Cordes-sur-Ciel, die Bastide zwischen den Wolken des Tarn
Cordes-sur-Ciel ist eine gotische Bastide, die über den Nebeln des Tarn zu schweben scheint: eine perfekte Alternative zu Rocamadour.
Foto: Carsten Steger (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Eine Stadt, die im Himmel schwebt
Wenn die Morgennebel das Tal des Cérou einhüllen, scheint Cordes-sur-Ciel tatsächlich zwischen den Wolken zu schweben. Diese optische Täuschung, die ihm seinen poetischen Namen einbrachte, ist das erste Geschenk, das die Bastide ihren Besuchern macht. Gegründet 1222 vom Grafen Raimund VII. von Toulouse als Zufluchtsort während des Albigenserkreuzzugs, ist Cordes eine der ältesten und am besten erhaltenen Bastiden Südwestfrankreichs.
Während Rocamadour Massen von Touristen anzieht, die sich an seine Steilklippe klammern, bietet Cordes ein ähnliches Erlebnis – ein vertikales Dorf aus goldfarbenem Stein – jedoch mit einem Bruchteil der Besucher und einer Authentizität, die man mit jedem Schritt spürt.
Hinaufsteigen durch die Wehrtore
Der Ort entwickelt sich in konzentrischen Kreisen um den Hügelgipfel, geschützt durch fünf aufeinanderfolgende Mauerringe. Der Aufstieg ist eine Reise in die Zeit: Man durchquert die Porte de la Jane, die Porte des Ormeaux und schließlich die Porte du Planol, jedes einer Ausbauepoche der Stadt zugeordnet. Jedes Tor markiert den Übergang in eine ältere und faszinierendere Ebene.
Die gotischen Fassaden der Grand-Rue
Die Grand-Rue Raymond VII, die das Herz der Oberstadt durchquert, ist von gotischen Häusern des 13. und 14. Jahrhunderts gesäumt, die in Südfrankreich ihresgleichen suchen. Die Maison du Grand Fauconnier mit ihren Falknerskulpturen und die Maison du Grand Veneur, geschmückt mit Jagdszenen, sind Meisterwerke gotischer Zivilarchitektur. Die Fassaden sind verziert mit Spitzbögen, gewundenen Säulchen und kunstvoll geschnitzten Kapitellen von überraschender Feinheit.
Die Markthalle und der Platz
Die Halle, die hölzerne Markthalle des 14. Jahrhunderts, nimmt den höchsten Punkt der Stadt ein. Unter ihrem Sparrendach findet am Samstagvormittag ein lebhafter Markt mit regionalen Produkten statt: Honig aus dem Tarn, Ziegenkäse, Ail rose (rosa Knoblauch) aus Lautrec und Safran. Hier spürt man den täglichen Puls von Cordes, eines Ortes, der das ganze Jahr über lebt und nicht nur für Touristen existiert.
Das Musée Charles Portal
Das städtische Museum in der Porte des Ormeaux erzählt die Geschichte der Bastide von den katharischen Ursprüngen bis zur Renaissance. Die unterirdischen Räume enthüllen die Reste eines mittelalterlichen, über hundert Meter tiefen Brunnens, des «puits de la Halle», der die Stadt während der Belagerungen mit Wasser versorgte.
Werkstätten und Künstlerateliers
Cordes wurde in den 1930er Jahren von Künstlern und Handwerkern wiederentdeckt, die daraus ein Zentrum kreativen Schaffens machten. Heute belegen etwa dreißig Ateliers die mittelalterlichen Werkstätten: Keramiker, Weber, Maler, Holzbildhauer. Die Atmosphäre ist die eines Dorf-Ateliers, in dem sich die handwerkliche Tradition ständig neu erfindet.
Was man in Cordes und im Tarn essen sollte
- Saucisse sèche und Melsat: lokale Wurstwaren, die Schweinefleisch mit Brot und Eiern verbinden, gewürzt mit Petersilie
- Poule farcie à la gaillacoise: gefülltes Huhn, in Brühe gegart, das Sonntagsgericht
- Croustade aux pommes: Apfelkuchen mit hauchdünn von Hand gezogenem Blätterteig, mit Armagnac parfümiert
- Weine aus Gaillac: zählen zu den ältesten Weinbergen Frankreichs, frische Weißweine (Mauzac) und strukturierte Rotweine (Braucol, Duras)
- Ail rose de Lautrec: rosafarbener Knoblauch mit IGP-Siegel und mildem Geschmack, Hauptdarsteller der lokalen Knoblauchsuppe
Anreise
Mit dem Zug bis Cordes-Vindrac (Bahnhof an der Strecke Toulouse-Rodez), dann Shuttle oder Taxi für die 3 km bis zum Ort. Mit dem Auto liegt Cordes 80 km von Toulouse entfernt (A68 dann D922) und 25 km von Albi. Der Flughafen Toulouse-Blagnac ist am bequemsten. Ein Panorama-Aufzug verbindet den unteren Parkplatz mit der Oberstadt für alle, die den Aufstieg vermeiden möchten.
Die Umgebung: Albi und das Land der Katharer
Nur 25 Kilometer entfernt ist Albi eine Stadt, die allein die Reise ins Tarn rechtfertigt. Die Kathedrale Sainte-Cécile, die größte Backsteinkathedrale der Welt, ist ein atemberaubender Bau: Das strenge Äußere wie eine Festung verbirgt ein völlig freskengeschmücktes Inneres im größten Malereizyklus der italienischen Renaissance außerhalb Italiens. Das Musée Toulouse-Lautrec im angrenzenden Bischofspalast beherbergt die weltweit größte Sammlung von Werken des Künstlers, der genau hier geboren wurde. Cordes und Albi an einem Tag zu verbinden bietet einen perfekten Kontrast zwischen mittelalterlicher Bastide und Bischofsstadt.
Wann hinfahren
Von April bis Oktober. Die Fêtes du Grand Fauconnier im Juli bringen spektakuläre mittelalterliche Nachstellungen. Der September ist der perfekte Monat: goldenes Licht, Weinlese in den Weinbergen von Gaillac, milde Temperaturen. Der Winter hat einen kargen Charme mit wenigen Besuchern und den Nebeln, die den Hügel einhüllen.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Cordes-sur-Ciel?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, Juli, September e Oktober, quando è meno affollata.
Cordes-sur-Ciel è affollata?
Cordes-sur-Ciel è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Cordes-sur-Ciel?
Cordes-sur-Ciel si trova in Cordes-sur-Ciel, Frankreich.