Der Weg der Panzerkiefern im Pollino
Im Nationalpark Pollino, an der Grenze zwischen Basilikata und Kalabrien, wandert man zwischen tausendjährigen Panzerkiefern: ein weites, abgelegenes Gebiet fernab der Touristenströme, in dem die Pfade selbst in der Hochsaison still bleiben.
Foto: Alfredo D'Ambrosio (CC BY 3.0) — Wikimedia Commons
Der Pollino ist der größte Nationalpark Italiens und dennoch einer der am wenigsten besuchten. Man durchquert ihn stundenlang, ohne jemandem zu begegnen, und diese Einsamkeit ist kein Zufall: Die Dörfer zu seinen Füßen sind klein, die Verkehrsverbindungen unbequem, und der touristische Ruf der Basilikata und Kalabriens ist mit dem Meer verbunden, nicht mit diesen strengen Bergen. Das Ergebnis ist, dass sich das Symbol des Parks, die Panzerkiefer, heute mit derselben Stille erreichen lässt wie vor Jahrzehnten.
Die Panzerkiefer
Die Panzerkiefer ist ein seltener Baum, ein Relikt aus Eiszeiten, der nur hier und auf wenigen anderen Massiven des Balkans wächst. Die plattenartige Rinde, die einem Panzer ähnelt, gibt ihr ihren Namen. Manche Exemplare sind Jahrhunderte alt, vom Wind auf den Kammlinien verdreht und an den Fels geklammert, wo sonst nichts überlebt. Sie aus der Nähe zu sehen, ist der eigentliche Grund für die Wanderung.
Der Wanderweg
Der klassische Ausgangspunkt ist die Gegend um Colle dell'Impiso, erreichbar mit dem Auto von Terranova di Pollino oder über den Hang von Viggianello. Von dort steigen die Wege hinab zu den Piani di Vacquarro und Piani di Pollino, weiten Wiesenlichtungen, gerahmt von den Gipfeln, und dann wieder hinauf zu den Kammlinien. Das natürliche Ziel ist der Grat, der zur Serra delle Ciavole und zur Serra di Crispo führt, letztere wegen der Dichte der vom Wetter geformten Panzerkiefern der Garten der Götter genannt. Höher oben ragen die Hauptgipfel auf, die Serra Dolcedorme und der Monte Pollino, die höchsten Erhebungen des südlichen Apennins.
Eine berühmte Variante berührt auch den Patriarca, eine monumentale Panzerkiefer, eine der ältesten und meistfotografierten des Parks, einsam auf einem Panoramavorsprung stehend. Wer Beine und Zeit hat, kann mehrere Grate entlang der Kammlinien miteinander verbinden und ein Panorama genießen, das an klaren Tagen bis zu beiden Meeren reicht. Unterwegs ist es nicht selten, den Flug einer Alpendohle zu erblicken oder mit etwas Glück die Silhouette eines Rehs zwischen den Buchen zu erspähen: Die Tierwelt ist hier noch reichhaltig, gerade weil der menschliche Druck minimal ist.
Die Landschaft
Der Reiz des Pollino liegt auch in den Kontrasten der Umgebung, die man in wenigen Stunden durchmisst. Man startet in den schattigen, feuchten Buchenwäldern des Talgrunds, steigt zwischen blühenden Bergwiesen empor und erreicht schließlich die kahlen, windigen Grate, auf denen nur die Panzerkiefern überdauern. Jede Höhenstufe hat ihr eigenes Licht, ihre eigenen Düfte und ihre eigene Stille, und dieser stetige Wechsel macht das Trekking reich und niemals monoton, selbst wenn man denselben Pfad erneut geht.
Anreise
Für die Anreise braucht es das Auto: Öffentliche Verkehrsmittel bis hierher sind praktisch inexistent. Die Voralpendörfer erreicht man von Castrovillari auf der kalabrischen Seite oder von Rotonda und Viggianello auf der lukanischen, dann steigt man über schmale Bergstraßen zu den Startlichtungen empor. Von Colle dell'Impiso bis zu den Piani ist der Weg sanft und für viele geeignet; der Aufstieg zu den Graten und Gipfeln hingegen ist eine ernste Angelegenheit mit großen Höhenunterschieden, langen Distanzen und stellenweise steinigem Untergrund. Es lohnt sich, die eigenen Kräfte gut abzuschätzen, denn die Umgebung ist abgelegen und die Rückkehrzeiten dürfen nicht unterschätzt werden. Eine detaillierte Karte oder besser ein lokaler Bergführer des Parks macht den Unterschied: Beschilderung gibt es, aber sie ist nicht überall durchgehend.
Wann hinreisen
Die beste Zeit reicht vom späten Frühling bis in den Herbst. Der Juni schenkt blühende Wiesen und klaren Himmel, während September und Oktober klare Luft, die warmen Farben der Buchen und ideale Wandertemperaturen in der Höhe bieten. Der Winter verwandelt den Pollino in eine wunderschöne, aber strenge Schneelandschaft, die den Ausgerüsteten vorbehalten ist. Gerade weil ein Massentourismus fehlt, gibt es hier keine wirkliche Hochsaison: Selbst an sommerlichen Wochenenden reicht es, sich eine Stunde vom Parkplatz zu entfernen, um die absolute Stille wiederzufinden.
Ein praktischer Tipp: Brich früh auf und nimm alles Wasser und alle Nahrung mit, die du brauchst. Die Quellen in der Höhe sind unbeständig, und auf den Kammpfaden gibt es keine Einkehrmöglichkeiten. Das Bergwetter kann sich schnell ändern, kleide dich also im Zwiebelprinzip und behalte den Himmel am Nachmittag im Auge. Und respektiere die Panzerkiefern: Es sind äußerst seltene und fragile Bäume, die man nur bewundern sollte, ohne auf sie zu klettern oder die Rinde zu ritzen. Sie unversehrt zu lassen ist der beste Weg, um dem Pollino die Ruhe zurückzugeben, in der du ihn entdeckt hast.
Praktische Reiseführer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Der Weg der Panzerkiefern im Pollino?
Il periodo consigliato è Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Dove si trova Der Weg der Panzerkiefern im Pollino?
Der Weg der Panzerkiefern im Pollino si trova in Pollino-Massiv, Basilikata und Kalabrien, Italien.