Das Vallone di Saint-Barthélemy und das Heiligtum von Cuney
Im Aostatal, oberhalb von Nus, bleibt das Vallone di Saint-Barthélemy unbeachtet von jenen, die zum Matterhorn und Mont Blanc eilen. Und doch birgt es Alpenseen und das Heiligtum von Cuney, eines der höchstgelegenen Europas, nur zu Fuß in der Stille erreichbar.
Foto: F Ceragioli (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Das Aostatal besteht aus berühmten Gipfeln, und gerade deshalb aus vergessenen Seitentälern. Während sich die Menschenmassen zum Matterhorn oder zum Mont Blanc konzentrieren, genügt es, oberhalb des Dorfes Nus aufzusteigen, um in das Vallone di Saint-Barthélemy zu gelangen, ein ruhiges und lichtes Seitental, in dem der Massentourismus schlicht nie angekommen ist. Ausgangspunkt ist hier der Kessel von Lignan, den Sternfreunden für sein astronomisches Observatorium bekannt: der Himmel ist so dunkel und rein, dass man dort eine Sternwarte errichtet hat, und das sagt schon viel über die Abgeschiedenheit des Ortes.
Das Heiligtum
Das Ziel des Weges ist das Heiligtum von Cuney, geweiht der Muttergottes vom Schnee, einer der höchstgelegenen Kultorte Europas. Es ist ein kleines Steinbauwerk, eingebettet in ein Amphitheater aus Weiden und Felsen in Höhen, in denen die Bäume bereits aufgegeben haben, neben einem kleinen See. Ihn zu erreichen, ist an sich schon das Erlebnis: es gibt keine Straße, keinen Lift, man gelangt nur mit den eigenen Beinen dorthin, auf Wegen, die sanft durch noch bewirtschaftete Almen ansteigen.
Die Route
Die klassische Route beginnt im Gebiet von Lignan und Porliod, wo die Straße endet, und steigt hinauf zur Alm und zu den Seen, die als Vorzimmer zum Heiligtum dienen. Unterwegs trifft man auf Wasserspiegel wie den Lago di Cuney und die anderen kleinen Seen des Tals, dunkle Juwelen, eingerahmt von blühenden Wiesen und Geröllfeldern. Die Progression ist die typische des Aostataler Hochgebirges: man verlässt die Lärchenwälder, durchquert die Weiden mit den Steinhütten, steigt schließlich in die mineralische Welt hinauf, in der das Heiligtum erscheint. Wer ein längeres Erlebnis sucht, kann das Heiligtum mit den benachbarten Pässen und Tälern verbinden, denn dieses Gebiet ist ein Knotenpunkt alter Wege, die die Valpelline mit dem Matterhorntal verbinden, einst von Pilgern und Hirten begangen.
Vom Heiligtum umfasst der Blick ein weites Panorama auf die Gipfel, die das Aostatal von der Schweiz trennen: ein Lohn, der die Mühe des Aufstiegs reichlich ausgleicht. Viele wählen die Übernachtung in der ans Heiligtum angeschlossenen Hütte, um Sonnenuntergang und Sonnenaufgang in der Höhe, fernab von allem, zu genießen und den Höhenunterschied auf zwei Tage zu verteilen.
Anreise
Man kommt mit dem Auto von Nus aus über die Talstraße nach oben, bis zu den Dörfern von Saint-Barthélemy und zum Kessel von Lignan. Der letzte Aufstieg zum Heiligtum ist eine echte Bergwanderung: der Höhenunterschied ist anspruchsvoll und der Untergrund abschnittsweise steinig, doch es gibt keine technischen Schwierigkeiten oder ausgesetzten Passagen, und der Weg ist gut markiert. Er sollte mit guter Kondition, geeignetem Schuhwerk und dem Bewusstsein angegangen werden, dass man in großer Höhe wandert, wo das Wetter rasch wechseln kann. Die Dauer hängt vom Ausgangspunkt ab, doch es ist vernünftig, einen ganzen Tag einzuplanen, oder bequemer auf zwei Tage mit einer Nacht in der Hütte zu verteilen.
Wann hinfahren
Die richtige Zeit ist der Hochsommer, von Juli bis September, wenn die hohen Wege schneefrei sind und die Hütte des Heiligtums geöffnet hat. Der September ist besonders schön: die Luft wird kristallklar, die Weiden verfärben sich golden und die wenigen Sommerwanderer sind bereits ins Tal abgestiegen. Die Menschenmenge ist in diesem Tal nie ein Problem, gerade weil alle woanders hinschauen, zu den berühmteren Bergen: wer Cuney wählt, findet den Weg fast immer für sich.
Ein praktischer Tipp: brich mit Wasservorrat und früh am Morgen auf. In der Höhe brennt die Sonne am späten Vormittag stark, und Nachmittagsgewitter lauern gleich um die Ecke, deshalb lohnt es sich, das Heiligtum in den kühlen Morgenstunden zu erreichen. Nimm auch im August warme Schichten mit, denn dort oben ist der Wind stets auf der Lauer, und wenn du kannst, bleibe eine Nacht: die Stille des Tals nach Sonnenuntergang, unter einem der sternenreichsten Himmel der Alpen, ist der wahre Grund, so weit hinaufzusteigen.
Praktische Reiseführer für Como
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Das Vallone di Saint-Barthélemy und das Heiligtum von Cuney?
Il periodo consigliato è Juni, Juli e September, quando è meno affollata.
Dove si trova Das Vallone di Saint-Barthélemy und das Heiligtum von Cuney?
Das Vallone di Saint-Barthélemy und das Heiligtum von Cuney si trova in Aostatal, Italien.