Saint-Cirq-Lapopie, das Adlernest über dem Lot-Tal
Saint-Cirq-Lapopie thront über dem Lot auf einem schwindelerregenden Felsen: Handwerksläden, mittelalterliche Häuser und Stille im Herzen des Quercy.
Foto: Adam Baker from Houston / Moscow / Toulouse (travel a lot) (CC BY 2.0) — Wikimedia Commons
Ein natürlicher Balkon über dem Fluss Lot
Es gibt Dörfer, die man von unten betrachtet, und andere, die man vom Gipfel aus schaut. Saint-Cirq-Lapopie gehört zur zweiten Kategorie: hundert Meter über einer Schleife des Lot thronend, dominiert dieses Dorf mit kaum zweihundert Einwohnern das Tal mit der stillen Autorität dessen, der seit fast tausend Jahren dort steht. André Breton, Vater des Surrealismus, wählte es in seinen letzten Lebensjahren als Zufluchtsort und schrieb, er habe aufgehört zu wünschen, anderswo zu sein.
Obwohl es zu den «Plus Beaux Villages de France» zählt, bewahrt Saint-Cirq-Lapopie eine intime Atmosphäre, besonders am Morgen und am Abend, wenn die Reisebusse weg sind und das Dorf zu seinen Bewohnern zurückkehrt.
Zwischen Kunsthandwerksläden und befestigten Häusern
Das Dorf ist ein lebender Katalog mittelalterlicher Architektur. Die Häuser der Kaufleute und Handwerker, zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert erbaut, zeigen gotische und Renaissance-Fassaden mit Doppelfenstern, Türmchen und äußeren Steintreppen. Die steilen Dächer aus braunen Ziegeln überlappen sich in einem vertikalen Puzzle, das der Schwerkraft zu trotzen scheint.
Die Ateliers der Handwerker
Saint-Cirq-Lapopie hat eine lange handwerkliche Tradition. Im Mittelalter war es berühmt für seine Holzdrechsler (les tourneurs sur bois), die Formen und Flaschen herstellten. Heute beherbergen die Läden Keramiker, Maler und Schmuckdesigner, die vor den Augen der Besucher arbeiten. Das Atelier-Musée du Bois erzählt die Geschichte der Drechsler mit Live-Vorführungen.
Die Burg und die Kirche
Von der mittelalterlichen Festung, die den Felsen krönte, sind wenige Ruinen geblieben, aber der Spaziergang zum Gipfel ist wegen des Panoramas unverzichtbar. Von dort oben umfasst der Blick das gesamte Lot-Tal, mit seinen Sonnenblumenfeldern, Eichenwäldern und Kalksteinfelsen, die in der Sonne glänzen.
Die gotische Kirche, den Heiligen Cirq und Juliette geweiht, bewahrt verblichene Fresken und ein schönes Kreuzrippengewölbe. Auf dem Kirchvorplatz hilft eine Orientierungstafel, die Himmelsrichtungen der Landschaft zu identifizieren.
Der Chemin de halage
Steige zum Fluss auf dem steilen Pfad hinab, der zum Flusshafen führt, wo die Gabarren (Kähne) Waren bis nach Bordeaux transportierten. Entlang des Chemin de halage, des Treidelpfads am Ufer, wandert man in Ruhe zwischen Pappeln und Weiden, während der Lot träge dahinfließt. Es ist auch möglich, Kanus zu mieten, um das Tal vom Wasser aus zu erkunden.
Das unterirdische Quercy
Die Umgebung von Saint-Cirq-Lapopie birgt geologische Schätze. Die Grotte von Pech-Merle, wenige Kilometer entfernt, bewahrt 25.000 Jahre alte Höhlenmalereien — gepunktete Pferde, Bisons und Handabdrücke — in einer spektakulären Kulisse aus Stalaktiten und unterirdischen Sälen. Im Gegensatz zu Lascaux besichtigt man hier die Originale.
Was man im Lot-Tal essen sollte
Die Küche des Quercy ist eine der köstlichsten Südwestfrankreichs:
- Foie gras: lokal produziert, serviert als mi-cuit mit Feigenkonfitüre oder als escalope poêlée
- Magret de canard: gegrillte Entenbrust, oft begleitet von Pommes sarladaises
- Cabécou: kleiner Ziegenkäse mit ausgeprägtem Geschmack, perfekt mit Kastanienhonig
- Pastis quercynois: Torte aus hauchdünnem Filoteig, gefüllt mit Äpfeln und Armagnac, ein Meisterwerk knuspriger Leichtigkeit
- Wein aus Cahors: der berühmte, schwarze und tanninhaltige Malbec, ideal zu Fleisch
Anreise
Der nächste Bahnhof ist Cahors (35 km), gut mit Toulouse und Paris verbunden (TGV mit Umstieg in Toulouse). Von Cahors erreicht man Saint-Cirq mit dem Auto auf der D901, einer Panoramastraße, die dem Lot folgt. Im Sommer verkehrt ein Flussschifffahrtsdienst. Der Flughafen Toulouse-Blagnac ist etwa 130 km entfernt.
Die Dörfer des Lot-Tals
Das Lot-Tal zwischen Cahors und Figeac ist eine Perlenkette wenig bekannter Dörfer. Cajarc, mit seinem alten Zentrum und dem Haus-Museum der Künstlerin Françoise Sagan, bietet eine literarische Atmosphäre. Calvignac, auf einem Felssporn gelegen, ist ein Steindorf mit rund zwanzig ständigen Einwohnern. Cénevières rühmt sich einer Renaissance-Burg, die den Fluss von einer schwindelerregenden Klippe aus beherrscht, mit begehbaren Fresken-Interieurs. Das Tal im Kanu zu erkunden, unter den Felsen von einem Dorf zum anderen gleitend, ist eine der schönsten Arten, diesen verborgenen Teil Frankreichs zu entdecken.
Wann hinfahren
Von April bis Oktober, mit Vorliebe für Mai-Juni und September. Der sommerliche Nachtmarkt (Montagabend im Juli-August) ist bezaubernd, aber überfüllter. Der Herbst schenkt spektakuläre Farben im Tal und die Saison des frischen Foie gras. Im Winter schließen viele Aktivitäten, aber das Dorf ist stimmungsvoll unter dem Schnee.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Saint-Cirq-Lapopie?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Saint-Cirq-Lapopie è affollata?
Saint-Cirq-Lapopie è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Saint-Cirq-Lapopie?
Saint-Cirq-Lapopie si trova in Saint-Cirq-Lapopie, Okzitanien, Frankreich.