Marmilla, süd-zentrales Sardinien

Radweg durch die Marmilla und die Giara di Gesturi

Im süd-zentralen Sardinien ist die Marmilla eine Landschaft aus bebauten Hügeln, Domus de Janas und Nuraghen, überragt vom Basalt-Hochplateau der Giara di Gesturi mit seinen wilden kleinen Pferden. Ein landwirtschaftliches und altes Sardinien, fernab der Küstenrouten und fast ohne Touristen.

Foto di Marmilla, süd-zentrales Sardinien — Radweg durch die Marmilla und die Giara di Gesturi

Foto: Norbert Nagel (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons

Es gibt ein Sardinien, das nichts mit dem Meer zu tun hat: das landwirtschaftliche und nuragische der Marmilla, eine Region mit sanften Hügeln im Süd-Zentrum der Insel, wo der Tourismus praktisch nicht ankommt. Keine Küsten, keine Feriendörfer, sondern Weizenfelder, Olivenbäume, kleine Steindörfer und eine beeindruckende Dichte an antiken Spuren. Für Radfahrer ist es ein ruhiges Paradies: fast leere Nebenstraßen, menschliche Distanzen und eine Landschaft, die Tausende von Jahren Geschichte erzählt.

Die Giara di Gesturi

Das Symbol der Region und der höchste Punkt der Route ist die Giara di Gesturi, ein großes Basalt-Hochplateau, das sich wie eine dunkle Tafel über die Hügel erhebt. Sie ist berühmt für die Cavallini della Giara, die kleinen wilden Pferde, die frei auf der Hochebene zwischen Korkeichen und den temporären Teichen, den sogenannten Paùli, leben. Auf die Giara zu steigen und ihre Pfade zwischen den Korkeichen zu erkunden, in der Hoffnung, die Pferdchen beim Grasen oder Trinken zu sichten, ist eine Erfahrung, die allein die Reise rechtfertigt. Das Hochplateau ist eine Welt für sich, still und wild, schwebend über der bebauten Landschaft.

Die nuragischen Spuren

Drumherum bietet die Marmilla einige der wichtigsten Zeugnisse der sardischen Vorgeschichte. Der absolute Bezugspunkt ist der nuragische Komplex von Barumini, der Nuraghe Su Nuraxi, UNESCO-Welterbe und eines der am besten erhaltenen nuragischen Monumente der Insel. Die gesamte Region ist jedoch übersät mit kleineren Nuraghen und Domus de Janas, den in den Fels gehauenen Gräbern, die die Volkstradition den Feen zuschrieb, sowie mit verschlafenen Dörfern wie Gesturi selbst und den Orten der Alta Marmilla. Man radelt buchstäblich durch ein Freilichtmuseum, mit einer antiken Stätte hinter jedem Hügel.

Schwierigkeit

Praktisch gesehen ist es eine Route mittlerer Anforderung, die auch für nicht super trainierte Radtouristen geeignet ist, wenn man die Etappen dosiert. Die Straßen sind meist wenig befahrener Asphalt der Nebenstraßen, mit möglichen Schotterverbindungen zur Giara und den archäologischen Stätten, sodass sowohl ein Tourenrad als auch ein Gravel-Bike gut geeignet sind. Die Landschaft ist hügelig: viele sanfte Auf- und Abstiege zwischen den Dörfern, mit einem entschiedeneren Anstieg beim Aufstieg zum Hochplateau der Giara. Es gibt nicht die strengen Höhenunterschiede der sardischen Berge, aber auch keine langen flachen Abschnitte, weshalb der Rhythmus abwechslungsreich und angenehm bleibt.

Um dorthin zu gelangen, ist der Bezugspunkt das Landesinnere nördlich von Cagliari, von wo aus man in Richtung Marmilla und Barumini hinaufsteigt. Es lohnt sich, ein Dorf als Basis zu wählen, vielleicht in der Nähe der Giara, und sich in einer Rundtour zu bewegen, um die Stätten und Dörfer in der Umgebung zu erkunden; die überschaubaren Entfernungen erlauben es, in Ruhe herumzufahren und den Besichtigungen Zeit zu widmen.

Wann fahren

Die beste Zeit reicht vom Frühling, ab April, bis zum Herbst, bis Oktober. Im Frühling sind die Hügel grün und die Weizenfelder noch zart, das Klima ist mild und die Teiche der Giara sind voll: es ist auch der Moment, in dem man die Pferdchen am ehesten sieht. Im Herbst färbt sich die Landschaft in warmen Tönen und die Temperaturen werden wieder angenehm. Es sind Monate, in denen die Marmilla praktisch frei von Touristen bleibt, denn wer in diesen Zeiten nach Sardinien kommt, zielt ohnehin auf die Küste: hier findest du freie Straßen und Dörfer, die ihren authentischen bäuerlichen Rhythmus leben. Der Hochsommer ist wegen der Hitze und der verbrannten Landschaft zu meiden.

Ein praktischer Tipp: widme mindestens einen halben Tag der Giara, lass das Fahrrad stehen und wandere auf den Pfaden des Hochplateaus, denn die Pferdchen sichtet man mit Geduld und Stille, nicht im Vorbeirasen. Nutze dann die kleinen Dörfer, um das Brot und die lokalen Produkte zu probieren und ein paar Worte mit den Einwohnern zu wechseln: in einem so wenig besuchten Sardinien ist die spontane Gastfreundschaft eine der schönsten Erinnerungen, die du mit nach Hause nimmst.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Radweg durch die Marmilla und die Giara di Gesturi?

Il periodo consigliato è April e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Radweg durch die Marmilla und die Giara di Gesturi?

Radweg durch die Marmilla und die Giara di Gesturi si trova in Marmilla, süd-zentrales Sardinien.

Adatto a: Aprile Ottobre

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