Translagorai: die wilde Durchquerung der Lagorai-Kette
Im östlichen Trentino bietet die Lagorai-Kette eine mehrtägige Durchquerung über Porphyrgrate ohne bewirtschaftete Hütten und Bergbahnen. Die Anti-Dolomiten: keine Kabinenbahnen, keine Menschenmassen, nur Stille, Bergseen und Biwaks für alle, die das echte Gebirge suchen.
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Nur wenige Dutzend Kilometer von den berühmtesten Dolomiten entfernt, wo Seilbahnen Tausende Menschen vor die rosa Wände bringen, existiert ein Gebirge, das sich entschieden hat, wild zu bleiben. Die Lagorai-Kette im östlichen Trentino besteht aus dunklem Porphyr statt aus hellem Dolomit, und gerade diese geologische Andersartigkeit hat sie vor der intensiven touristischen Erschließung bewahrt. Keine großen Skigebiete auf den Hauptgraten, sehr wenige bewirtschaftete Hütten, lange Strecken ohne Wasser und dichte Beschilderung: Die Translagorai ist die Durchquerung, die all dies bewältigt – und eine der authentischsten Erfahrungen im gesamten östlichen Alpenraum.
Der Weg
Die Route verläuft entlang des Kammes der Kette und hält sich mehrere Tage lang in großer Höhe. Sie durchzieht das Herz des Lagorai zwischen dem Osttrentino und den Grenzen zum Valsugana sowie zu den Tälern Fiemme und Fassa. Der Weg berührt einige der Symbolorte der Gruppe: den Passo Manghen, einen bedeutenden Übergang, der die Kette durchschneidet und als logistischer Stützpunkt dient, die Bereiche der zahlreichen zwischen den porphyrischen Felsen eingebetteten Bergseen sowie die noch sichtbaren Spuren des Ersten Weltkriegs mit Schützengräben, Stellungen und Wegen, die vor einem Jahrhundert diese Grate durchzogen. Es ist ein ständiges Auf und Ab über Scharten und Pässe, mit Panoramablicken bis zu den Dolomiten von Fiemme und zum Massiv des Lagorai selbst.
Die entscheidende Eigenschaft dieser Durchquerung ist das fast vollständige Fehlen von Infrastruktur. Anders als in den Dolomiten, wo man abends eine Hütte mit Küche und Bettplätzen erreicht, stützt man sich hier weitgehend auf unbewirtschaftete Biwaks und wenige Almen, und in vielen Abschnitten muss man autark sein. Das ändert die Herangehensweise radikal: Erfahrung, Orientierungssinn, Ausrüstung zum Schlafen und für Schlechtwetter sowie eine ehrliche Einschätzung der eigenen Kräfte sind erforderlich. Genau diese natürliche Auslese hält das Lagorai still: Wer Komfort sucht, geht anderswohin, und auf den Graten bleiben jene Wanderer, die das kahle Gebirge gewohnt sind.
Anreise
Die wichtigsten Stützpunkte sind die Ortschaften des Valsugana und der Täler von Fiemme, erreichbar vom Trentiner Talboden aus. Der Passo Manghen ist ein bequemer Bezugspunkt, weil man ihn per Straße erreicht und die Durchquerung dort teilen, eine Rückkehr organisieren oder Nachschub holen kann. Sobald man einmal in der Höhe ist, bewegt man sich jedoch nur auf eigenen Beinen: Es gibt keine Bergbahnen, die die Etappen verkürzen, und die Verbindungen zwischen den Hängen sind lang. Wasserstellen und mögliche Abstiege ins Tal im Voraus zu planen, ist wesentlicher Teil der Reise.
Wann hingehen
Die geeignete Zeit ist der Hochsommer und der frühe Herbst, von Juli bis September, wenn die Pässe schneefrei sind und die Biwaks sicher erreichbar. Auch in diesen Monaten bleibt das Lagorai im Vergleich zu den benachbarten Dolomitengruppen wenig frequentiert: Das Fehlen komfortabler Hütten und Bergbahnen hält die großen Massen fern. Der September mit noch ausreichend langen Tagen und klarer Luft ist wohl der schönste Moment, doch muss man die ersten Temperaturstürze in der Höhe und die kürzer werdenden Tage im Blick behalten.
Spuren des Ersten Weltkriegs
Es gibt auch eine historische Dimension, die jeden Schritt begleitet. Während des Ersten Weltkriegs waren diese Grate Frontlinie, und noch heute stößt man auf in den Porphyr gehauene Schützengräben, Ruinen von Baracken und Wege, die zwischen den Latschen wieder auftauchen. Über den Kamm des Lagorai zu ziehen bedeutet, eine Landschaft zu durchqueren, die die Narben der Vergangenheit trägt – noch eindringlicher gemacht durch die Stille, die sie umgibt.
Ein praktischer und notwendiger Rat: nicht improvisieren. Dies ist eine Route für erfahrene Wanderer. Brechen Sie also mit geeignetem Kartenmaterial auf, prüfen Sie sorgfältig die Wetterprognosen, denn auf dem Kamm sind Gewitter gefährlich und es gibt keine schnellen Unterstände, und planen Sie stets Fluchtrouten ins Tal für den Notfall. Nehmen Sie einen Wasservorrat mit und wissen Sie, wo Sie ihn auffüllen können, denn entlang der porphyrischen Grate sind Quellen nicht überall zu finden. Mit dem gebotenen Respekt begegnet, schenkt das Lagorai etwas, das in den überlaufenen Dolomiten selten geworden ist: die absolute Stille des Gebirges.
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Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Translagorai?
Il periodo consigliato è Juli, August e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Translagorai?
Translagorai si trova in Lagorai-Kette, Osttrentino, Italien.