Alta Via dei Parchi: die Pietra di Bismantova
Im Reggianer Apennin ist die Pietra di Bismantova ein einsamer Monolith, umgeben von Wäldern und Erosionsschluchten. Obwohl von Dante erwähnt, bleibt sie ein abseitiges Ziel: Man erreicht sie über die Dörfer des emilianischen Hinterlandes, fernab der Touristenströme der Küste und der Kunststädte.
Foto: Paolo Picciati (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Die Pietra di Bismantova ist einer jener Berge, die deplatziert wirken: ein Felsblock mit senkrechten Flanken, der sich unversehens aus den Wäldern des Reggianer Apennins erhebt und oben eine grasbewachsene Hochfläche trägt. Dante nannte sie im Purgatorio als Sinnbild eines steilen Aufstiegs, dennoch bleibt sie bis heute abseitig. Wir befinden uns im emilianischen Hinterland, fern der überfüllten Ziele entlang der Via Emilia und der adriatischen Küste, in einem Winkel, den viele Reisende durchqueren, ohne anzuhalten.
Der Aufstieg
Natürlicher Ausgangspunkt ist der Vorplatz am Fuß des Felsens, oberhalb des Ortes Castelnovo ne' Monti, wo eine kleine Einsiedelei und ein Wallfahrtsort stehen. Von hier startet der Pfad, der um das Massiv herumführt, sowie jener, der durch eine Öffnung im Fels auf die Gipfelfläche leitet. Der eigentliche Aufstieg ist kurz, aber steil, und einmal oben angekommen, findet man sich auf einer großen hängenden Wiese wieder, von der der Blick über den Apennin bis in die Ebene reicht. Die vollständige Runde um den Sockel erlaubt es, die Wände von allen Seiten zu betrachten, die auch bei Kletterern sehr beliebt sind.
Der Felsen ist auch eine Etappe der Alta Via dei Parchi, des langen Höhenwanderweges, der die Parks des tosco-emilianischen Apennins und des romagnolischen Apennins verbindet. Wer über den bloßen Aufstieg hinausgehen will, kann ihn in eine ausgedehntere Route einbinden, die durch Buchenwälder, Weiden und die charakteristischen Calanchi führt – graue Tone, von der Erosion geformt, die die umliegende Landschaft prägen. Auf diesen Abschnitten begegnet man Steindörfern, alten Maultierpfaden und nur ganz wenigen anderen Wanderern.
Anreise
Es empfiehlt sich, Castelnovo ne' Monti anzusteuern, gut angebunden an Reggio Emilia über Bergstraßen und lokale Verkehrsmittel. Das Auto bleibt das bequemste Mittel, um den Ausgangsparkplatz zu erreichen, aber der Ort bietet auch eine gute Basis mit Diensten für alle, die sich mehrtägig zu Fuß bewegen möchten. Der Aufstieg zum Gipfel ist für alle machbar, die zu Fuß unterwegs sein können, mit geringem Höhenunterschied und kurzer Gehzeit; die Runde um den Sockel ist noch entspannter. Anders sieht es bei den Etappen der Alta Via aus: Sie erfordern Kondition, gutes Schuhwerk und die Fähigkeit, Wegzeichen zu lesen, denn es handelt sich um lange Höhenwanderungen mit ständigem Auf und Ab.
Wann besuchen
Die beste Zeit reicht vom Spätfrühling bis in den Herbst. Im Mai und Juni sind die Wälder tiefgrün und die Wiesen voller Blumen, während der Oktober das Herbstlaub der Buchen und eine klare Luft bringt, ideal für Panoramen. Nicht zufällig zeigen Licht und Farben in diesen Monaten ihre schönste Seite. Der Hochsommer kann heiß sein und an den Wochenenden zieht die Pietra Familien und lokale Gruppen an: Mit der Nebensaison und Werktagen findet man leicht die Einsamkeit wieder. Dieser Winkel des Apennins entzieht sich der Menge vor allem, weil er fernab der beliebten Reiserouten liegt und weil sein Ruhm eher mit Kultur und Klettern verbunden bleibt als mit dem Massentourismus.
Ein praktischer Tipp: Verbinden Sie den Aufstieg mit einer Runde durch die Dörfer und Calanchi der Gegend und tragen Sie ausreichend Wasser mit sich, denn entlang der Höhenwege sind Quellen nicht garantiert. Brechen Sie früh am Morgen auf, vor allem, wenn Sie die Gipfelfläche in Ruhe genießen wollen, und behalten Sie das Wetter im Auge: Fels und ausgesetzte Passagen werden bei Regen rutschig. Einmal oben angekommen, gönnen Sie sich Zeit, sich auf die Wiese zu setzen und den Blick in die Weite des Apennins schweifen zu lassen, fern vom Lärm.
Es lohnt sich, auch dem Umfeld der Pietra Aufmerksamkeit zu schenken, nicht nur dem Aufstieg. Die Dörfer des Reggianer Apennins bewahren ein Erbe aus Maultierpfaden, alten Pfarrkirchen und gastronomischen Traditionen, verbunden mit Kastanien und Höhenweiden. Zwischen ihnen zu wandern hilft zu verstehen, warum dieses Gebiet authentisch geblieben ist. Wenn man die Route um einige Stunden verlängert, erreicht man Aussichtspunkte auf die Calanchi, wo die vom Wasser modellierten grauen Tone eine fast lunare Landschaft nur wenige Schritte von den grünen Wäldern entfernt schaffen. Es ist dieses Ineinandergreifen unterschiedlicher Umgebungen auf engem Raum, das die Gegend für Entdecker so überraschend macht. Nehmen Sie sich Zeit, sie in Ruhe zu erkunden, denn hier schenkt gerade die Langsamkeit die schönsten Bilder.
Praktische Reiseführer
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Alta Via dei Parchi?
Il periodo consigliato è Mai, Juni e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Alta Via dei Parchi?
Alta Via dei Parchi si trova in Reggianer Apennin, Reggio Emilia.