Guimarães, wo Portugal geboren wurde und die Vergangenheit barfuß gegangen wird
Guimarães ist die Wiege der portugiesischen Nation, mit einem mittelalterlichen UNESCO-Zentrum und einer Atmosphäre, die tausendjährige Geschichte und alltägliches Leben mischt.
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Aqui nasceu Portugal
"Aqui nasceu Portugal" – Hier wurde Portugal geboren. Der Satz ist in die Mauern der Altstadt von Guimarães eingemeißelt, und es ist keine Rhetorik: In dieser Stadt im Minho rief Afonso Henriques 1128 die Unabhängigkeit der Grafschaft Portucalense vom Königreich León aus und legte damit den Grundstein der portugiesischen Nation. Die Altstadt, seit 2001 UNESCO-Welterbe, ist ein dichtes Gewebe aus mittelalterlichen Plätzen, gotischen Palästen, romanischen Kirchen und kopfsteingepflasterten Gassen, in denen Geschichte keine Ausstellung, sondern Alltag ist.
Guimarães liegt etwa 50 km von Porto entfernt und ist mit dem Zug in etwas mehr als einer Stunde erreichbar (häufige S-Bahn-Linie). Der Flughafen Porto ist der Bezugspunkt für internationale Flüge. Von Braga, der anderen großen Stadt des Minho, beträgt die Entfernung nur 22 km. Guimarães ist auch Ausgangspunkt oder Etappe des Portugiesischen Jakobswegs nach Santiago de Compostela.
Was man in Guimarães sehen sollte
Das Castelo de Guimarães
Die Burg aus dem 10. Jahrhundert ist der Ort, an dem der Überlieferung nach Afonso Henriques geboren wurde. Die sieben Türme und die zinnenbewehrten Mauern beherrschen die Stadt von der Höhe des heiligen Hügels, und der zentrale Turm bietet einen Blick, der rote Dächer, Glockentürme und die Hügel des Minho umfasst. Neben der Burg bewahrt die kleine Capela de São Miguel das romanische Taufbecken, in dem der Legende nach der erste König getauft wurde.
Der Paço dos Duques de Bragança
Am Fuße der Burg ist der Palast der Herzöge von Braganza ein imposantes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert mit steilen Dächern, die an burgundische Architektur erinnern. Heute ein Museum, beherbergt er eine Sammlung flämischer Wandteppiche, mittelalterlicher Waffen und historischer Möbel. Die Säle sind weiträumig und lichtdurchflutet, mit Kassettendecken und Fenstern, die die Landschaft wie Bilder rahmen.
Das Largo da Oliveira und die Praça de Santiago
Das Herz der Altstadt ist das Largo da Oliveira, ein mittelalterlicher Platz, dominiert von der Colegiada de Nossa Senhora da Oliveira und dem Padrão do Salado, einem gotischen Denkmal, das den christlichen Sieg in der Schlacht von Salado (1340) feiert. Zwei Schritte weiter ist die Praça de Santiago – wo die Tradition die Ankunft des Bildes der Jungfrau verortet, das vom Apostel Jakob gebracht wurde – heute das gute Wohnzimmer der Stadt, mit Cafés im Freien, Straßenmusikern und einer entspannten Atmosphäre.
Die Zona de Couros
Das ehemalige Gerberviertel, die Zona de Couros, ist ein gelungenes Beispiel industrieller Umwandlung. Die alten Gerbereien mit ihren Steinbecken und Wasserkanälen wurden in Kulturräume, Künstlerateliers und Designzentren umgewandelt, unter Wahrung der ursprünglichen Struktur. Es ist ein faszinierender Ort, an dem sich Industriearchäologie und zeitgenössische Kreativität verweben.
Was essen
- Rojões à minhota: marinierte und gebratene Schweinefleischwürfel mit Knoblauch und Kümmel, serviert mit Kastanien oder Tripas de sarrabulho. Ein Klassiker des Minho.
- Torta de Guimarães: traditioneller Süßspeise auf Basis von Kürbis, Eiern und Mandeln, in Blätterteig gewickelt und mit Puderzucker bestäubt.
- Toucinho do céu: "Speck des Himmels", eine klösterliche Süßspeise aus Mandeln und Eigelb mit dichter und feuchter Konsistenz.
- Vinho verde tinto: Im Minho trinkt man die rote Version des Vinho verde, tanninreicher und fruchtiger, perfekt zu Fleischgerichten.
Um im historischen Zentrum gut zu essen, bietet die Taberna Trovador am Largo da Oliveira kreative portugiesische Tapas, während das Restaurante Histórico in der Rua de Santa Maria ein Klassiker der traditionellen Minho-Küche ist.
Wann hinreisen
Die besten Monate sind von April bis Oktober. Die Festas Gualterianas (erstes August-Wochenende) sind die spektakulärsten Patronatsfeste im Norden Portugals, mit Prozessionen, Blumenschlachten, portugiesischem Stierkampf und Konzerten. Im Frühling ist das Klima mild und der Minho tiefgrün. 2012 war Guimarães Europäische Kulturhauptstadt, und seither ist das Kulturangebot mit Festivals, Ausstellungen und Aufführungen das ganze Jahr über reichhaltig geblieben.
Eine Stadt, die man lebt, nicht besucht
Guimarães hat weder die touristische Hektik Portos noch das Gedränge Lissabons. Es ist eine Stadt in menschlichem Maß, in der die Vimaranenser (so nennen sich die Einwohner) die Altstadt wie einen häuslichen Raum leben. Hier spielen Kinder auf den mittelalterlichen Plätzen, Großeltern plaudern auf Granitbänken, Handwerksläden leben mit unabhängigen Buchhandlungen zusammen. Es ist das authentische Portugal, das man nur entdeckt, indem man den Schritt verlangsamt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Guimarães?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, Juli, August, September e Oktober, quando è meno affollata.
Guimarães è affollata?
Guimarães è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Guimarães?
Guimarães si trova in Guimarães, Portugal.