Nicht nur Capri: Inseln und Küstendörfer Kampaniens abseits des Massentourismus
Eine Alternative zu Capri? Inseln, Küstendörfer und Perlen Kampaniens jenseits des Trubels, zwischen dem Golf von Napoli und dem Cilento.
Capri bleibt eines der stärksten Bilder des Mittelmeers, doch im Hochsommer schaut man den Faraglioni Schulter an Schulter mit Tausenden anderen Besuchern zu, und die Preise steigen entsprechend. Wer eine Alternative zu Capri sucht, die kristallklares Meer und Postkartenblicke beibehält, aber Raum und Stille zurückgibt, wird in Kampanien gleich mehrfach fündig: Es genügt eine andere Fähre oder eine Handvoll Kilometer nach Süden, um das Tempo zu wechseln. Hier ein konkreter Leitfaden zu den Inseln und Küstendörfern der Region, in denen der Sommer noch menschliche Maße hat, samt einigen Abstechern ins Hinterland.
Procida und Ischia
Die erste Alternative ist die naheliegendste und vernünftigste: Procida. Sie ist die kleinste der drei Inseln im Golf, ohne große Hotels und Luxus-Boutiquen, und deutlich günstiger als Capri. Der kleine Hafen von Corricella mit den rosa, gelben und blauen Fischerhäusern ist der Grund, warum die Insel 2022 italienische Kulturhauptstadt war. Auch hier füllen sich Juli und August, also lieber Mai, Juni oder September ansteuern. Ischia, größer, verteilt seine Besucher auf sechs Gemeinden, Thermen und Strände: ruhige Ecken findet man auch in der Hochsaison, vor allem bei Forio und Sant'Angelo.
Der Cilento
Wer die Menge wirklich hinter sich lassen will, fährt in den Cilento, die unversehrteste Küste Kampaniens. Palinuro, seine Meeresgrotten und Buchten wie die Baia degli Infreschi oder Cala Bianca – nur per Boot oder zu Fuß erreichbar – sind die Kehrseite der Amalfitanischen Küste. Wer auf letztere nicht verzichten möchte, findet in Cetara ein authentisches Fischerdorf, berühmt für die Colatura di alici und weitaus lebenswerter als Positano.
Napoli
Das Schöne an Kampanien ist, dass sich Küste und Hinterland berühren. In Napoli, noch bevor Sie sich einschiffen, probieren Sie den Borgo Marinari unter dem Castel dell'Ovo: Es ist der einzige Meereswinkel der Stadt, den man zu Fuß erreicht, mit Booten, kleinen Restaurants und dem Vesuv gegenüber. Kreuzfahrttouristen kommen kaum hierher. Und wenn es regnet oder die Sonne zu stark brennt, ist das unterirdische Napoli eine Welt für sich: die Katakomben des San Gennaro im Rione Sanità, die szenografischen "Falkenflügel"-Treppen desselben Viertels und die griechische Cripta dei Cristallini erzählen von einer Stadt, die die meisten Besucher nicht sehen. Auch im Zentrum bietet der Cortile delle Statue nahe den Quartieri Spagnoli eine Ruheinsel wenige Meter vom Chaos entfernt.
Entlang der cilentanischen Küste können Sie Bad und Kultur wechseln. Über der Piana del Sele öffnet sich die Grottenwallfahrtsstätte des San Michele in Olevano sul Tusciano, ein in den Berg gehauener langobardischer Kultort, der nur mit Voranmeldung besichtigt wird und selten in Meerurlauben auftaucht. Im Herzen des Cilento ist Roscigno Vecchia ein ganzes wegen Erdrutschen aufgegebenes Dorf, heute Freilichtmuseum: ein anderer Tag, wenn man vom Strand abschalten will. Weiter südlich, im Vallo di Diano, steht das frühchristliche Baptisterium von San Giovanni in Fonte a Padula noch immer über einer lebendigen Quelle und zählt zu den ältesten des Abendlandes.
Das Hinterland
Wer ein Auto gemietet hat, sollte den Weg ins Hinterland auf sich nehmen. Bei Caserta bewahrt die Kirche von Sant'Angelo in Formis in Capua einen mittelalterlichen Freskenzyklus, der ihr den Beinamen "Sixtinische Kapelle des Mittelalters" eingebracht hat, in einer Basilika, die über einem römischen Tempel errichtet wurde. Und in Irpinien, wohin kaum ein Badegast findet, schenken die Zisterzienserruinen der Abtei Goleto und das Herzogsschloss von Bisaccia Hügelpanoramen, Kellereien und absolute Stille.
Der praktische Rat gilt für alle diese Ziele: Wählen Sie die Schulterzeiten – Mai, Juni, September, Anfang Oktober –, wenn das Meer noch warm ist, die Fähren nach Procida weniger kosten und die Dörfer nicht überrannt werden. Kampanien jenseits von Capri ist keine Notlösung: Es ist einfach die weniger fotografierte und oft wahrhaftigere Fassung desselben Sommers.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Nicht nur Capri?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Nicht nur Capri?
Nicht nur Capri si trova in Italien.
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