Castello di Issogne: die Freskenzyklen, die niemand besucht
Im unteren Aostatal bewahrt eine Burg des 15. Jahrhunderts einen der vollständigsten profanen Freskenzyklen des späten alpinen Mittelalters – fast ohne Besucher.
Foto: Hagai Agmon-Snir حچاي اچمون-سنير חגי אגמון-שניר (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Wenige Kilometer talabwärts von Verrès, am linken Ufer der Dora Baltea, präsentiert sich das Castello di Issogne ohne spektakuläre architektonische Vorreden: kein Postkarten-Zinnenturm, keine dramatische Zugbrücke. Und doch birgt es in seinem Inneren einen der außergewöhnlichsten Freskenzyklen des späten 15. Jahrhunderts im Alpenraum, und sein Innenhof gehört zu den elegantesten des Aostatals. Von Giorgio di Challant zwischen 1490 und 1503 umgestaltet, ist die Burg nahezu unverändert geblieben.
Die Fresken des mittelalterlichen Alltagslebens
Unter den Arkaden, die den Innenhof umschließen, dokumentiert eine Reihe von Freskenlunetten mit außerordentlicher Präzision das wirtschaftliche und soziale Leben des späten Mittelalters im Aostatal: ein Metzger bei der Arbeit, ein Apotheker mit seinen Gewürzen, ein Tuchhändler, ein Schuster. Es sind Alltagsszenen, mit fast flämischem Realismus gemalt, eine erstrangige ikonografische Quelle für Historiker und Forscher. Der Brunnen in der Mitte des Hofes mit dem schmiedeeisernen Granatapfel als Symbol der Challant zählt zu den berühmtesten Zierstücken der Region.
Die Innenräume und der Waffensaal
In den oberen Stockwerken bewahren die Räume der herrschaftlichen Gemächer bemalte Kassettendecken, monumentale Kamine und Möbel aus der Zeit. Der Waffensaal beherbergt eine Sammlung authentischer Stücke aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Der gesamte Besichtigungsrundgang dauert etwa eine Stunde und wird von der Fondazione Cassa di Risparmio di Torino gemeinsam mit der Region betrieben. Der Eintritt liegt unter sechs Euro, mit Ermäßigungen für unter 18- und über 65-Jährige.
Wie man den Besuch plant
Issogne liegt etwa 70 Kilometer von Aosta in Richtung Ivrea, Autobahnausfahrt Verrès. Die Burg ist täglich außer dienstags geöffnet, mit reduzierten Öffnungszeiten im Winter. Im Ort fehlt es nicht an einer Trattoria, in der man die soupe de valpelline probieren kann, eine Brot-, Wirsing- und Fontina-Suppe, die besser wärmt als jeder andere erste Gang des Aostatals. Die besten Monate für einen Besuch sind April bis Oktober, doch als überdachte Sehenswürdigkeit ist die Burg ganzjährig zugänglich.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Castello di Issogne?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, Juli, August, September e Oktober, quando è meno affollata.
Castello di Issogne è affollata?
Castello di Issogne è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Castello di Issogne?
Castello di Issogne si trova in Issogne, Aostatal, Italien.
Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Verrès ~1 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.