Slovenský raj: Schluchten und Wasserfälle des Slowakischen Paradieses
In der Ostslowakei, fern der überlaufenen Hohen Tatra, verbirgt das Slowakische Paradies von Wildbächen ausgegrabene Canyons, in denen man neben den Wasserfällen über Leitern und Stege aufsteigt. Ein im internationalen Tourismus wenig bekannter Nationalpark, ideal für alle, die Natur und Stille suchen.
Foto: autore sconosciuto (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Wenn man von den slowakischen Bergen spricht, denkt jeder an die Hohe Tatra, die scharfen Gipfel, die halb Europas Wanderer anziehen. Wenige wissen, dass sich etwas weiter südlich, in Richtung der Stadt Spišská Nová Ves, ein Kalkhochplateau öffnet, in das die Wildbäche extrem enge Schluchten geschnitten haben: das Slovenský raj, das Slowakische Paradies. Hier wandert man nicht auf panoramischen Graten, sondern im Felsen selbst, klettert die Schluchten hinauf, in denen das Wasser unablässig rauscht und Metallleitern, hölzerne Brücken und kurze gesicherte Abschnitte es ermöglichen, Wasserfälle und Absätze zu überwinden, die sonst unpassierbar wären.
Die Einbahnregel
Das Besondere, das diesen Ort von allem unterscheidet, ist die Einbahnregel. Die Hauptschluchten dürfen nur bergauf begangen werden: Ist man einmal in den Canyon eingetreten, steigt man von Wasserfall zu Wasserfall bis an den Rand des Hochplateaus und folgt für den Rückweg einem trockenen Pfad im Wald über den Schluchten. Das vermeidet gefährliche Begegnungen auf nassen Leitern und verleiht der Wanderung einen ruhigen, geordneten Rhythmus, weit entfernt vom Gedränge.
Die Schluchten
Die berühmteste Route ist die Schlucht Suchá Belá, die man unweit des Dorfes Podlesok betritt. Man steigt zwischen nahen Wänden hinauf, in einer Folge von Leitern und Stegen entlang der Wasserfälle, bis man auf dem bewaldeten Hochplateau ankommt. Andere Schluchten verdienen dasselbe: die Kysel, die Piecky und die wilde Veľký Sokol, länger und anspruchsvoller. Auf der gegenüberliegenden Seite des Parks, nahe dem Dorf Dedinky und dem Stausee Palcmanská Maša, erreicht man die Eishöhle von Dobšiná, eine Höhle mit gefrorenen Formationen, die im Sommer besucht werden kann. Ein weiterer nicht zu versäumender Punkt ist der Aussichtspunkt Tomášovský výhľad, eine Felsterrasse über dem Tal des Flusses Hornád, von der aus man einen weiten Blick genießt, ohne in eine Schlucht hineingehen zu müssen.
Anreise
Am besten macht man sich in Spišská Nová Ves als Basis nieder, gut per Zug erreichbar, oder direkt in Podlesok oder Čingov, den beiden bequemsten Eingängen auf der Nordseite. Von dort geht es zu Fuß los. Die gesicherten Schluchten erfordern weder alpinistische Erfahrung noch technische Ausrüstung, wohl aber trainierte Beine, Schuhe mit gutem Halt und keine Höhenangst auf den senkrechten Leitern über dem Wasser. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel: Es handelt sich um durchgehende, anstrengende Aufstiege, die aber für einen ans Wandern gewöhnten Menschen machbar sind, mit begrenzten, aber konstanten Höhenunterschieden. Man kann mehrere Schluchten an einem Tag aneinanderreihen oder eine kurze Halbtages-Rundtour wählen.
Reisezeit
Die beste Zeit reicht vom Spätfrühling bis zum Herbstanfang. Zwischen Mai und Juni sind die Wasserfälle wasserreicher und die Wälder leuchtend grün; der September schenkt klare Tage, angenehme Temperaturen und die ersten Herbstfarben. Im Hochsommer wird der Park stärker von einheimischen Urlaubern besucht, vor allem an Wochenenden, wer also Ruhe sucht, sollte auf Wochentage setzen und früh am Morgen aufbrechen. Es sei daran erinnert, dass einige Schluchten im Winter und in Zeiten hohen Wasserstands geschlossen sind, wenn die Leitern gefährlich werden: Es lohnt sich, vor Ort zu prüfen, welche Wege geöffnet sind.
Es lohnt sich, einige Tage einzuplanen, um beide Seiten des Parks zu erkunden. Die Nordseite rund um Podlesok und Čingov konzentriert die bekanntesten Schluchten und die einfachsten Zugangswege; die Südseite in Richtung Dedinky ist abgelegener und schenkt Panoramawanderungen über das Plateau und entlang des Sees. Wer von einer Seite zur anderen wechselt, entdeckt, wie abwechslungsreich dieser kleine Park ist: feuchte, schattige Schluchten wechseln mit sonnenbeschienenen, hellen Wiesen, Buchenwälder mit Kalkfelswänden.
Ein praktischer Tipp: In den Schluchten spritzt das Wasser überall, und die Füße landen in den engsten Abschnitten oft im Wasser. Rechne damit, dass die Schuhe nass werden, und nimm ein Paar trockene Socken zum Wechseln mit, das du auf dem Plateau anziehen kannst. Die Kälte des Wassers überrascht auch an warmen Tagen. Und da viele Wege Einbahnstraßen sind, studiere die Karte vor dem Aufbruch gut, um nicht auf einer überfüllten Leiter gegen den Strom zurückkehren zu müssen.
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Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Slovenský raj?
Il periodo consigliato è Mai, Juni e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Slovenský raj?
Slovenský raj si trova in Ostslowakei, Slowakei.