozère, das an einer Bahnlinie liegt, die die Causses bis nach Béziers durchquert, mit möglichen Anschlüssen nach Norden. Von Mende aus muss man dann einen Mietwagen nehmen oder einen lokalen Bus, um die Schluchten zu erreichen, wobei sich die Straße allmählich zwischen den Hochebenen des Causse Méjean und des Causse de Sauveterre hindurchgräbt. Wer von Süden oder Norden anreist, wird von der Autobahn A75, die Clermont-Ferrand mit Montpellier verbindet, in angemessener Entfernung abgesetzt, bevor es auf kurvenreichere Departementsstraßen weitergeht — die D907bis verläuft fast bis zum Dorf am Tarn entlang und kreuzt dabei je nach Richtung die D986 und die D998. Millau auf der Aveyron-Seite, mit seinem inzwischen weltbekannten Viadukt, ist ein weiteres mögliches Tor zur Region. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann Sainte-Enimie auch auf diese Weise erreichen: Der GR60 führt durch das Dorf – eine langsamere Art, sich die Landschaft anzueignen, bevor man ankommt.
Wann man reisen sollte
Das Klima hier ist milder, als man es für ein derart bergiges Département erwarten würde: Die tiefen Schluchten bewahren eine fast mediterrane Milde, die spürbar angenehmer ist als auf den umliegenden, windgepeitschten Hochebenen. Das erklärt zum Teil, warum der Sommer so viele Besucher anzieht, vor allem für die Kanufahrten auf dem Tarn, eine der Hauptattraktionen der Region. Doch gerade diesen sommerlichen Andrang sollte man meiden, um die wahre Ruhe des Ortes zu erleben: Wer im Frühling kommt, wenn das Wasser noch kräftig fließt und die Schluchten grün werden, ohne überlaufen zu sein, oder im Herbst, wenn die Hitze nachlässt und das streifende Licht auf den Kalksteinfelsen alle Farben der Landschaft verändert, kann Sainte-Enimie ohne die Menschenmassen erleben. Wander- und Höhlenfreunde — die umliegenden Causses sind übersät mit Höhlen und Dolinen — finden in diesen Zwischensaisons weit angenehmere Bedingungen als unter der sengenden Sonne im Juli und August.
Praktische Informationen
Quando è il momento migliore per andare a Sainte-Enimie?
Consigliamo Mai, Juni, September e Oktober, il periodo in cui si trova meno folla.
Quanto è turistica Sainte-Enimie?
Sainte-Enimie è sehr ruhig se paragonata alle mete più battute.
Qual è la posizione di Sainte-Enimie?
Sainte-Enimie si trova nell'area di Lozère, Gorges du Tarn.