Baume-les-Messieurs, Clunys verborgene Wiege am Grund seines Felsenkessels
Ein Dorf mit wenigen hundert Einwohnern unter Kalksteinklippen, eine Abtei, die Cluny gründete, und ein Wasserfall, der nur nach Regen fließt.
Foto: Jean-Pol GRANDMONT (CC BY 3.0) — Wikimedia Commons
Man fährt hinab nach Baume-les-Messieurs, fast ohne es kommen zu sehen: Die Straße schlängelt sich über das Jura-Plateau, flach und unspektakulär, und stürzt dann plötzlich ins Leere. Unten, umringt von Kalksteinfelsen mit einer Höhe von etwa hundert Metern, scheint ein Dorf aus goldgelbem Stein wie aus Versehen dort abgesetzt worden zu sein, am Grund eines natürlichen Felsenkessels, den die Einheimischen "reculée" nennen. Die Stille, die dort herrscht, nur unterbrochen vom Rauschen des Wassers, ist keine Inszenierung: Sie ist die unmittelbare Folge seiner Lage, die vom Plateau aus kaum zu erkennen ist und das Dorf lange von den großen Touristenströmen ferngehalten hat.
Der Ort verdankt seine Existenz einer Abtei, die ganz am Ende des 9. Jahrhunderts gegründet wurde, als der König der Provence das Gelände einem aus Burgund stammenden Mönch schenkte. Die Einrichtung wuchs rasch und wurde zu einem der aktivsten Zentren der klösterlichen Reformbewegung ihrer Zeit: Der Überlieferung nach waren es Mönche aus Baume, die zusammen mit denen der benachbarten Abtei Gigny Anfang des 10. Jahrhunderts die berühmte Abtei von Cluny gründeten. Baume unterstanden im Mittelalter bis zu hundert Priorate, bevor die Abtei an Bedeutung verlor und im 18. Jahrhundert säkularisiert wurde: Aus den Mönchen wurden damals einfache Kanoniker, "messieurs" (Herren), die dem Dorf seinen heutigen Namen gaben. Von dieser Geschichte sind eine schlichte Abteikirche und ein vergoldeter Holzaltar flämischen Ursprungs geblieben, der in dieser ländlichen Umgebung eher unerwartet wirkt.
Der Rest des Ortes ist eher eine Sache der Geologie als der Architektur. Die reculée gliedert sich in mehrere Seitentäler, darunter das des Dard, wo ein Wasserfall stufenförmig über Ablagerungen von Kalktuff fällt. Er fließt wirklich nur nach Regen: Das Wasser, das unterirdisch verläuft, braucht mehrere Stunden, um wieder an die Oberfläche zu treten – man kann also durchaus an einem strahlend sonnigen Tag ankommen und nur ein Rinnsal vorfinden. Nicht weit entfernt öffnet sich eine Höhle mit einem Eingang, der so breit ist wie das Kirchenschiff einer Kirche, und einem Netz von Sälen, das sich unter dem Fels bis zu einem kleinen unterirdischen See erstreckt.
Anfahrt
Die Referenzstadt ist Lons-le-Saunier, die Präfektur des Jura, die mit einer regionalen Bahnlinie erreichbar ist. Baume-les-Messieurs hat keinen eigenen Bahnhof: Von Lons-le-Saunier aus muss man mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln auf einer kleinen Landstraße weiterfahren, die ansteigt und dann wieder in den Felsenkessel hinabführt. Der Verkehr im Dorf ist als Einbahnstraße organisiert, mit mehreren kostenlosen Parkplätzen am Ortseingang; es empfiehlt sich, dort zu parken und zu Fuß weiterzugehen, anstatt zu versuchen, mit dem Auto näher an die belebtesten Orte wie die Abtei oder den Fuß des Wasserfalls heranzukommen.
Wann man reisen sollte
Der Sommer bringt üppige Vegetation und nach einem Gewitter einen spektakulären Wasserfall – aber auch den Großteil des Andrangs, denn das Dorf zählt zu den schönsten Frankreichs und zieht jedes Jahr mehrere zehntausend Besucher auf sehr begrenztem Raum an. Frühling und früher Herbst bieten den besseren Kompromiss: weniger Menschen, noch üppiges Grün und ausreichend häufigen Regen, um den Wasserfall zu speisen. Der Winter wiederum verändert den Ort völlig: Der Morgennebel, der sich am Grund des Kessels hält, verleiht ihm ein fast unwirkliches Aussehen – vorausgesetzt, man akzeptiert einen stilleren Ort mit weniger geöffneten Einrichtungen.
Was man essen sollte
Hier befindet man sich mitten im Weinbaugebiet und Terroir des Jura: Die lokalen Weine, darunter die berühmten im Fass gereiften Vins Jaunes, passen ganz natürlich zu den Käsesorten der Region, allen voran Comté. Das Dorf verfügt über einige einfache Adressen, ein Café und ein Restaurant, um nach dem Fußweg zum Wasserfall oder dem Besuch der Höhle wieder zu Kräften zu kommen – ohne besonderen Anspruch, aber mit Produkten, die sichtlich vom benachbarten Bauernhof stammen und nicht aus einer langen Lieferkette.
Praktische Informationen
Quando andare a Baume-les-Messieurs?
I mesi migliori sono April, Mai, Juni, September e Oktober, quando c'è meno gente.
C'è molta gente a Baume-les-Messieurs?
Baume-les-Messieurs risulta sehr ruhig se confrontata con le mete più turistiche.
In che zona si trova Baume-les-Messieurs?
Baume-les-Messieurs è situata in Jura.