Trenino Verde-Gravelroute im Herzen der Barbagia
Auf Sardinien, zwischen Barbagia und Ogliastra, folgen die Inlandsstraßen der historischen Schmalspurbahn Trenino Verde zwischen Kalkstein-Hochebenen und Hirtendörfern. Es ist das Sardinien ohne Strände, langsam und wenig besucht, wo das Gebirge mehr zählt als die Küste.
Foto: etheriel (CC0) — Wikimedia Commons
Fast alle kommen wegen des Meeres nach Sardinien und betreten das Landesinnere nie. Dabei ist das Herz der Insel, die Barbagia und die Ogliastra, eine andere Welt: schroffe Berge, Wälder, hochgelegene Hirtendörfer und eine Stille, die an der Küste längst unmöglich geworden ist. Hier zu radeln bedeutet, sich für das Sardinien ohne Strände zu entscheiden – jenes, das leer bleibt, gerade wenn die Küstenorte überquellen – und den Spuren einer der spektakulärsten Bahnstrecken Italiens zu folgen.
Der Trenino Verde
Der rote Faden ist tatsächlich der Trenino Verde, die historische Schmalspurbahn, die das sardische Landesinnere durchzieht. Die Strecke, die Mandas mit Arbatax verbindet, durchschneidet Barbagia und Ogliastra, indem sie sich zwischen den Bergen emporwindet, und ihr Verlauf mit den kleinen Bahnhöfen, Brücken und Tunneln gibt der Route den Rhythmus vor: Man radelt parallel auf ruhigen Nebenstraßen und trifft von Etappe zu Etappe auf die kleinen Bahnstationen als Wegmarken. Es ist eine von Natur aus langsame Reise, gemacht für alle, die es nicht eilig haben.
Die Etappen sind die Hirtendörfer und die großen Landschaftszeichen. Man durchquert Orte wie Mandas, das Tor zum Landesinneren, und erreicht die Ogliastra, geprägt von den Tacchi – den charakteristischen kalksteinernen Tafelbergen mit senkrechten Wänden, die über den Wäldern aufragen: Die bekanntesten liegen rund um Ulassai, Jerzu und Gairo, wo der helle Fels mit dem Grün der Steineichen kontrastiert. Diese Tafelberge geben der Region zusammen mit den an die Hänge geklammerten Dörfern ihren Charakter. Unterwegs begegnet man Schafherden, Hirten und einer Kultur, die noch immer von Weidewirtschaft und Wein lebt, wie dem Cannonau aus der Ogliastra.
Schwierigkeit und Gelände
Technisch ist die Route anspruchsvoll und will mit Respekt angegangen werden. Sie kombiniert asphaltierte Nebenstraßen mit Schotter- und Gravelabschnitten entlang der Bahntrasse, weshalb ein Gravelbike oder Mountainbike die natürliche Wahl ist. Das Gelände ist reines Gebirge: lange Anstiege, Pässe und ständige Auf und Abs, mit erheblichem Gesamtaufstieg und wenigen flachen Pausen. Die Entfernungen zwischen den Dörfern können beachtlich sein, Versorgungspunkte selten – daher braucht es Selbstständigkeit und eine gute Vorbereitung. Als Ausgleich radelt man auf nahezu leeren Straßen, auf denen Verkehr die Ausnahme ist.
Als Ausgangspunkt dient Cagliari mit der Gegend um Mandas für die Inlandseite und Arbatax mit Tortolì an der Ostküste als Endpunkt zum Meer hin. Eine wunderschöne Möglichkeit ist es, das Rad mit dem Trenino Verde selbst zu kombinieren, der als saisonaler Touristenzug verkehrt, und die Bahn zu nutzen, um die härtesten Abschnitte zu überwinden oder die Landschaft aus einer anderen Perspektive zu genießen; die Betriebszeiten sollten vorab geprüft werden, da sie saisonabhängig sind.
Beste Reisezeit
Die beste Zeit reicht vom späten Frühling – ab Mai – bis in den frühen Herbst hinein, bis in den Oktober. Im Mai ist das Landesinnere grün, blühend und noch kühl; im Herbst verfärben sich die Wälder und die Temperaturen sind wieder angenehm für Anstiege. Es sind auch die Monate, in denen die Insel am authentischsten ist: Während die Strände bis in den Spätsommer voll bleiben, sehen Barbagia und Ogliastra fast keine Touristen, und die Dörfer leben ihren gewohnten Rhythmus. Der Hochsommer sollte wegen der großen Hitze in den Talsohlen und der Waldbrandgefahr gemieden werden.
Praktische Tipps
Ein praktischer Rat: Plane die Etappen sorgfältig nach den Orten, in denen du übernachten und dich versorgen kannst, denn das Landesinnere ist reich an Landschaft, aber arm an Infrastruktur. Halte in den Läden und Weinkellern der Dörfer und nimm dir Zeit für Begegnungen: Die Gastfreundschaft der Hirten ist hier ebenso Teil der Reise wie die kalksteinernen Tacchi und die alten Bahnhöfe. Brich früh auf und teile deine Kräfte auf den langen Anstiegen ein, denn in der Barbagia macht sich jede Anstrengung bemerkbar – doch die Leere und Stille, die du dort findest, sind unbezahlbar.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Trenino Verde-Gravelroute im Herzen der Barbagia?
Il periodo consigliato è Mai e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Trenino Verde-Gravelroute im Herzen der Barbagia?
Trenino Verde-Gravelroute im Herzen der Barbagia si trova in Barbagia und Ogliastra, Sardinien.