Craco: durch die Häuser wandern, die vom lukanischen Hügel gleiten
Das ikonischste Geisterdorf Süditaliens, Filmkulisse und Symbol der Landflucht: Heute besucht man es mit Helm und Führung.
Foto: Giuseppe Milo (CC BY 4.0) — Wikimedia Commons
Craco ist das bekannteste Geisterdorf der Basilikata und vielleicht des gesamten Südens Italiens. Auf einem Lehmhügel im Cavone-Tal thronend, wurde es zwischen 1963 und 1975 nach und nach aufgegeben, weil Erdrutsche die Häuser instabil und gefährlich machten. Die Bewohner zogen in die Ebene darunter, das alte Dorf blieb leer zurück — aber nicht unsichtbar.
Craco diente als Kulisse für Filme wie Die Passion Christi von Mel Gibson, Ein Quantum Trost aus der Bond-Reihe und zahlreiche italienische Produktionen. Seine Silhouette — ein normannischer Turm, der aus einem Gewirr fallender Häuser aufragt — ist zu einer Ikone der Basilikata und des Begriffs Geisterdorf schlechthin geworden.
Seit 2010 kann ein Teil des Dorfes im Rahmen organisierter Führungen besichtigt werden. Man setzt einen Helm auf, unterzeichnet eine Haftungsverzichtserklärung und betritt einen gesicherten Rundweg, der durch das Herz des Ortes führt. Die Führung erzählt die Geschichte: die normannische Burg, das Franziskanerkloster, die Adelsfamilien, den Erdrutsch von 1963, der die Evakuierung einläutete.
Durch die Straßen von Craco zu gehen, ist eine intensive Erfahrung. Die Häuser klaffen wie Wunden auf: Man sieht schiefe Böden, bröckelnde Mauern, zum Himmel geöffnete Zimmer. Die Vegetation hat sich jeden Raum erobert: Feigenbäume wachsen aus den Fenstern, Kapernsträucher hängen von den Gesimsen, hohes Gras bedeckt die Türschwellen. Der normannische Turm überragt alles, unversehrt und unerschütterlich.
Der Ausblick vom höchsten Punkt des Dorfes ist überwältigend: Die lukanischen Calanchi erstrecken sich bis zum Horizont, gewellt und grau wie ein stürmisches Meer. Es ist eine mondartige Landschaft, öde und wunderschön, die erklärt, warum diese Gegend lange zu den ärmsten Europas gehörte — und warum, wer hier geboren wurde, sie nicht vergessen kann.
Der Besuch dauert ein paar Stunden. Die Führungen müssen im Voraus gebucht werden. Die beste Zeit sind Frühling und Herbst. Man kombiniert Craco mit Matera (eine Autostunde entfernt) und mit den lukanischen Dörfern des Basento-Tals.
Craco ist kein leichtes Erlebnis. Es ist ein Ort, der von Verlust, Flucht und Verlassenheit erzählt — aber auch von einer Schönheit, die dem Verfall widersteht. Die Häuser stürzen ein, doch der Turm bleibt. Die Menschen sind gegangen, die Landschaft nicht.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Craco?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Craco è affollata?
Craco è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Craco?
Craco si trova in Craco, Basilikata, Italien.
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Anfahrt
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