Ciclovia del Sole: vom Brenner nach Bologna entlang der römischen Route
Die Ciclovia del Sole verbindet den Brenner mit Bologna auf 360 km Radwegen zwischen Alpentälern, Trentiner Obstgärten und emilianischer Landschaft.
Foto: Fabio Bettani (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Die Ciclovia del Sole: Radeln entlang des Meridians Italiens
Es gibt einen Radweg, der Italien fast wie an einer Schnur gezogen von Nord nach Süd durchquert: die Ciclovia del Sole, Teil des europäischen Projekts EuroVelo 7, das Nordkap mit Malta verbindet. Der italienische Abschnitt vom Brenner nach Bologna führt über 360 Kilometer durch Landschaften, die sich in jeder Kurve verwandeln: von den Dolomitengipfeln zu den Obstgärten des Etschtals, von den Veroneser Hügeln bis zu den emilianischen Nebeln. Eine Reise bergab, im wörtlichen Sinne, die Genuss auf zwei Rädern verspricht, ohne übermäßige Anstrengung abzuverlangen.
Die Etappen im Überblick
Brenner – Bozen (120 km)
Startpunkt ist die österreichische Grenze auf 1.370 Metern. Von hier geht es hinab durch das Eisacktal. Der Radweg ist ausgezeichnet, fast durchgängig asphaltiert und führt durch Sterzing, Franzensfeste und Brixen. Jedes Dorf hat seinen Brunnen zum Auffüllen der Trinkflasche, jede Biegung öffnet den Blick auf trotzige Burgen und gotische Kirchtürme. In Bozen führt die Piste am Talfer entlang bis in die Altstadt, wo die Lauben der Bindergasse zu einer Pause mit Speck und Schüttelbrot einladen.
Bozen – Trient (65 km)
Der berühmteste Abschnitt der Ciclovia verläuft entlang der Etsch, zwischen Apfelplantagen und Gewürztraminer-Weinbergen. Der Weg ist breit, gut beschildert und fast vollständig vom Verkehr getrennt. Man durchquert die Rotalianische Ebene, den "Garten Europas", und erreicht Trient entlang des Flusses. Das Gefälle ist minimal, ideal für Familien mit Kindern.
Trient – Verona (95 km)
Von Trient geht es weiter südwärts entlang der Etsch. In Rovereto lohnt ein Abstecher zum MART, dem Museum für zeitgenössische Kunst. Die Landschaft wandelt sich allmählich: Die Berge werden niedriger, Olivenbäume und Zypressen tauchen auf. Vor Verona durchquert man das Valdadige mit seinen Felswänden und dem beinahe mediterranen Mikroklima. Die Ankunft in Verona entlang der Etsch bis zur Arena zählt zu den eindrucksvollsten Momenten der gesamten Reise.
Verona – Bologna (80 km per Zug + Radweg)
Der Abschnitt zwischen Verona und Ostiglia befindet sich noch im Ausbau. Derzeit empfiehlt es sich, den Regionalzug bis Ostiglia zu nehmen und dort den Radweg entlang des Po wieder aufzunehmen. Von Mirandola aus radelt man durch die modenesische Landschaft nach Bologna, wo die Piste bis zu den Zwei Türmen führt, vorbei an der Manifattura delle Arti.
Technische Informationen
Schwierigkeit
In Nord-Süd-Richtung ist die Strecke überwiegend bergab und für jeden geeignet, auch für Gelegenheitsradler und Familien. Der gesamte Höhenverlust beträgt rund 1.300 Meter. Der Belag ist zu 80 % asphaltiert, der Rest fest verdichteter Schotter. Man kann die Strecke mit jedem Fahrradtyp befahren, auch mit einem Citybike samt Gepäckträger.
Beste Reisezeit
Von Mitte April bis Ende Juni und von September bis Mitte Oktober. Im Frühjahr ist die Apfelblüte im Trentino ein einzigartiges Schauspiel. Der Herbst bietet die Farben der Weinlese und ideale Radeltemperaturen. Der Sommer ist machbar, wird jedoch im emilianischen Abschnitt heiß.
Was mitnehmen
- Seitliche Fahrradtaschen (am besten wasserdicht)
- Schichten Kleidung: An einem Tag geht es von 1.300 auf 50 Höhenmeter
- Sonnencreme und Kopfbedeckung für den Poebenen-Abschnitt
- Ausweisdokumente für den Grenzübertritt (auch im Schengen-Raum ist ein Personalausweis notwendig)
- Ersatzschlauch und Multitool
Wo übernachten
Südtirol und das Trentino verfügen über ein dichtes Netz an Garnis und Pensionen, die auf Radfahrer eingerichtet sind: mit Fahrradabstellraum und Reparaturset. Viele Häuser bieten Halbpension mit regionaler Küche. In der Emilia finden sich Agriturismi und Herbergen zu erschwinglichen Preisen. Auch das Campen auf den Campingplätzen entlang der Route ist möglich, besonders zahlreich in Südtirol.
Wasserstellen und Unterstützung
Öffentliche Brunnen gibt es in Südtirol und im Trentino zuhauf, weniger in der emilianischen Ebene. Fahrradwerkstätten finden sich in allen größeren Orten. Das Trentino bietet zudem einen Gepäcktransport zwischen den Etappen.
Werkstätten und Dienstleistungen
In Südtirol und im Trentino ist das Netz der Fahrradwerkstätten dicht, oft direkt an Bahnhöfen angeschlossen. In Bozen und Trient ist Bike-Sharing eine Option für alle, die ohne eigenes Rad anreisen. Im emilianischen Abschnitt sind Serviceleistungen seltener: Reparaturset einpacken und Werkstätten in Mirandola und Cento vorab identifizieren. Mehrere Verleihe in Südtirol bieten E-Bikes mit austauschbaren Akkus – eine interessante Lösung für alle, die die verbliebenen Steigungen fürchten.
Varianten und Abstecher
Von Bozen aus lässt sich über den Vinschger Radweg ein Abstecher nach Meran unternehmen (30 km hin und zurück). Von Rovereto führt ein kurzer Anstieg zum MART und zum Friedenspfad am Monte Zugna. In Verona schließt der Radweg an die Ciclovia del Mincio Richtung Mantua an, was eine mögliche Wochentour ergibt.
Eine Reise durch drei Kulturen
Was die Ciclovia del Sole so einzigartig macht, ist ihre kulturelle Vielfalt: Man startet in einer deutschsprachigen Welt, in der die Speisekarten auf Deutsch sind, durchquert die zweisprachige Region Trentino und landet in einem Bologna der Osterien und Tortellini. Auf 360 Kilometern wechseln Sprache, Küche und Architektur dreimal – der rote Faden bleibt die Etsch und ein Asphaltband, das einen nur bittet, sich der Schwerkraft hinzugeben.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Ciclovia del Sole?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Ciclovia del Sole è affollata?
Ciclovia del Sole è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Ciclovia del Sole?
Ciclovia del Sole si trova in Brenner – Bologna, Trentino-Südtirol / Venetien / Emilia-Romagna.