Bard, das steinerne Dorf im Schatten der Festung
Unter der berühmten Festung aus dem 19. Jahrhundert verbirgt sich ein winziges mittelalterliches Dorf aus Steinhäusern und Biforienfenstern, wo fast niemand innehält.
Foto: Benjamin West (Public domain) — Wikimedia Commons
Alle in Bard schauen zur Festung hinauf. Die Anlage des 19. Jahrhunderts, die die Enge der Dora Baltea versperrt, ist mächtig, restauriert, voller Ausstellungen und Museen: Dorthin fahren die Reisebusse und die Fotos. Doch am Fuß des Felsens, eingezwängt zwischen Fluss und Berg, gibt es ein anderes Bard, das kaum jemand zu Fuß durchquert. Es ist das Dorf, eine der kleinsten Gemeinden Italiens, mit knapp hundert Einwohnern.
Das steinerne Dorf
Man betritt es über eine einzige schmale Straße, und nach wenigen Schritten verstummt der Lärm der Festungsbesucher. Die Häuser sind aus grauem Stein, aneinandergedrängt, mit Bogenportalen und Biforienfenstern mit gekreuzten Rahmen. Es sind mittelalterliche Gebäude, viele datieren zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert, und sie tragen noch die Namen der Familien, die sie bewohnten: Casa del Vescovo, Casa Valperga, Casa della Meridiana, Casa Ciucca. Man braucht keine Schilder, um zu begreifen, dass hier seit Jahrhunderten gegangen wird.
Ein Zwangspass
Das Dorf entstand an einem obligatorischen Durchgang. Hier verlief die alte römische Via delle Gallie, in den Fels geschlagen am Talausgang, und später die Via Francigena der Pilger auf dem Weg nach Süden. Bard war immer ein Tor, ein Ort, an dem man zwangsläufig innehielt, bevor man weiterzog. Heute ist diese erzwungene Rast zu einer Wahl geworden, die nur wenige treffen: Die meisten fahren auf der Autobahn durchs Tal, ohne etwas zu bemerken.
Zwischen diesen Gassen zu wandern bedeutet, nach Details zu suchen. Ein in einen Türsturz gemeißeltes Wappen, eine verblasste Sonnenuhr, eine bearbeitete Steintreppe, die man durch ein halb geöffnetes Tor erahnt. In einer halben Stunde ist man durch, doch diese halbe Stunde verdient Langsamkeit. Im Herbst belebt der Marché au Fort das Dorf, die önogastronomische Messe der Aostataler Erzeugnisse; im Rest des Jahres bleibt es still und fast privat.
Der Ratschlag
Der Ratschlag ist einfach: Besichtigen Sie ruhig die Festung, aber reservieren Sie Zeit für das Dorf darunter. Steigen Sie seine Gässchen hinauf und hinunter, vor oder nach dem Ansturm, an einem Morgen in der Übergangszeit, wenn der Stein kühl ist und die gotischen Fenster von allein die ganze Geschichte erzählen, die die Festung allein nicht zu erklären vermag.
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Anreise
Bard liegt im unteren Aostatal, am Fuß der Festung. Mit dem Auto verlässt man die Autobahn A5 bei Pont-Saint-Martin, wenn man aus dem Süden kommt, oder bei Verrès, wenn man aus Aosta kommt, und folgt dann der Staatsstraße 26. Der nächste Bahnhof ist Hone-Bard, wenige Schritte vom Dorf entfernt, doch auf der Linie Ivrea-Aosta gibt es derzeit einen Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten. Der zuständige Flughafen ist Turin Caselle.
Praktische Reiseführer für Turin
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Bard?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Bard è affollata?
Bard è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Bard?
Bard si trova in Bard, Aostatal, Italien.
Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Hône-Bard ~1 km Luftlinie
- ✈️ Nächster Flughafen: Aeroporto regionale della Valle d'Aosta / Aéroport régional de la Vallée d'Aoste AOT ~33 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.