Die Weinstraßen der Irpinia zwischen Taurasi und Tufo
In der Irpinia, der rauen Bergprovinz um Avellino, verbindet eine önogastronomische Route die Weingüter des Taurasi, Fiano und Greco di Tufo mit Dörfern, die nach dem Erdbeben von 1980 wiederauferstanden sind. Ein ländliches und stilles Kampanien, das die Touristenströme Richtung Küste fast völlig übersehen.
Foto: Razzairpina (Public domain) — Wikimedia Commons
Wenn man an kampanischen Wein denkt, denken die wenigsten an die Irpinia, und doch bewahrt dieses Hügel- und Bergland hinter Avellino drei der edelsten DOCG-Herkunftsbezeichnungen des Südens: den roten Taurasi aus Aglianico-Trauben, den Fiano di Avellino und den Greco di Tufo, Weißweine, die der Zeit trotzen können. Während die Reisebusse direkt nach Pompei und an die Küste steuern, bleiben die Ortschaften hier abseits der Radare, und die Kellereien empfangen ihre Gäste im gemächlichen Rhythmus des Landes.
Taurasi
Die Reise kann in Taurasi beginnen, dem Ort, der dem berühmtesten Rotwein den Namen gibt. Der um seine Burg gebaute Altort wurde vom Beben 1980 schwer getroffen und zeigt heute das Gesicht eines geduldigen Wiederaufbaus. Ringsum erstrecken sich die Aglianico-Weinberge, und mehrere historische Betriebe öffnen ihre Türen für Besichtigungen und Verkostungen. Von hier lohnt sich der Abstieg zum Fluss Calore und der Aufstieg zu Nachbarorten wie Mirabella Eclano, wo ein archäologischer Park die Reste des antiken Aeclanum bewahrt — ein passender Zwischenstopp, um die Önologie mit etwas römischer Geschichte zu würzen.
Die zweite Etappe führt in das Gebiet des Fiano, rund um Lapio, Montefredane und Atripalda — Ortschaften, die auf Bergrücken schweben und den Blick bis zum Massiv des Partenio freigeben. Der Fiano di Avellino entsteht auf diesen lehmigen Hängen, und viele Familienweingüter bieten Kostproben zu lokalen Produkten an: dem Caciocavallo Podolico, Bergwurst, schwarzem Trüffel. Ein Halt in Atripalda auf der alten Straße ins Sabato-Tal lohnt sich.
Tufo und der Greco
Das dritte Herzstück der Route ist Tufo, ein winziges Dorf, das dem Greco den Namen gibt und die alten Schwefelbergwerke bewahrt — heute besichtigbar, Zeugen einer überraschenden Industriegeschichte inmitten der Weinberge. Ringsum vervollständigen Santa Paolina, Prata di Principato Ultra und Montefusco den Kreis: Montefusco war einst Hauptort des Principato Ultra und beherbergt ein bourbonisches Gefängnis, das von einer anderen Irpinia erzählt — der Erinnerung an das Risorgimento.
Wer sich weiter nach Osten wagt, dem zeigen das Ufita-Tal und die Gegend um Sant'Angelo dei Lombardi und Conza della Campania das dramatischste wie strahlendste Gesicht des Wiederaufbaus nach dem Beben: ganze Ortschaften wurden verlegt und neu errichtet, und das Staubecken von Conza wurde zur Naturoase für Zugvögel.
Anreise
Für die Anfahrt empfiehlt sich das Auto, unverzichtbar zwischen den weit auseinanderliegenden und schlecht angebundenen Weingütern. Avellino erreicht man über die A16 Napoli-Bari und ist die natürliche Ausgangsbasis; von dort schlängeln sich Provinzstraßen durch die Hügel und verbinden die Weinorte. Die Entfernungen sind kurz, doch die Serpentinen bremsen den Fluss, weshalb man besser zwei bis drei Weingüter pro Tag einplant und die Verkostungen stets vorab reserviert, weil viele Betriebe klein sind und nur nach Termin empfangen. Wer ernsthaft verkostet, sollte die Fahrer abwechseln, an Führungen mit Mittagessen teilnehmen und anschließend in einem Agriturismo der Gegend übernachten.
Wann hinfahren
Die beste Zeit ist der Herbst, zwischen September und November. Der September fällt mit der Weinlese zusammen, die Kellereien pulsieren vor Arbeit: Die Trauben kommen an, die Pressen laufen, es duftet nach Most. Der Oktober schenkt die schönsten Farben, wenn sich die Rebreihen gelb färben und die ersten Kastanien aus den Wäldern des Partenio kommen; die Kastanie von Montella ist eine kleine lokale Größe. Der November ist der Monat des Novello und des Trüffels, kühler, aber intim. Genau in diesen Monaten leert sich die Küste, während das Land hier zur Höchstform aufläuft — ohne dass die Menge je hierher findet.
Ein konkreter Rat: Behandeln Sie die Irpinia nicht wie ein Rennen zwischen Etiketten. Halten Sie an, um mit den Produzenten zu sprechen, nehmen Sie die Einladung an, den unterirdischen Weinkeller zu besichtigen, und probieren Sie den ältesten Aglianico, den man Ihnen anbietet. Und kleiden Sie sich im Zwiebellook, denn hier sind Sie im Hügel- und Bergland: Selbst mitten im Oktober zieht abends eine Kälte auf, die man an der Küste nicht ahnen würde.
Praktische Reiseführer für Napoli
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Die Weinstraßen der Irpinia zwischen Taurasi und Tufo?
Il periodo consigliato è September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Dove si trova Die Weinstraßen der Irpinia zwischen Taurasi und Tufo?
Die Weinstraßen der Irpinia zwischen Taurasi und Tufo si trova in Irpinia, Kampanien.