Statt des Trevi-Brunnens: die geheimen Plätze und Innenhöfe Roms
Genug vom Gedränge am Trevi-Brunnen? Plätze, Höfe und geheime Loggien Roms und Latiums, wo man den Barock in Ruhe genießt.
Vor dem Trevi-Brunnen steht man heute Schlange, um ein Foto zu machen, und wirft die Münze Schulter an Schulter mit Hunderten anderer. Das Meisterwerk von Nicola Salvi verdient den Besuch, doch dasselbe barocke Rom, das ihn hervorgebracht hat, wiederholt sich, gedämpfter, in Dutzenden von stillen Plätzen und hinter Portalen verborgenen Höfen. Wer eine Alternative zum Trevi-Brunnen in Rom sucht, findet sie in Fülle im umliegenden Rione: fünf Minuten weitergehen und die Lautstärke senken genügt.
Barocke Plätze und Höfe
Beginnen Sie an der Piazza Mattei, im Herzen des alten Ghettos. Hier ist die Fontana delle Tartarughe, entworfen von Giacomo della Porta und gegen Ende des 16. Jahrhunderts von Taddeo Landini gegossen, eines der zartesten Werke der Stadt: vier bronzene Ephebe, die je eine kleine Schildkröte in das obere Becken schieben (die Tierchen wurden bei der Restaurierung des 17. Jahrhunderts hinzugefügt, Bernini zugeschrieben; die heutigen sind Kopien). Der Platz ist winzig und fast immer ruhig. Von dort erreichen Sie mit wenigen Schritten zwei barocke Schätze, die kaum jemand sucht: den Hof der Sapienza, wo die Spirale der Laterne von Borrominis Sant'Ivo über der Loggia della Portas aus dem 16. Jahrhundert in den Himmel klettert, und vor allem den Palazzo Spada, in dem Borrominis Perspektivtäuschung eine acht Meter lange Galerie auf scheinbar vierzig Meter „verlängert": ein Bühnentrick, der mehr wert ist als tausend Selfies am Trevi.
Gehen Sie weiter Richtung Piazza Navona, aber halten Sie nicht auf dem Platz an: biegen Sie in die Nebengasse ein, wo Santa Maria della Pace den Kreuzgang Bramantes und die geschwungene Fassade Pietro da Cortonas bewahrt, ein stiller Winkel, der wie ein kleines Steintheater wirkt. Wenige Minuten entfernt, nahe Campo de' Fiori, gibt es einen Durchgang, den fast kein Tourist bemerkt: der Passetto del Biscione, der dunkle Portikus mit dem als wundertätig geltenden Madonnen-Fresko, kürzlich restauriert und wieder zugänglich. Genau die Art Ort, den die Menge am Trevi übersieht: kostenlos, intim, geschichtsträchtig.
Wer Rom von oben und abseits liebt, steigt zu den Foren hinauf. Mit Blick auf das Augustusforum steht das Haus der Ritter von Rhodos mit seiner mittelalterlichen Loggia, die die Ruinen wie ein Gemälde einrahmt: es ist nur an bestimmten Tagen zu besichtigen, doch das Panorama von der Loggia zählt zu den schönsten und am wenigsten bekannten des Zentrums. Und wer einen ganzen Platz jenseits der Routen sucht, nimmt die Metro nach Norden: das Coppedè-Viertel mit der Piazza Mincio und der Fontana delle Rane ist ein märchenhaftes Delirium aus Türmchen, Bögen und Maskaronen, in den Zwanzigerjahren erbaut, wo man kaum Touristen sieht. Wer Zeit hat, ergänzt das berühmte „Schlüsselloch" des Priorats von Malta auf dem Aventin, durch das man die Kuppel von St. Peter erblickt: eine kleine Schlange gibt es, aber nichts im Vergleich zum Zentrum.
Außerhalb Roms, in Latium
Wer wirklich durchatmen will, verlässt Rom und bleibt in Latium. Eine Autostunde genügt und der Overtourism verschwindet. Im Süden bewahrt Anagni eine so umfangreiche und vollständig freskierte Krypta, dass sie „Sixtinische Kapelle des Mittelalters" genannt wird — und fast immer besichtigt man sie in Ruhe. Weiter nördlich, in der Tuscia, bewahrt die Kathedrale von Tuscania in Santa Maria Maggiore ein sprachloses Jüngstes Gericht, zwischen steinernen Löwen und romanischen Portalen. Ganz in der Nähe, zwischen den Wäldern, reiht die Felsnekropole von Norchia etruskische Würfelgräber aneinander, in den Tuff gemeißelt — eine monumentale Anlage, in der man oft niemandem begegnet. Und für ein ganzes Platz-Dorf ohne Gedränge gibt es Celleno Vecchia, das nach Erdrutschen verlassene Tuffdorf, das heute als Freilichtmuseum wiedereröffnet ist, mit dem Castello Orsini über den Calanchi.
Die Anti-Massen-Logik
Die Logik ist einfach: es gibt nur einen Trevi-Brunnen, und alle wollen ihn zur gleichen Zeit sehen. Doch dieselbe künstlerische Hand — Della Porta, Bernini, Borromini, die Bildhauer des römischen Barocks — hat Dutzende Brunnen, Höfe und Loggien in Plätzen hinterlassen, wo man sich noch immer in Rom fühlt, nicht in der Schlange. Planen Sie den Rundgang zu Fuß nach Rione, brechen Sie früh auf und heben Sie die Etappen in Latium für einen ganzen Tag fernab der Menge auf. Sie werden entdecken, dass das schönste Rom oft jenes ist, das nicht auf den Postkarten steht.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Statt des Trevi-Brunnens?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Statt des Trevi-Brunnens?
Statt des Trevi-Brunnens si trova in Italien.