Viscri: das siebenbürgische Sachsendorf, in dem die Zeit ein diskreter Gast ist
Viscri, abgelegenes Sachsendorf in Siebenbürgen mit UNESCO-Wehrkirche und dem Charme einer zeitlosen rumänischen Landschaft.
Foto: pepsiline (CC BY-SA 4.0) — Flickr
Ein Dorf am Rand der Zeit
Viscri ist einer jener Orte, die man zufällig entdeckt oder durch langsame, hartnäckige Mundpropaganda. Sechzig Häuser entlang einer Schotterstraße, eine Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert auf dem Hügel, Hühner, die den Weg überqueren, und kein einziger Souvenirladen. Als der britische Prinz Charles 2006 hier ein Haus kaufte, tat er dies nicht aus einer Laune heraus: Er wollte eine Welt retten, die im Verschwinden begriffen war. Diese Welt gibt es noch, und sie zu besuchen ist ein Privileg.
Was man in Viscri sehen sollte
Die Wehrkirche
Die Wehrkirche von Viscri, seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe, ist das Herz des Dorfes. Sie wurde im 12. Jahrhundert von der sächsischen Gemeinschaft errichtet und später mit Verteidigungsmauern samt Türmen und Basteien umgeben, in denen sich die Bewohner während der osmanischen und tatarischen Überfälle in Sicherheit bringen konnten. Im Inneren ist die lutherische Strenge bewegend: weiße Wände, dunkle Holzbänke, eine Orgel aus dem 18. Jahrhundert. Der Glockenturm bietet einen 360-Grad-Blick auf die welligen Hügel Siebenbürgens.
Die Sachsenhäuser
Die Häuser des Dorfes mit ihren bunten Fassaden und massiven Holztoren sind kleine Meisterwerke ländlicher Baukunst. Viele wurden sorgfältig restauriert, mit Kalk, lokalem Stein und Eichenbalken. Einige beherbergen ländliche Pensionen (case de oaspeți), in denen man in Betten mit handgewebten Decken schläft. Das von Prinz Charles gekaufte Haus mit der Nummer 163 kann nach Voranmeldung besichtigt werden.
Das lokale Handwerk
Die Frauen von Viscri haben die Tradition der Filz- und Strickverarbeitung wiederentdeckt und stellen Socken, Pantoffeln und Decken her. Das Projekt hat dem Dorf eine Einkommensquelle beschert, die mit seiner Identität vereinbar ist. Im Sommer kann man die kleinen Werkstätten besuchen.
Was man essen kann
In Viscri isst man, was die Erde hergibt, zubereitet wie vor hundert Jahren:
- Zacuscă — Creme aus gerösteten Auberginen und Paprika
- Tocană — Schweine- oder Hühnereintopf mit Zwiebeln und Paprika, mit dampfender mămăligă
- Im Holzofen gebackenes Brot, oft mit Kümmelsamen
- Palincă — hausgemachter Pflaumenschnaps als Willkommensgruß und Digestif
Restaurants gibt es nicht: Man isst in den Pensionen. Die Pension Viscri 125 gehört zu den beliebtesten.
Wie man hinkommt
Viscri liegt etwa 40 km von Sighișoara entfernt. Ein Auto ist nötig. Der bequemste Flughafen ist Târgu Mureș (90 km), gefolgt von Sibiu (100 km).
Wann man hinfahren sollte
Mai und Juni sind die schönsten Monate: blühende Wiesen, lange Tage, ideale Temperaturen. September bietet warme Herbstfarben und Weinlese. Der Winter ist hart, aber stimmungsvoll.
Ein anderer Rhythmus
Viscri ist ein Ort, um zu entschleunigen, über die Wiesen zu spazieren, der Stille zu lauschen. Wer Authentizität sucht, findet einen der ursprünglichsten Orte Europas.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Viscri?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August e September, quando è meno affollata.
Viscri è affollata?
Viscri è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Viscri?
Viscri si trova in Viscri, Rumänien.