Gjirokastër: die Steinstadt, in der Albanien seine osmanischen Geheimnisse erzählt
Gjirokastër ist ein Labyrinth aus grauem Stein im Süden Albaniens: osmanische Wehrhäuser, eine gewaltige Festung und der authentischste Basar des Landes.
Foto: Pasztilla aka Attila Terbócs (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Eine Architektur, die aus dem Berg gemeißelt scheint
Gjirokastër erhebt sich aus dem Drino-Tal wie eine Skulptur aus grauem Stein. Seine Wehrhäuser - massive Bauten aus Kalksteinblöcken mit Schieferdächern, die an Drachenschuppen erinnern - sind ein architektonisches Unikat, das es nirgendwo sonst in Europa gibt. Jede bedeutende Familie besaß eines, gebaut um Belagerungen zu widerstehen, mit meterdicken Mauern, Schießscharten statt Fenstern und geheimen Räumen zum Verbergen der Schätze. Die UNESCO hat Gjirokastër 2005 in die Welterbeliste aufgenommen, doch die Stadt bleibt abseits der Massentourismusrouten.
Von Tirana kommt man in vier Stunden mit dem Auto (oder Bus) durch den Süden Albaniens. Von Saranda an der Küste sind es nur eine Stunde. Der nächste Flughafen ist Korfu, mit der Fähre von Saranda in dreißig Minuten erreichbar.
Die Festung, die alles beherrscht
Die Burg von Gjirokastër ist die zweitgrößte des Balkans. Erbaut im 12. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert von Ali Pascha von Tepelena erweitert, thront sie auf einem Felshügel über der Stadt und beherbergt in ihrem Inneren:
- Das Waffenmuseum: Sammlung von Waffen aus der osmanischen Epoche bis zum Zweiten Weltkrieg.
- Ein amerikanisches Militärflugzeug: eine im Hof ausgestellte Lockheed T-33, Relikt der kommunistischen Propaganda Hoxhas, der behauptete, ein amerikanisches Spionageflugzeug abgeschossen zu haben (die wahre Geschichte ist prosaischer: Notlandung wegen Defekt).
- Der Uhrturm: Panoramablick über das Drino-Tal und die Berge des Lunxhëri.
- Das Volkskundefestival: Alle fünf Jahre beherbergt die Burg das Nationale Folklorefestival (das nächste 2028), eine gigantische Veranstaltung mit Gruppen aus dem ganzen Land.
Die Wehrhäuser
Zwei Wehrhäuser sind für die Öffentlichkeit zugänglich und einen Besuch wert:
Das Skenduli-Haus aus dem 17. Jahrhundert ist das am besten restaurierte: sechs Stockwerke, geschnitzte Holzdecken, ein Innenbrunnen, ein privates Hamam und ein leidenschaftlicher Hausverwalter, der die Geschichte des Hauses erzählt, als wäre es seine eigene Familie. Das 1811 erbaute Zekate-Haus ist das größte und eindrucksvollste, mit zwei Zwillingstürmen und einer monumentalen Fassade, die von der ganzen Stadt aus sichtbar ist.
Der Basar und die Unterstadt
Der Alte Basar ist das kommerzielle Herz der osmanischen Stadt: eine kopfsteingepflasterte Straße, die bergauf führt und von Werkstätten gesäumt ist, die lokales Kunsthandwerk verkaufen - Kilim-Teppiche, Kupferarbeiten, Berghonig, Heilkräuter. Es ist kein Museumsbasar: Hier kaufen die Einheimischen noch immer ein, und der Schmied, der Schuhmacher und der Barbier arbeiten wie vor hundert Jahren.
In der Unterstadt zeugen die Basar-Moschee (1757) und der Hammam (heute Kulturzentrum) von der osmanischen Schichtung der Stadt. Das Geburtshaus von Enver Hoxha, dem kommunistischen Diktator, der Albanien vierzig Jahre lang regierte, ist heute ein volkskundliches Museum - ein ironisches Schicksal, das die Einheimischen mit bitterem Lächeln kommentieren.
Bei Tisch
Die Küche Gjirokastërs ist die raffinierteste Südalbaniens. Das Symbolgericht ist der Oshaf, ein einzigartiges Dessert aus getrockneten Feigen, in Schafsmilch gekocht - süß, cremig und anderswo nicht zu finden. Der Qifqi (frittierte Reisbällchen mit Kräutern und Eiern) ist eine weitere ausschließliche Spezialität der Stadt, als Vorspeise oder Beilage serviert. Ansonsten: Mish në hell (Grillfleisch auf Stein), Lakror (rustikale Blätterteigtorte mit Gemüse) und der Djathë i bardhë-Käse, ähnlich dem Feta.
Die Restaurants im Basar bieten Terrassen mit Blick auf das Tal. Eine vollständige Mahlzeit kostet zwischen sieben und zwölf Euro - Albanien bleibt das preiswerteste Reiseziel Europas.
Wann hinfahren
Von April bis Juni und September bis Oktober. Der Sommer ist im Drino-Tal glühend heiß. Der Frühling ist ideal: In den Bergen liegt oben noch Schnee, die Gärten blühen und das Licht auf dem grauen Stein ist perfekt. Gjirokastër lässt sich an einem Tag besichtigen, aber in einem der zu Gästehäusern umgebauten Wehrhäuser zu übernachten - mit den meterdicken Steinmauern, die im Sommer kühl und im Winter warm halten - ist ein Erlebnis, das die Reise wert ist.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Gjirokastër?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Gjirokastër è affollata?
Gjirokastër è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Gjirokastër?
Gjirokastër si trova in Gjirokastër, Albanien.