Inneres Molise, Italien

Der Tratturo Pescasseroli-Candela der Transhumanz zwischen Pietrabbondante und Sepino

Im inneren Molise überlebt ein Abschnitt des Tratturo Pescasseroli-Candela, des alten Grasweges, auf dem jahrhundertelang die Herden aus den Abruzzen nach Apulien zogen. Zwischen dem samnitischen Theater von Pietrabbondante und der römischen Stadt Saepinum durchquert man eine kaum bekannte ländliche Archäologie, in einer Region, die der Massentourismus völlig ignoriert.

Foto di Inneres Molise, Italien — Der Tratturo Pescasseroli-Candela der Transhumanz zwischen Pietrabbondante und Sepino

Foto: PaestumPaestum (CC BY 4.0) — Wikimedia Commons

Das Molise ist die Region, die die Italiener als Erste vergessen, und sein hügeliges Inneres gehört zu den am wenigsten besuchten Landstrichen Italiens. Gerade deshalb bewahrt es etwas Seltenes: die Tratturi, die breiten Graswege, auf denen sich jahrhundertelang die Transhumanz vollzog, die saisonale Wanderung der Herden von den abruzzesischen Bergen zu den Weiden Apuliens. Der Weg, der durch diese Länder führt und Sepino berührt, ist der Tratturo Pescasseroli-Candela, ein zig Meter breiter Grasstreifen, der schon seit aragonesischer Zeit geschützt ist. Heute darauf zu wandern, heißt eine Landschaft zu durchqueren, die fast menschenleer, aber voller Geschichte ist, wo Archäologie nicht hinter einem Ticket verschlossen liegt, sondern über die Felder verstreut ist.

Das samnitische Heiligtum

Ein idealer Ausgangspunkt ist Pietrabbondante, hoch oben im molisanischen Apennin. Hier befindet sich das wichtigste Heiligtum der Samniten, des Volkes, das lange gegen Rom kämpfte: ein perfekt erhaltenes Kalksteintheater mit anatomisch geformten Sitzen am Rand der Cavea, flankiert von Tempelresten. Die Bergkulisse und die fast vollkommene Stille machen es zu einer der eindrucksvollsten und am wenigsten besuchten archäologischen Stätten Mittel- und Süditaliens. Von hier steigt man ins landwirtschaftliche Herz des Molise hinab, zwischen Agnone, den Hügeln von Frosolone und den Dörfern, die auf den Bergkämmen thronen.

Roter Faden der Reise ist es, dort, wo er noch lesbar ist, dem Verlauf der Tratturi zu folgen, die diese Dörfer kreuzen, bis nach Sepino. Hier, im Ortsteil Altilia, liegt Saepinum, eine außergewöhnliche römische Stadt: nahezu vollständige Mauern mit monumentalen Toren, das Forum, die Basilika, das Theater, die Thermen und der gepflasterte Decumanus – all das in die Landwirtschaft eingebettet, mit Bauernhäusern, die in und um die Ruinen herum gebaut sind. Saepinum entstand genau am Schnittpunkt von Tratturo und römischer Straße und war eine Rast der Transhumanz: der perfekte Weg, den Kreis zwischen antiker Viehzucht und begrabener Stadt zu schließen. Die Stätte ist offen und größtenteils frei zugänglich, oft ohne andere Besucher.

Wie man sich bewegt

Für die Fortbewegung braucht es ein Auto, denn die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen diesen Dörfern sind selten und auf die Anwohner zugeschnitten. Man erreicht das innere Molise über die adriatische Autobahn A14 mit Abfahrt in Richtung Termoli und Aufstieg landeinwärts, oder von Campobasso und Isernia, den beiden Hauptstädten der Region, die beide an das innere Straßennetz angebunden sind. Die Straßen zwischen den Dörfern sind panoramisch, aber langsam, mit vielen Kurven. Die eigentliche Wanderung erfolgt zu Fuß auf den noch offenen Abschnitten der Tratturi und auf lokalen Wegen: Erkundige dich am besten im Dorf oder bei den Pro Loco, welche Abschnitte begehbar sind, denn manche Teile sind von Ackerland oder Asphalt verschluckt worden.

Wann hinreisen

Die richtigen Monate sind Mai, Juni und September. Im Frühling sind die Tratturi grün und blühend, genau wie die Hirten sie beim Aufstieg vorfanden, und das Hügelklima ist frisch; der September bietet goldenes Licht, Weinlese und noch milde Temperaturen nach der Augusthitze. Diese Zeiten meiden sowohl die winterliche Kälte des Inneren, die hier hart ist, als auch die sommerliche Mittagshitze. Menschenmengen sind ohnehin kein Thema: Das innere Molise kennt in keiner Jahreszeit Massentourismus, und oft hat man eine ganze archäologische Stätte für sich allein.

Praktische Tipps

Ein praktischer Rat: Plane deine Etappen um die Öffnungszeiten der Dörfer statt um die der Museen. Viele Orte haben nur eine einzige Bar oder Trattoria, die früh schließt, und es ist unerlässlich, vor dem Aufbruch Wasser und Essen zu bunkern, denn entlang der Tratturi trifft man auf nichts. Es lohnt sich, mit den Älteren zu sprechen: Viele erinnern sich noch direkt an die Transhumanz und erzählen besser als jedes Schild, wo die Herden zogen. Trage bequeme Schuhe, einen Hut und Bargeld, denn Geldautomaten sind rar.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Der Tratturo Pescasseroli-Candela der Transhumanz zwischen Pietrabbondante und Sepino?

Il periodo consigliato è Mai, Juni e September, quando è meno affollata.

Dove si trova Der Tratturo Pescasseroli-Candela der Transhumanz zwischen Pietrabbondante und Sepino?

Der Tratturo Pescasseroli-Candela der Transhumanz zwischen Pietrabbondante und Sepino si trova in Inneres Molise, Italien.

Adatto a: Maggio Giugno Settembre

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