Garfagnana, Toskana, Italien

Garfagnana und Orecchiella: Rundtour zwischen Apennin und innerer Apuaner Alpen

Ein raues, wenig begangenes Tal zwischen den Apuanischen Alpen und dem Apennin von Lucca, geprägt von Wäldern, Almen und estensischen Festungen. Die Garfagnana mit dem Orecchiella-Park ist eine authentische Bergtoskana, vom Massentourismus ignoriert.

Foto di Garfagnana, Toskana, Italien — Garfagnana und Orecchiella: Rundtour zwischen Apennin und innerer Apuaner Alpen

Foto: Orangevale (CC0) — Wikimedia Commons

Wer das Serchio-Tal nördlich von Lucca hinauffährt, betritt eine Welt, die wenig mit der Toskana der Postkarten zu tun hat. Die Garfagnana ist ein enges und tiefes Tal, im Westen abgeschlossen durch die schroffen Wände der Apuanischen Alpen und im Osten durch die bewaldeten Kämme des Apennins. Es ist echtes Bergland, mit Kastanienhainen, Almen, Wildbächen und alten Festungen, und wird von wenigen Reisenden durchquert, weil es abseits der klassischen Routen liegt. Gerade diese Randlage macht es zu einem der authentischsten und ruhigsten Gebiete der Region.

Castelnuovo und die Orecchiella

Der Bezugspunkt des Tals ist Castelnuovo di Garfagnana, kleine historische Hauptstadt, dominiert von der Rocca Ariostesca, benannt nach dem Dichter Ludovico Ariosto, der hier als Gouverneur im Auftrag der Este von Ferrara residierte, die dieses Gebiet lange kontrollierten. Von hier aus erreicht man die verstreuten Dörfer an den Hängen und die schönsten Naturziele. Zum Apennin hin steigt man in den Orecchiella-Park hinauf, ein Schutzgebiet aus Wiesen, Wäldern und Gipfeln mit Besucherzentrum, Wildgehegen und dem Botanischen Garten, ideale Basis für Wanderungen durch Wälder und weite Hochweiden.

Die Rundtour des Tals

Die ideale Rundtour der Gegend verbindet die beiden Gesichter des Tals. Auf der Apenninseite gibt es neben der Orecchiella die Felswände der Pania di Corfino und die Orte San Romano und Villa Collemandina; auf der Seite der inneren Apuaner Alpen öffnen sich spektakuläre Szenerien wie die Grotta del Vento, eine tiefe Karsthöhle, die mit Führung besichtigt werden kann, und die Festung Verrucole oberhalb von San Romano, ein estensischer Verteidigungskomplex, restauriert und nun wieder Zeuge der Militärgeschichte des Tals. Weiter talabwärts verdient die Ponte della Maddalena einen Halt, die berühmte mittelalterliche Bogenbrücke, genannt Ponte del Diavolo, bei Borgo a Mozzano, natürliche Eingangsschwelle zum mittleren Serchio-Tal. Zwischen einem Ziel und dem nächsten wechseln sich jahrhundertealte Kastanienhaine, Mühlen, romanische Pieven und Steindörfer ab, die sich an die Hänge klammern.

Wie man hinkommt

Um sich in der Garfagnana zu bewegen, ist das Auto angesichts der Streuung der Orte und der Topografie die bequemste Lösung. Es gibt allerdings die Bahnstrecke Lucca-Aulla, die das Serchio-Tal hinaufführt und in Castelnuovo di Garfagnana und weiteren Orten hält, nützlich, um das Gebiet ohne Auto zu erreichen und sich dann auf Wanderungen zu stützen. Die Straßen zur Orecchiella und zu den Pässen sind panoramisch, aber kurvig, und können in einigen Höhenabschnitten in den Wintermonaten gesperrt oder schwierig sein. Vor Ort bewegt man sich mit dem Auto zwischen den Sehenswürdigkeiten und wandert auf den zahlreichen ausgeschilderten CAI-Wegen, wobei man Rundtouren nach eigener Kondition wählt.

Wann fahren

Die beste Zeit reicht vom Frühsommer bis in den Herbst. Juni und Juli bieten frische Wälder und blühende Wiesen auf den Almen, eine Zuflucht vor der Hitze der Ebene, während der September die ersten Farben und klare Luft bringt, dazu die Saison, die die Kastanienernte vorbereitet, das echte gastronomische Symbol des Tals neben dem Dinkel. In diesen Monaten sind die bekannteren toskanischen Ziele überlaufen, während man hier zwischen Apennin und inneren Apuanern vor allem einheimischen Wanderern begegnet und oft in Einsamkeit unterwegs ist. Der Winter ist rau und schneereich in der Höhe, stimmungsvoll, aber eher für jene geeignet, die die kalten Berge suchen und sich entsprechend ausrüsten können, denn viele Straßen und Wege im Hochtal werden anspruchsvoll.

Ein praktischer Rat: Nimm dir mehrere Tage Zeit und nutze Castelnuovo oder einen Ort im Tal als Basis, denn die Entfernungen auf Bergstraßen brauchen Zeit und Hetze würde den Sinn der Reise zerstören. Bring Wanderschuhe mit, warme Schichten auch im Sommer für Höhenwanderungen und Bargeld, denn in den kleineren Orten kann nicht immer mit Karte bezahlt werden. Und lass dich von der Bergküche in den Osterien und Agriturismi verführen: Dinkel, Kastanien, Pilze und Käse erzählen die Garfagnana besser als jeder Reiseführer.

Praktische Reiseführer für Como

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Garfagnana und Orecchiella?

Il periodo consigliato è Juni, Juli e September, quando è meno affollata.

Dove si trova Garfagnana und Orecchiella?

Garfagnana und Orecchiella si trova in Garfagnana, Toskana, Italien.

Adatto a: Giugno Luglio Settembre

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