Celleno Vecchia: das Dorf aus rotem Tuffstein, schwebend über den Calanchi der Tuscia
Ein verlassenes Dorf in der Provinz Viterbo, erbaut auf einem bröckelnden Tuffsteinfelsen: das zerbrechlichste Dorf-Skulptur Latiums.
Foto: Albarubescens (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Celleno Vecchia erhebt sich auf einem Block aus rotem Tuffstein, der wie eine Steininsel aus den Calanchi der Tuscia emporragt, auf 350 Metern Höhe zwischen zwei Bächen, die zum Tiber hinabfließen. Archäologische Funde belegen eine Siedlung bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. in etruskischer Zeit. Das Dorf wurde im 20. Jahrhundert nach und nach aufgegeben, aufgrund der Erosion des Tuffsteins, auf dem es errichtet ist: Die Häuser stürzten in die Leere, die Straßen brachen auseinander, der Boden gab unter den Füßen nach. Die endgültige Aufgabe erfolgte 1962, als eine Seite des Dorfes aus Sicherheitsgründen gesprengt wurde.
Heute ist Celleno Vecchia ein teilweise begehbares Geisterdorf, wenige Kilometer von Bagnoregio – dem berühmten Civita – entfernt, aber ohne die Menschenmassen und Eintrittsgelder. Man betritt es über die Brücke, die den Tuffsteinfelsen mit dem umliegenden Land verbindet, und findet sich in einem Dorf wieder, das im Nichts schwebt: Unten die tonigen Calanchi, ringsum die Leere, oben der Himmel. Der FAI (italienische Umweltstiftung) hat Celleno Vecchia 2018 in die geschützten Anwesen aufgenommen.
Die Häuser befinden sich in unterschiedlichem Erhaltungszustand: einige stehen noch mit Dach, andere sind auf Umfassungsmauern reduziert, wieder andere sind in die Leere gestürzt und haben nur die Fundamente hinterlassen. Die Kirche ist das größte Bauwerk, mit leerem Inneren und Licht, das durch die zerbrochenen Fenster einfällt. Das Kastell der Orsini – seit 1026 dokumentiert, später an die Kardinäle und die Apostolische Kammer übergegangen – beherrscht den oberen Teil des Dorfes mit seinem Maschio, dem quadratischen Wachturm, und mit Verteidigungsmauern von über zehn Metern Höhe.
Durch Celleno Vecchia zu gehen ist, als würde man auf einer Skulptur wandern: Der rote Tuffstein hat organische Formen, Kurven, Löcher, Vorsprünge. Die Häuser scheinen aus dem Fels gewachsen zu sein, statt auf ihm errichtet. Die Erosion arbeitet weiter am Felsen, und jedes Jahr verliert das Dorf ein Stück – eine Mauer, eine Schwelle, eine Ecke.
Der Vergleich mit Civita di Bagnoregio drängt sich auf: Beide erheben sich auf einem von Calanchi umgebenen Tuffsteinfelsen, beide sind nur zu Fuß erreichbar. Doch wo Civita zu einem Themenpark mit Eintritt und Menschenmengen geworden ist, ist Celleno eine authentische Ruine geblieben, ohne Infrastruktur und Anspruch. Celleno ist auch als «Stadt der Kirschen» bekannt: Mitte Juni findet ein Fest zu Ehren dieser lokalen Spezialität statt.
Der Besuch dauert eine Stunde, erreichbar von Viterbo (20 km). Kombinieren lässt es sich mit Civita di Bagnoregio (14 km entfernt), dem Bolsenasee und den Dörfern der Tuscia Viterbese. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst.
Praktische Reiseführer für Viterbo
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Celleno Vecchia?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Celleno Vecchia è affollata?
Celleno Vecchia è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Celleno Vecchia?
Celleno Vecchia si trova in Celleno, Tuscia, Latium, Italien.
Weitere Alternativen zu Civita di Bagnoregio
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Anfahrt
- ✈️ Nächster Flughafen: Aeroporto di Viterbo "Tommaso Fabbri" ~15 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.