Rundtour durch die Valli di Comacchio und die Bassa Ferrarese
Im Podelta bei Ferrara winden sich die Deiche zwischen Brackwasser-Lagunen und alten Salinen, wo Tausende von Flamingos auf ihren Zugrouten rasten. Eine Vogelbeobachtung mit dem Fahrrad in den Jahreszeiten, in denen die Ebene menschenleer und still ist.
Foto: Threecharlie (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Es gibt einen Winkel Italiens, in dem sich Land und Wasser vermischen und der Horizont eine flache Linie ist, nur unterbrochen vom Flug der Voegel. Es ist das Podelta bei Ferrara, und insbesondere die Valli di Comacchio, riesige Brackwasserflaechen, in denen einst Aale gefischt wurden und heute Flamingos gesucht werden. Obwohl sie Teil eines Naturparks und UNESCO-Erbe sind, bleiben diese Lagunen ein Ort fuer wenige: Der Massentourismus haelt an den ueberfuellten Straenden wenige Kilometer entfernt, und man muss dem Meer nur den Ruecken zukehren, um sich allein zwischen Deichen und Schilf wiederzufinden.
Comacchio und die Salinen
Die Route ist eine Rundstrecke, die die Deiche der Lagunen und die ruhigen Strassen der Bassa Ferrarese verknuepft. Das Herz ist Comacchio, das kleine Venedig aus Kanaelen, Bruecken und bunten Haeusern, mit der beruehmten Trepponti, der monumentalen Loggia mit mehreren Boegen und Treppen, die zum Symbol der Stadt geworden ist. Von hier erreicht man die Aussichtspunkte ueber den Lagunen und tritt in die Landschaft der alten Salinen ein. Die Saline von Comacchio ist einer der magischsten Orte: flache Becken, in denen das extrem salzhaltige Wasser rosa Flamingos anzieht, die man hier zu Hunderten sieht, manchmal zu Tausenden. Nicht weit entfernt strampelt man Richtung Parkstationen und Casoni di Valle, alte Huetten der Lagunenfischer, sowie Richtung wildem Strand und den Pinienwaeldern, die die Lagunen von der Adria trennen.
Die Etappen bestehen aus Beobachtungsstationen, panoramischen Deichen und kleinen Trockenlegungsorten. Man folgt dem Faden des Wassers zwischen Lagunen und Kanaelen, kreuzt Reiher, Saebelschnaebler, Stelzenlaeufer und die unzaehligen Arten, die dieses Gebiet zu einer der europaeischen Hauptstaedte des Birdwatchings machen. Die Bassa Ferrarese fuegt ihre landwirtschaftliche Landschaft hinzu, mit trockengelegten Feldern, Schoepfwerken und langen Geraden zwischen Pappeln, eine Trockenlegungsebene, die Jahrhunderte des menschlichen Kampfes gegen das Wasser erzaehlt.
Im Sattel
Radtechnisch ein Paradies fuer alle, die die einfache und lange Fahrt lieben. Der Hoehenunterschied ist gleich null, weil wir uns auf Meereshoehe befinden, manchmal darunter: Alles verlaeuft auf Deichen und flachen Strassen. Der Untergrund wechselt zwischen fast autofreien Nebenasphaltstrassen und gut verdichteten Schotter- und Deichabschnitten, die mit einem Trekking- oder Gravelbike problemlos befahrbar sind. Der koerperliche Aufwand ist minimal, doch die wahre Muehe kann vom Wind kommen, der in dieser offenen Ebene oft und ohne Hindernisse weht: Plant die Runde unter Beruecksichtigung der Windrichtung, denn Gegenwind auf dem Hinweg und Rueckenwind auf dem Rueckweg macht einen grossen Unterschied.
Wann hinfahren
Die beste Zeit ist breit, aber gezielt: vom Herzen des Fruehlings bis in den Spaetherbst, also grob von Maerz bis Oktober, unter Vermeidung der Hauptbadesaison. Die Zugzeiten im Fruehling und Herbst sind die spektakulaersten fuers Birdwatching, wenn sich die Lagunen mit Voegeln beleben und das tiefe Licht die Farben zum Leuchten bringt. Gerade in diesen Monaten sind die nahen Kuestenorte halb leer und die Deiche menschenleer: Man radelt in totaler Stille, unterbrochen nur von den Rufen der Voegel. Der Sommer bringt neben der Menge an der Kueste feuchte Hitze und Muecken, zwei gute Gruende, um die Zwischensaisons vorzuziehen.
Ein praktischer Rat
Ein praktischer Rat: Bringt ein Fernglas und, falls vorhanden, ein kleines Teleobjektiv mit. Hier geht es nicht nur ums Kilometerfressen, sondern ums Anhalten, Beobachten, Warten, bis ein Schwarm auffliegt. Es lohnt sich, sich ueber die Oeffnungszeiten der Besucherzentren und die Bootsausfluege durch die Lagunen zu informieren, die es erlauben, sich dorthin vorzuwagen, wo das Fahrrad nicht hinkommt. Und goennt euch einen gastronomischen Halt in Comacchio: Der marinierte Aal ist das Identitaetsgericht dieser Lagunen, und ihn hier vor den Kanaelen zu kosten, ist ein Stueck Geschichte und Genuss zugleich.
Praktische Guides
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Rundtour durch die Valli di Comacchio und die Bassa Ferrarese?
Il periodo consigliato è März e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Rundtour durch die Valli di Comacchio und die Bassa Ferrarese?
Rundtour durch die Valli di Comacchio und die Bassa Ferrarese si trova in Podelta bei Ferrara, Emilia-Romagna.