Lefkara: Das zyprische Spitzendorf, in dem Leonardo da Vinci Spuren hinterließ
Lefkara, Hügeldorf auf Zypern, berühmt für Klöppelspitzen und Silberkunst, bewahrt eine legendäre Verbindung zu Leonardo da Vinci und eine seltene Authentizität.
Foto: marco_ask (CC BY-SA 4.0) — Flickr
Die Spitze, die Leonardo eroberte
In den Hügeln des Troodos-Gebirges, mitten in Zypern, hütet ein Dorf aus weißen Kalksteinhäusern und roten Ziegeldächern eine handwerkliche Tradition, die bis ins Mittelalter reicht und die, so will es die Legende, sogar Leonardo da Vinci in ihren Bann zog. Lefkara — genauer Pano Lefkara, das obere Dorf — ist weltweit berühmt für seine Klöppelspitzen (lefkaritika) und seine Silberkunst, beides von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.
Die Legende erzählt, Leonardo habe Lefkara im Jahr 1481 auf einer Reise nach Zypern besucht und eine Spitzendecke für den Mailänder Dom erworben. Ob die Geschichte wahr ist, bleibt umstritten; die Spitze von Lefkara jedoch — mit ihren geometrischen Mustern, auf weißes Leinen mit Baumwoll- und Seidenfaden gestickt — ist von außergewöhnlicher Schönheit und Komplexität, und die Frauen des Dorfes fertigen sie noch heute an, vor den Türen ihrer Häuser sitzend, mit Nadeln und Rahmen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Was man sehen sollte
Die Straßen der Spitze
Beim Spaziergang durch die gepflasterten Gassen von Pano Lefkara sehen Sie die Dorffrauen mit ihren Stickrahmen auf den Knien auf Türschwellen sitzen. Es ist keine touristische Inszenierung: Es ist der Alltag eines Dorfes, in dem die Spitze Teil der Identität ist. Halten Sie inne, sprechen Sie mit den Stickerinnen — viele beherrschen etwas Englisch oder Italienisch — und bewundern Sie die Präzision ihrer Arbeit. Die Geschäfte entlang der Hauptstraße verkaufen Spitzen jeder Größe, von kleinen Deckchen bis zu Tischtüchern, mit Preisen, die die Hunderten Stunden Handarbeit widerspiegeln.
Die Silberschmieden
Die andere handwerkliche Tradition Lefkaras ist die Silberkunst. Die Schmiede des Dorfes verarbeiten Silber nach jahrhundertealten Techniken und fertigen Schmuck, Besteck, religiöse Ikonen und dekorative Objekte. Die Werkstätten konzentrieren sich im unteren Teil des Dorfes und lohnen einen Besuch, allein um die Handwerker bei der Arbeit zu beobachten.
Die Kirche des Heiligen Kreuzes (Timios Stavros)
Die mittelalterliche Dorfkirche bewahrt der Überlieferung nach ein Fragment des wahren Kreuzes, das von der heiligen Helena, Mutter Kaiser Konstantins, nach Zypern gebracht wurde. Das Innere ist reich mit byzantinischen Ikonen und Fresken geschmückt. Das Fest des Heiligen Kreuzes (14. September) ist der wichtigste Tag im Jahr für das Dorf.
Das Spitzen- und Silbermuseum
Das kleine örtliche Museum erzählt die Geschichte der beiden handwerklichen Traditionen Lefkaras anhand von Werkzeugen, historischen Mustern und Fotografien. Besonders interessant ist der Bereich zu den geometrischen Mustern der Spitze, die Forscher mit venezianischen, byzantinischen und sogar arabischen Einflüssen in Verbindung gebracht haben.
Die umgebende Landschaft
Lefkara ist umgeben von Hügeln, die mit Oliven-, Mandel- und Johannisbrotbäumen bedeckt sind. Die Pfade, die vom Dorf ausgehen, durchqueren eine unverfälschte mediterrane Landschaft, in der die Zeit stillzustehen scheint. Der Staudamm von Lefkara, wenige Kilometer vom Dorf entfernt, bildet einen künstlichen See, umringt von Hügeln, ideal für Picknicks und Spaziergänge.
Was man essen sollte
- Halloumi — der zyprische Käse schlechthin, gegrillt bis er goldbraun wird. Der von Hand gefertigte aus den Troodos-Dörfern ist unvergleichlich besser als der industrielle.
- Loukoumades — die zyprischen Krapfen, kleine goldene Bällchen mit Honig und Zimt überzogen, außen knusprig und innen weich.
- Kleftiko — das Lamm, langsam im Lehmofen gegart, so zart, dass es zergeht. Das berühmteste Gericht der zyprischen Küche.
- Commandaria — der Süßwein Zyperns, einer der ältesten der Welt (seit mindestens 5000 Jahren produziert), den die Johanniter den Wein der Könige nannten.
Die Tavernen des Dorfes servieren zyprische Meze — eine Folge kleiner Teller, die bis zu zwanzig Gänge umfassen kann. Die Lefkarama Tavern und das To Platanos bieten traditionelle Küche in schattigen Innenhöfen.
Wie hinkommen
Lefkara liegt rund 40 Kilometer von Larnaca und seinem internationalen Flughafen (LCA) entfernt. Mit dem Auto: etwa 40 Minuten über die Autobahn A1 und dann die Bergstraße. Von Limassol: rund 50 Minuten. Von Nicosia: etwa eine Stunde. Es gibt keinen regelmäßigen öffentlichen Verkehr nach Lefkara: Ein Mietwagen ist unerlässlich, um das zyprische Landesinnere zu erkunden. Es gilt Linksverkehr (britisches Erbe).
Wann fahren
März bis Mai und September bis November sind die idealen Zeiten. Der Frühling zeigt das Dorf umgeben von Mandelblüten und die Landschaft in vollem Glanz. Der Herbst bietet milde Temperaturen und die Weinlese. Der Sommer (Juni bis August) ist sehr heiß (35 bis 40 °C), aber die Abende sind dank der Höhenlage (rund 600 m) angenehm. Der Winter ist mild, aber regnerisch. Lefkara ist der Beweis, dass Zypern nicht nur Strände und Resorts ist: Das Landesinnere der Insel verbirgt Dörfer von einer Schönheit und Authentizität, die die Küste längst verloren hat.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Lefkara?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Lefkara è affollata?
Lefkara è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Lefkara?
Lefkara si trova in Lefkara, Zypern.