Saint-Guilhem-le-Désert, die Hérault-Schlucht und die Abtei von Gellone
Saint-Guilhem-le-Désert versteckt sich in den Hérault-Schluchten: eine Benediktinerabtei, türkisfarbene Gewässer und der Jakobsweg.
Foto: Alessandro Vecchi (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Eine Oase aus Stein in der Hérault-Schlucht
Um Saint-Guilhem-le-Désert zu erreichen, muss man die Hérault-Schlucht hinauffahren, eine in Jahrmillionen vom Fluss gegrabene Spalte aus weißem Kalkstein. Die Straße verengt sich, die Wände erheben sich, und plötzlich öffnet sich der Canyon in einen geschützten Kessel, in dem das Dorf ruht wie eine Katze in der Sonne. Im 9. Jahrhundert um eine vom Vetter Karls des Großen gestiftete Benediktinerabtei gegründet, ist Saint-Guilhem UNESCO-Welterbe als Etappe des Jakobswegs und Denkmal der romanischen Kunst.
Trotz dieses Ansehens bewahrt das Dorf eine bäuerliche Seele und hat sich nicht in eine Touristenkulisse verwandelt. Die Gassen sind echt, die Katzen schlafen auf den Türschwellen, und das vorherrschende Geräusch ist das des fließenden Wassers.
Die Abtei von Gellone
Guilhem d'Orange – Herzog von Aquitanien, Kämpfer gegen die Mauren, Vetter Karls des Großen – gründete die Abtei im Jahr 804 und zog sich als Mönch dorthin zurück, mit einer Reliquie des Wahren Kreuzes, die ihm vom Kaiser geschenkt worden war. Diese außergewöhnliche Geschichte machte Gellone zu einem Pilgerort, und die Abtei wuchs zu einem der bedeutendsten Klöster Südfrankreichs heran.
Die Abteikirche
Die 1076 geweihte Kirche ist ein Meisterwerk der romanischen Architektur des Languedoc. Das einschiffige, hohe und strenge Langhaus ist von einem Tonnengewölbe überdeckt, das jeden Klang verstärkt. Die halbrunde Apsis mit ihren Blendarkaden und Kapitellsäulen besitzt die geometrische Perfektion der großen Pilgerkirchen. Die restaurierte Orgel aus dem 18. Jahrhundert bietet Konzerte, die die außergewöhnliche Akustik nutzen.
Der Kreuzgang
Vom ursprünglichen romanischen Kreuzgang sind nur zwei Galerien übrig: Der Rest wurde im 19. Jahrhundert Stück für Stück verkauft und abgebaut, und die Säulen befinden sich heute im Museum The Cloisters in New York. Diese Verstümmelung hat den Kreuzgang paradoxerweise noch berührender gemacht: Die verbliebenen Bögen öffnen sich auf einen wilden Garten, in dem Zypressen und Rosmarin wachsen.
Das Dorf und die Wege
Die Gassen von Saint-Guilhem steigen vom Fluss zur Abtei hinauf, zwischen Häusern aus hellem Stein mit romanischen Portalen, gotischen Fenstern und Hängegärten. Die Place de la Liberté, mit ihrer hundertjährigen Platane und dem Brunnen, ist der Ort, um zu sitzen und die Zeit vergehen zu sehen.
Die Grotte von Clamouse
Drei Kilometer entfernt ist die Grotte von Clamouse eine der schönsten Südfrankreichs: Wälder aus Stalaktiten und Stalagmiten, Aragonitblüten und exzentrische Kristallisationen in geschmackvoll beleuchteten Sälen. Der Besuch dauert eine Stunde und ist das ganze Jahr über möglich.
Die Pont du Diable
Die Pont du Diable, flussabwärts vom Dorf, ist die älteste romanische Brücke Frankreichs (11. Jahrhundert). Im Sommer ziehen die türkisfarbenen Gewässer des Hérault unter der Brücke die Badenden an – ein natürliches Schwimmbad in spektakulärer Umgebung. Nehmt Badezeug mit.
Die Wanderwege
Der GR74 durchquert die Hérault-Schluchten mit Pfaden, die außergewöhnliche Aussichtspunkte auf das Dorf und das Tal bieten. Der Cirque de l'Infernet, in einer Stunde zu Fuß erreichbar, ist ein natürliches Amphitheater aus weißem Kalkstein, das den Atem raubt. Für Trainiertere steigt der Pfad bis zum Causse de la Selle (Kalksteinhochebene) mit Ausblicken bis zum Mittelmeer.
Was essen
- Pélardon: kleiner Ziegenkäse mit Edelschimmelrinde, AOP des Languedoc, mit nussigem Geschmack
- Petit pâté de Pézenas: traditionelles süß-salziges Gebäck
- Brandade de morue: mit Olivenöl und Knoblauch cremig geschlagener Stockfisch, Spezialität von Nîmes
- Weine der Terrasses du Larzac: elegante und tiefe Rotweine, die aufstrebendste Appellation des Languedoc
- Figue de Puimisson: frische Feigen aus der Hérault-Ebene, sehr süß
Anreise
Der TGV-Bahnhof Montpellier (45 km) liegt an der Linie Paris-Barcelona. Von Montpellier geht es mit dem Auto entlang der D27 bis zu den Schluchten. Die Buslinie Hérault Transport verbindet Montpellier mit Aniane-Saint Guilhem mit mehreren täglichen Verbindungen. Der Flughafen Montpellier-Méditerranée ist 55 km entfernt.
Wann fahren
Von April bis Oktober. Der Sommer ist heiß und die Schluchten bieten Erfrischung mit Bädern im Fluss. Der Frühling ist ideal für Wanderungen. Das Festival Saison Musicale bringt von Juni bis September Konzerte in die Abtei. Der Winter ist ruhig und mild.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Saint-Guilhem-le-Désert?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, Juli, September e Oktober, quando è meno affollata.
Saint-Guilhem-le-Désert è affollata?
Saint-Guilhem-le-Désert è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Saint-Guilhem-le-Désert?
Saint-Guilhem-le-Désert si trova in Saint-Guilhem-le-Désert, Frankreich.