Italien

Wenig bekannte Burgen Italiens: Festungen und Herrensitze abseits des Massentourismus

Leitfaden zu Italiens weniger bekannten Burgen: 11 Festungen, Forts und Herrensitze, die man ohne Warteschlange besichtigt – von den Alpen bis nach Sizilien.

Foto di copertina — Wenig bekannte Burgen Italiens: Festungen und Herrensitze abseits des Massentourismus

Italien zählt Tausende Befestigungsanlagen, doch der Touristenstrom konzentriert sich auf eine Handvoll Namen: Castel del Monte, das Castello Sforzesco, die Herrensitze der italienischen Loire-Version. Wenig bekannte Burgen Italiens zu suchen heißt hingegen, in Höfen zu landen, in denen keine Schlange vor dem Ticketschalter steht, in denen die Führung mit Ruhe die Geschichte erzählt und in denen sich die Festung zusammen mit der Landschaft genießen lässt, die sie einst kontrollieren sollte. Hier sammeln wir elf davon, ausgewählt nach Region und Befestigungstyp: Höhenburgen, ummauerte Städte, Sperrforts, exzentrische Herrensitze. Fast alle lassen sich in einem halben Tag besichtigen und mit einem Dorf verbinden.

Höhenburgen

Wir starten im Apennin mit Rocca Calascio in den Abruzzen. Auf 1.460 Metern ist sie eine der höchstgelegenen Festungen Italiens: vier zylindrische Türme um einen Bergfried, keine Dächer, nur Kalkstein und der Wind vom Gran Sasso. Sie war Schauplatz für „Ladyhawke" und „Der Name der Rose", und doch erreicht man sie noch immer zu Fuß auf einem Pfad, und das einzige Ticket ist die Anstrengung des Aufstiegs. Daneben schließt die achteckige Kapelle Santa Maria della Pietà das Bild.

Bleibt man bei der Idee der aus dem Fels gehauenen Festung, bietet das sizilianische Landesinnere Sperlinga in der Provinz Enna: eine Burg, aus einer einzigen Sandsteinbank herausgearbeitet, mit bewohnten Grotten unter den Sälen. Am Torbogen ist die Inschrift „Quod Siculis placuit, sola Sperlinga negavit" zu lesen – während der Sizilianischen Vesper von 1282 war es das einzige Dorf, das sich dem Aufstand nicht anschloss und einer angevinischen Garnison fast ein Jahr Zuflucht bot. Ebenfalls in Sizilien, aber aus ganz anderer Zeit, ist das Castello Eurialo oberhalb von Siracusa die imposanteste griechische Festung, die uns überliefert ist: in den Fels geschlagene Gräben und unterirdische Gänge, die Dionysios I. anlegen ließ und die man fast immer allein durchschreitet.

Exzentrische Burgen

Für Liebhaber architektonischer Kuriositäten gibt es in der Toskana Sammezzano: eine Burg im maurisch-orientalistischen Stil im Valdarno, mit Stalaktitensälen, polychromen Bögen und dem berühmten Pfauensaal. Sie ist geschlossen und nur an außerordentlichen Öffnungstagen zugänglich, doch schon die Sequoia-Allee und die roten Erd-Balze rundherum lohnen den Abstecher. Ein ganz anderes Register: In Piemont ist der Ricetto di Candelo keine Herrenburg, sondern ein Festungsdorf: ein Ring aus „Zellen" aus Bachkieseln, in denen die Bauerngemeinschaft im Kriegsfall Wein und Ernte verwahrte. Zwischen den gepflasterten Gassen zu gehen bedeutet, in ein Handbuch mittelalterlicher Wehrbaukunst einzutauchen.

Die Alpen

Weiter nach Norden bewahrt Südtirol zwei Juwelen. Glorenza im Vinschgau ist eine winzige ummauerte Stadt: ein vollständiger Ring aus Mauern, Türmen und Laubengängen, den man in wenigen Minuten umrundet, mit den Gipfeln des Ortlermassivs im Hintergrund. Oberhalb von Meran wiederum steht Schloss Tirol, das Herrenhaus, das einer ganzen Region den Namen gab: skulptierte romanische Portale und eine freskierte Kapelle, erreichbar nur über einen Spaziergang durch die Apfelgärten.

Das Aostatal ist eine wahre Enzyklopädie der Burgen. Bleibt man bei den wenig besuchten: Fénis ist der Märchen-Herrenhof schlechthin, mit doppeltem Zinnenkranz und einem Innenhof, dessen Wände mit gotischen Fresken von Heiligen und Sprichwörtern geschmückt sind. Nicht weit entfernt liegt das Fort Bard, eine im 19. Jahrhundert von den Savoyen wiederaufgebaute Sperrfestung, heute Museumszentrum: Man gelangt mit Panoramaaufzügen hinauf, und zu ihren Füßen breitet sich ein steinernes Dorf aus, das der Autobahnverkehr meist ignoriert.

Der weniger touristische Süden birgt Bisaccia im hohen Irpinien: eine Herzogsburg mit normannischem Turm, nach Erdbeben wiederaufgebaut, die ein stilles Dorf mit Blick auf Apulien überragt. Es ist der Typ Etappe, die sich gut in eine langsame Route zwischen Kampanien und Daunia einfügt.

Wir schließen in der Stadt, denn nicht jede Festung thront auf einem Gipfel. In Ferrara öffnen sich hinter der Wucht des Castello Estense mit dem noch immer wasserführenden Wallgraben rote Backsteinhöfe, die kaum jemand erkundet: Renaissance-Perspektiven wenige Schritte vom Getümmel des Zentrums entfernt.

Praktische Tipps

Wer den Radius noch erweitern will, dem seien auch Ziele außerhalb dieser Auswahl empfohlen: Das Castello di Fénis hat ebenso eindrucksvolle „Vettern" wie Verrès und Issogne, während im Friaul das Castello di Gorizia und in Molise das Castello Pandone di Venafro erstaunlich ruhig bleiben. Doch für den Anfang genügen die elf oben genannten, um vier oder fünf Wochenenden zwischen Alpen, Apennin und Inseln zu füllen – stets fernab der Warteschlangen. Der praktische Tipp: Öffnungszeiten prüfen (viele öffnen saisonal oder nur an Wochenenden) und früh aufbrechen, damit die Mauern fast Ihnen allein gehören.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Wenig bekannte Burgen Italiens?

Il periodo consigliato è Juni, Juli e September, quando è meno affollata.

Dove si trova Wenig bekannte Burgen Italiens?

Wenig bekannte Burgen Italiens si trova in Italien.

Anfahrt

  • ✈️ Nächster Flughafen: CdV Palazzone di Narni ~6 km Luftlinie

Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.

Adatto a: Giugno Luglio Settembre

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