Der Nationalpark Retezat und seine Gletscherseen
In den Südkarpaten Rumäniens beherbergt der Retezat Dutzende in Granit gebettete Alpenseen und ist Biosphärenreservat. Umständliche Zugänge und wenig Werbung halten ihn im Schatten des berühmteren Făgăraș: ein Höhenparadies für alle, die Stille und unberührte Natur suchen.
Foto: No machine-readable author provided. Bogdan assumed (based on copyright claims). (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
In Rumänien ist der Făgăraș der Name, den alle kennen: jener lange, scharfe Grat, der die meisten ausländischen Wanderer anzieht. Nur ein Stück entfernt verbirgt sich jedoch ein Bergmassiv, das viele für noch schöner halten und das erstaunlich ruhig geblieben ist: der Retezat in den Südkarpaten. Es ist eine Welt aus hellem Granit, Gletscherkaren und Hochgebirgsseen und einer der ältesten Nationalparks des Landes sowie Biosphärenreservat. Wenn er im Schatten geblieben ist, dann nicht wegen mangelnder Wunder, sondern wegen der umständlichen Zufahrten: die Anfahrtsstraßen sind lang und geschottert, öffentliche Verbindungen selten – und das reicht, um die Massen fernzuhalten.
Die Gletscherseen
Das Herz des Retezat ist seine außergewöhnliche Dichte an Gletscherseen, Dutzende und Aberdutzende, verstreut zwischen felsigen Mulden. Der berühmteste ist der Bucura, der größte glazialen Ursprungs in Rumänien, gebettet in ein Amphitheater aus Gipfeln und traditioneller Ausgangspunkt für Höhentouren. Nicht weit entfernt liegt der Zănoaga, der tiefste Gletschersee des Landes und flächenmäßig der zweitgrößte nach dem Bucura; zusammen mit den anderen Wasserspiegeln formen sie eine Hochgebirgslandschaft, die an manche Alpenwinkel erinnert – jedoch ohne überfüllte Hütten und Liftanlagen. Die Hauptgipfel, darunter der Peleaga und der namensgebende Retezat, werden von den Seeplateaus aus über panoramische Grate erreicht.
Das meistgenutzte Tor ist die Gegend um Cârnic, von wo aus ein Pfad entschlossen zur Bucura-Hochebene hinaufsteigt, wo viele ihr Basislager aufschlagen, um die Umgebung zu erkunden. Von dort verzweigen sich die Routen zu den Gipfeln und zu den übrigen Seen, und man kann eine mehrtägige Durchquerung zusammenstellen, die das Massiv bis in seine entlegensten Winkel durchstreift. Der wildeste Abschnitt ist der Retezat Mic, kalkigen Ursprungs und noch einsamer, wo die menschliche Präsenz nahezu ganz verschwindet.
Anspruch der Strecke
Der Aufwand ist der eines echten Alpengebirges. Die Anstiege sind steil und die Höhenunterschiede beträchtlich, das Gelände wechselt von Waldpfaden zu Granitblockhängen in der Höhe, und die Tage können lang sein. Auf den klassischen Routen sind keine Klettertechniken nötig, aber trainierte Beine, Trittsicherheit im Geröll und die Fähigkeit, mit dem Wetter umzugehen, das in der Höhe rasch umschlägt – mit häufigen Nachmittagsgewittern im Sommer. Die farbig markierten Wegzeichen sind vorhanden und meist erkennbar, doch die Entfernungen und die Abgeschiedenheit erfordern dennoch Karte und Referenz-Tracks.
Zum Übernachten stehen neben einigen Hütten und Cabanas am Rand des Massivs vor allem Zeltmöglichkeiten in den ausgewiesenen Bereichen, meist rund um den Bucura, zur Wahl: Es ist die intensivste Art, den Park zu erleben, verlangt aber völlige Autarkie und das strenge Einhalten der Regeln eines Biosphärenreservats, in dem die Wildtiere, Bären eingeschlossen, zu Hause sind. Lebensmittel in verschlossenen Behältern und keinerlei zurückgelassener Müll sind das Mindeste.
Anreise
Man erreicht ihn in der Regel aus der Gegend um Hațeg und aus den Tälern, die zum Park hinaufführen, erreichbar über die Städte Westrumäniens; das letzte Straßenstück ist unbequem und erfordert oft ein eigenes Fahrzeug oder einen organisierten Transfer. Genau dieser logistische Aufwand ist es, der den Retezat vor dem Massentourismus schützt.
Wann hinfahren
Die ideale Zeit reicht vom Hochsommer bis zum Frühherbst, von Juli bis September, wenn die hohen Pfade schneefrei sind und die Seen den klaren Himmel spiegeln. Besonders der September beschert klare Luft, weniger Menschen und die ersten Farben des Herbstwechsels. Selbst in den Hauptmonaten bleibt der Retezat weit ruhiger als der Făgăraș, und schon wenige Schritte weg vom Bucura-See findet man die Stille wieder.
Ein praktischer Tipp: Plane die Tage so, dass du morgens auf den Gipfeln bist und vor den Nachmittagsgewittern zur Basis zurückkehrst, und unterschätze nicht die geforderte Eigenständigkeit. Bring Verpflegung mit, Ausrüstung für die Kälte auch im Sommer und alles Nötige zum Umgang mit Wasser, denn die Infrastruktur ist hier dünn und das Gebirge verlangt den Respekt, den ein solch kostbares Reservat verdient.
Praktische Reiseführer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Der Nationalpark Retezat und seine Gletscherseen?
Il periodo consigliato è Juli, August e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Der Nationalpark Retezat und seine Gletscherseen?
Der Nationalpark Retezat und seine Gletscherseen si trova in Rumänien, Südkarpaten.