Statt Pompeji: die archäologischen Stätten des Südens, die niemand überläuft
Die beste Alternative zu Pompeji? Griechische Tempel, phönizische Städte und Hypogäen in Süditalien, zu besichtigen ohne Schlangen und Reisebusse.
Foto: simada2009 (CC BY 4.0) — Flickr
Pompeji empfängt jährlich über drei Millionen Besucher, und in der Hochsaison bedeutet ein Spaziergang über die Via dell'Abbondanza im Prozessionsschritt voranzukommen. Doch Süditalien ist übersät mit griechischen Städten, samnitischen Heiligtümern, römischen Mosaiken und phönizischen Nekropolen, wo dich der Wächter oft mit Namen begrüßt, weil du der Einzige bist, der an jenem Morgen gekommen ist. Wenn du eine echte Alternative zu Pompeji unter den archäologischen Stätten suchst, findest du hier ebenso beredte Ruinen, aber ohne die Menschenmauer vor jedem Fresko.
Unter Neapel
Man beginnt in Neapel selbst, nur wenige Kilometer von den Vesuv-Ausgrabungen entfernt. Im Herzen des Rione Sanità steigt man elf Meter unter die Erde, um das Hypogäum der Cristallini zu erreichen, vier griechische Gräber, die zwischen dem 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. in den Tuff gehauen wurden. Seit 2022 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich, bewahrt es äußerst seltene Wandmalereien: einen Medusenkopf, Dionysos und Ariadne, klinenförmige Grabbetten mit gemeißelten und bemalten Kissen. Es ist die griechische Neapolis, die unter der Stadt weiterlebt, in Gruppen von acht Personen auf einmal.
Die Magna Graecia
Wechselt man ans Ionische Meer, betritt man das eigentliche Großgriechenland. In der lukanischen Landschaft, isoliert inmitten der Felder, hält der Hera-Tempel stand, den alle die Tavole Palatine von Metaponto nennen: Von den ursprünglich zweiunddreißig dorischen Säulen stehen noch fünfzehn, seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. Weiter südlich, auf der Landzunge von Crotone, ist die einsame Säule von Capo Colonna alles, was vom großen Heiligtum der Hera Lacinia geblieben ist: eine einzige Säule über dem Meer, wo sich einst die Griechen der gesamten Region versammelten. In kurzer Entfernung erzählt Bova, Hauptstadt des grekanischen Gebiets, wie jene hellenische Welt nie ganz verschwunden ist: Hier spricht man noch das Griechisch Kalabriens.
Apulien bietet zwei komplementäre Stationen. An der Adria, zwischen Bari und Brindisi, überlagert Egnazia Messapier, Römer und Byzantiner in einem Park über dem Meer, mit der Via Traiana, die es durchquert, und einem Museum, das die "gnathischen" Keramiken erklärt. In Otranto hingegen wird die Archäologie zur Erzählung: der Fußboden-Mosaik der Kathedrale, der 1163 vom Mönch Pantaleone signierte Baum des Lebens, breitet über das ganze Kirchenschiff ein mittelalterliches Bestiarium, das Bibel, heidnische Mythen und König Artus mischt.
Inseln und vergessene Stätten
Sizilien ist paradoxerweise die am meisten überlaufene und zugleich die reichste Region an vergessenen Stätten. Über Syrakus ist die Burg Eurialo das mächtigste Werk griechischer Militärtechnik, das bis zu uns gelangt ist: Gräben, Galerien und Wehrgänge, die Dionysius I. zur Verteidigung der Stadt anlegte, und fast niemand, der sie durchschreitet. In der Lagune von Stagnone, per Boot erreichbar, bewahrt Mozia eine ganze phönizische Stadt auf einer Insel, mit dem berühmten marmornen Giovinetto und den umliegenden Salinen. Über Cefalù führt ein steiler Anstieg zum sogenannten Tempel der Diana und den megalithischen Mauern der Rocca, zyklopischen Blöcken, die den Griechen vorausgehen. Und in Patti, an der tyrrhenischen Küste, bewahrt die römische Villa von Patti Marina spätantike Mosaikböden direkt unter dem Autobahnviadukt: ein Kontrast, der allein die Reise wert ist.
Sardinien schließt das Bild mit zwei Juwelen. Auf der Halbinsel Sinis reiht Tharros römische Säulen und Thermen auf einer windgepeitschten Landenge auf, eine phönizische, dann punische und römische Stadt, die das Meer langsam zurückerobert. Im Sulcis sind die Domus de Janas von Montessu eine prähistorische Nekropole, in ein natürliches Felsenamphitheater gehauen, mit fünftausend Jahre alten Gravuren und Stierprotomen.
Steigt man schließlich ins abruzzesische Binnenland hinauf, erinnert der italische Tempel von Schiavi d'Abruzzo daran, dass es vor Rom die Samniten gab: zwei Tempel über dem Trigno-Tal, in völliger Bergstille. Wer die Runde ausweiten möchte, sollte auch Velia (das antike Elea des Parmenides) im Cilento, das römische Grumentum im Val d'Agri und Saepinum im Molise suchen, eine ganze und kostenlose Stadt zwischen Olivenbäumen.
Praktische Tipps
Zur Planung einer vollständigen Route sammelt unser Leitfaden zu wenig bekannten archäologischen Stätten in Italien weitere Stationen Region für Region. Ein praktischer Rat: Viele dieser Orte liegen im Freien und ohne Schatten, daher lohnt es sich, sie im Frühling oder Herbst einzuplanen, wenn die Hitze milde ist und die einzige Gesellschaft oft nur die der Steine.
Praktische Reiseführer für Neapel
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Statt Pompeji?
Il periodo consigliato è April, Mai e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Statt Pompeji?
Statt Pompeji si trova in Italien.