Celleno vecchia: die stille Alternative zu Civita di Bagnoregio
Celleno vecchia, das vergessene Geisterdorf im Viterbesischen, wenige Kilometer von Civita di Bagnoregio entfernt. Geschichte, Besuch und Anreise.
Foto: Vitmalinovsky (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Das andere sterbende Dorf, ohne Touristen
Alle kennen Civita di Bagnoregio, die „sterbende Stadt", berühmt geworden durch die Fußgängerbrücke und die Besucherströme. Nur wenige wissen, dass zwanzig Kilometer entfernt ein Dorf mit ähnlicher Geschichte, aber entgegengesetztem Schicksal existiert: Celleno vecchia, verlassen, still, fast ohne Tourismus. Es ist die Kehrseite Civitas, sein vergessenes Doppel.
Celleno vecchia erhebt sich auf einem Tuffsteinsporn im Tal des Tiber, im Viterbesischen. Wie in Civita war das Schicksal von der Erosion gezeichnet: der Tuff bröckelt, die Fundamente geben nach, die Häuser stürzen ein. Doch während Civita zum Medienphänomen wurde, blieb Celleno im Schatten, besucht nur von denen, die es zu suchen wissen.
Geschichte eines Abschieds
Der Ort hat etruskische Ursprünge, sein heutiges Erscheinungsbild geht jedoch auf das Mittelalter zurück. Jahrhundertelang war er ein kleines Agrarzentrum, beherrscht vom Castello Orsini, dessen viereckiger Turm bis heute über den Ruinen aufragt. Die Kirche San Carlo, die aneinandergelehnten Tuffhäuser, die steilen Treppen: alles spricht von einer Gemeinschaft, die in Symbiose mit dem Felsen lebte.
Die Probleme begannen im 19. Jahrhundert, als eine Serie von Erdbeben und Erdrutschen die Stabilität des Ortes beeinträchtigte. 1931 erklärte eine präfektorale Verordnung Celleno vecchia für unbewohnbar. Die Einwohner wurden in das neue Zentrum verlegt, das auf einem stabileren Gelände in geringer Entfernung errichtet wurde. Seither ist das alte Dorf verlassen, nur von Zeit und Vegetation durchdrungen.
Was heute zu sehen ist
Celleno vecchia ist frei zugänglich, ohne Ticket oder Pflichtführung. Das ist Teil seines Zaubers: man betritt das Dorf, wie man einen Traum betritt, ohne Filter. Der Rundgang ist kurz, aber intensiv.
Sehenswertes
- Castello Orsini: das eindrucksvollste Bauwerk des Dorfes, dessen Turm das Tal beherrscht. Teilweise restauriert, beherbergt es gelegentlich Ausstellungen und Kulturveranstaltungen
- Kirche San Carlo: die Fassade steht noch, das Innere ist leer, bewahrt aber Spuren des alten Bodenbelags
- Der Garten der Ungeheuer: ein kleiner Bereich mit modernen Skulpturen aus Tuffstein, Hommage an den berühmteren Parco dei Mostri von Bomarzo
- Die verlassenen Häuser: entlang der Gassen öffnen sich leere Innenräume mit abbröckelnden Mauern, die Schichten farbigen Putzes freilegen
- Das Panorama: von der natürlichen Terrasse des Ortes genießt man einen weiten Blick auf das Tibertal und die viterbesischen Hügel
Der Vergleich mit Civita di Bagnoregio
Celleno nach Civita zu besuchen, ist eine aufschlussreiche Erfahrung. Civita hat Eintritt, Souvenirläden, Warteschlangen an der Brücke, Restaurants und einen ununterbrochenen Besucherstrom. Celleno hat nichts davon: keine Kasse, keine Bar, keine Menge. Nur Stein, Stille und das Geräusch der eigenen Schritte. Es ist Undertourism in seiner reinsten Form.
Für wer die Authentizität des verlassenen Italiens sucht, bietet Celleno ein echteres und bewegenderes Erlebnis. Es ist nicht „besser" als Civita, es ist anders: es ist das Dorf, das wirklich stirbt, ohne Kameras, die sein Sterben dokumentieren.
Anreise und praktische Infos
Celleno liegt an der Straße, die Viterbo mit Orvieto verbindet, rund 20 km von der Provinzhauptstadt entfernt. Das alte Dorf ist mit dem Auto erreichbar: man parkt im neuen Zentrum und geht wenige hundert Meter zu Fuß weiter.
Besuchstipps
- Feste Schuhe tragen: das Gelände ist unregelmäßig und die Tuffstufen können rutschig sein
- Sich nicht in einsturzgefährdete Gebäude wagen: nur von außen betrachten
- Wasser und einen Snack mitnehmen: im Dorf gibt es keine Einkehrmöglichkeiten
- Der Besuch dauert rund 45 Minuten bis eine Stunde
In der Umgebung
Die Lage von Celleno erlaubt eine reichhaltige Route. Wenige Kilometer entfernt liegen Bagnoregio und das berühmte Civita, der Parco dei Mostri von Bomarzo, der Bolsenasee mit seinen sanften Stränden und Orvieto mit seinem spektakulären Dom. Zum Mittagessen servieren die Trattorien des Viterbesischen Acquacotta, Pasta mit Wildschweinsauce und im Holzofen gebackenes Hartweizenbrot.
Wann besuchen
Celleno ist ganzjährig zu besichtigen, doch die idealen Monate sind März, April, Mai, Oktober und November. Der Frühling färbt die Ruinen grün, der Herbst hüllt sie in goldenes Licht. Der Sommer kann sehr heiß werden und der Ort bietet keinen Schatten. Der Winter ist stimmungsvoll, aber die kurzen Tage begrenzen die Besuchszeit.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Celleno vecchia?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Oktober e November, quando è meno affollata.
Celleno vecchia è affollata?
Celleno vecchia è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Celleno vecchia?
Celleno vecchia si trova in Celleno, Latium.