Maiella, Abruzzen

Der Sentiero della Libertà von Sulmona nach Casoli

Ein historisches Trekking im Herzen der abruzzischen Maiella auf dem Fluchtweg der alliierten Kriegsgefangenen von 1943. Außerhalb des Gedenkmarschs Ende April durchquert man ihn fast in Einsamkeit, durch Buchenwälder, Schluchten und absolute Stille.

Foto di Maiella, Abruzzen — Der Sentiero della Libertà von Sulmona nach Casoli

Foto: Lorenzo Testa (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

In den Abruzzen gibt es einen Weg, den fast niemand allein geht und der doch eine Geschichte in sich trägt, die einen nicht mehr loslässt. Der Sentiero della Libertà folgt der Fluchtroute, die nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943 Dutzende aus dem Lager von Fonte d'Amore bei Sulmona entflohene alliierte Kriegsgefangene nahmen, um die Frontlinien jenseits der Maiella zu erreichen, unterstützt von den Bauern und Hirten der Umgebung. Heute geht die überwältigende Mehrheit derer, die ihn kennen, nur während des Gedenkmarschs Ende April, wenn sich die Saumpfade für wenige Tage füllen. Den Rest des Jahres kehrt der Weg zu dem zurück, was er einst war: eine dünne Linie in einem wilden Gebirge.

Von Sulmona

Der Ausgangspunkt ist Sulmona, die Stadt Ovids, mit ihrer Piazza Garibaldi und dem mittelalterlichen Aquädukt. Von hier nähert man sich der Zone Fonte d'Amore, wo einst das Konzentrationslager Nummer 78 stand, heute ein Ort der Erinnerung. Von dort steigt der Weg zum Pass hinauf, der auf die östliche Seite der Maiella führt. Man wandert nach Campo di Giove hinauf, vorbei an den Dörfern Pacentro und Cansano, dringt in die Wälder und Lichtungen ein, die auf das Tal blicken, bis zu diesem kleinen Bergdorf am Fuß der höchsten Kämme des Massivs.

Ab Campo di Giove führt der Weg weiter auf jene Seite, die langsam zum Fluss Aventino und in die Zone von Taranta Peligna und Lama dei Peligni hinabsteigt, Dörfern mit Blick auf die östliche Maiella. Die Überquerung berührt Orte, an denen sich der Kalkstein zu tiefen Schluchten öffnet, Felseinsiedeleien und Höhlen, die einst Zuflucht für Hirten und Flüchtige waren. Die Ankunft ist in Casoli, einem Dorf, das von seinem Kastell beherrscht wird und auf den gleichnamigen See blickt, letzte Etappe vor dem, was im Krieg die Freiheit bedeutete.

Die Route

Die Route ist kein Spaziergang: Sie erstreckt sich über mehrere Tage und ist für erfahrene Wanderer gedacht, mit echten Bergabschnitten, deutlichen Höhenunterschieden und langen Etappen. Man geht sie am besten in mehreren Tagen an und stützt sich auf die Dörfer entlang der Strecke, wo es kleine Unterkünfte, Agriturismi und familiengeführte Bed and Breakfast gibt. Erwarte keine großen Dienstleistungen: Dies ist eines der authentischsten und wenig touristischen Gebiete des Apennins, und das gehört zum Reiz.

Um zum Ausgangspunkt zu gelangen, ist Sulmona mit dem Zug auf der Strecke Rom–Pescara erreichbar und außerdem Knotenpunkt Richtung L'Aquila. Casoli hingegen liegt am Ende abgeschiedener und ist am besten mit dem Auto oder den lokalen Verkehrsmitteln des Sangro-Aventino-Gebiets zu erreichen. Deshalb organisieren viele einen Transfer oder lassen ein Auto am Ziel stehen. Innerhalb des Nationalparks Maiella empfiehlt es sich, in den Besucherzentren nach den Bedingungen der Wege zu fragen, denn die Markierungen sind vorhanden, aber in manchen Abschnitten anspruchsvoll, und gerade außerhalb der Saison ist eine gute Wanderkarte nützlich.

Wann hingehen

Die besten Monate sind Juni, Juli und September. Im Hochsommer bleiben die höheren Lagen frisch und Nachmittagsgewitter sind einzukalkulieren, aber gerade außerhalb des Marschs Ende April entfaltet der Weg seine intimste Dimension: keine Warteschlange, keine organisierte Gruppe, nur das Rauschen des Windes in den Buchenwäldern. Der September mit seinen noch langen Tagen und den beginnenden Farbwechseln ist vielleicht der schönste Moment, wenn sich die wenigen Wanderer an einer Hand abzählen lassen.

Praktische Tipps

Ein praktischer Rat: Nimm ausreichend Wasser mit und studiere vorher die Nachschubpunkte, denn zwischen einer Quelle und der nächsten können mehrere Stunden auf exponiertem Gelände liegen. Und wenn du kannst, halte an, um mit den Alten der Dörfer zu sprechen: Viele erinnern sich noch an die Erzählungen ihrer Großeltern von jenen durchziehenden Gefangenen, und diese Geschichten vor Ort zu hören, gibt dem Weg einen Sinn, den kein Reiseführer wiedergeben kann.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Der Sentiero della Libertà von Sulmona nach Casoli?

Il periodo consigliato è Juni, Juli e September, quando è meno affollata.

Dove si trova Der Sentiero della Libertà von Sulmona nach Casoli?

Der Sentiero della Libertà von Sulmona nach Casoli si trova in Maiella, Abruzzen.

Adatto a: Giugno Luglio Settembre

Hai qualcosa da aggiungere?

Questo articolo lo scriviamo perché ci crediamo, ma non siamo dappertutto. Se hai visto un errore, se conosci un luogo che ci manca, o se ti va di scriverne uno tu — dicci.

Data sbagliata? Nome scritto male? Un luogo che non esiste? Scrivilo qui — anche una frase basta.

In der Nähe

Weitere Reiseziele

Meno conosciute, dal nostro blog

Una selezione casuale dalle nostre guide meno linkate: quattro mete che non c'entrano con questa pagina, giusto per esplorare.

← Alle Reiseführer

⚖ Confronta (0)