Seyðisfjörður: der Regenbogen-Fjord Islands, wo Kunst auf arktische Stille trifft
Seyðisfjörður, farbenfrohes Dörfchen in einem ostisländischen Fjord, überrascht mit seiner Regenbogenstraße, einer lebendigen Kunstszene und einer grandiosen Naturkulisse.
Foto: Kasa Fue (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Ein Regenbogen, gemalt auf den Grund des Fjords
Der Osten Islands ist der am wenigsten besuchte Teil der Insel – die meisten Touristen konzentrieren sich auf den Goldenen Kreis und die Südküste und überlassen den Osten seiner einsamen Erhabenheit. Und gerade hier, am Ende eines schmalen, tiefen Fjords, umringt von 1.200 Meter hohen Bergen, verbirgt sich eines der bezauberndsten Dörfer Islands: Seyðisfjörður.
Man erkennt es an der Regenbogenstraße: einer kleinen, in den Farben des Regenbogens bemalten Straße, die von der blauen Holzkirche hinunter zum Hafen führt und zu einem der Symbole des zeitgenössischen Islands geworden ist. Doch Seyðisfjörður ist weit mehr als ein Fotomotiv: Es ist ein Dorf mit siebenhundert Seelen, einer überraschenden Kunstszene, einem Erbe norwegischer Holzhäuser aus dem 19. Jahrhundert und einer Fjordlandschaft, die einem buchstäblich den Atem raubt.
Was es zu sehen gibt
Die blaue Kirche (Bláa kirkjan)
Die kleine, hellblaue Holzkirche, 1922 im norwegischen Stil erbaut, ist das visuelle Herz des Dorfes. Zu ihren Füßen beginnt die berühmte Regenbogenstraße (Regnbogagata), die während des LungA-Festivals mit Performances und Installationen zum Leben erwacht. Im Sommer finden in der Kirche Klassikkonzerte statt – die Akustik des Holzes und die Stille des Fjords schaffen eine unvergessliche Atmosphäre.
Die norwegischen Häuser
Seyðisfjörður wurde im 19. Jahrhundert von norwegischen Fischern und Kaufleuten gegründet, die ihre architektonischen Traditionen mitbrachten. Die in kräftigen Farben – Gelb, Rot, Grün, Blau – gestrichenen Holzhäuser gleichen jenen an der norwegischen Küste, ein Stück Norwegen, verpflanzt nach Island. Viele wurden restauriert und beherbergen heute Galerien, Künstlerateliers und Cafés.
Das Technikmuseum (Tækniminjasafn Austurlands)
Das Technikmuseum Ostislands, in einem alten Hafenlager untergebracht, erzählt die Geschichte der Telekommunikation Islands: 1906 erreichte hier das erste unterseeische Telegrafenkabel aus Europa Island und verband die Insel erstmals mit der Welt. Das Museum ist klein, aber faszinierend, mit originalen Telegrafenapparaten und einer Abteilung zur Heringsfischerei.
Wasserfälle und Wanderungen
Der Fjord von Seyðisfjörður ist von Wasserfällen umkränzt. Am spektakulärsten sind die fünfundzwanzig Kaskaden, die entlang der Straße vom Fjarðarheiði-Pass hinab ins Dorf aufeinanderfolgen – eine Strecke, die für sich allein schon die Reise wert ist. Für Wanderer folgt der Pfad zum verlassenen Dorf Vestdalur dem Ufer des Fjords durch eine Landschaft von seltener Schönheit: grüne Wiesen, arktische Blumen und Wasserfälle, die von Felswänden stürzen.
Das LungA-Festival
Jedes Jahr im Juli verwandelt das LungA-Festival Seyðisfjörður zum Zentrum der zeitgenössischen isländischen Kunst: Installationen, Musik, Performances, Workshops und Ausstellungen erobern eine Woche lang das Dorf. Es ist Islands kreativstes Festival, mit einer intimen und experimentellen Atmosphäre, die Künstler aus aller Welt anzieht.
Was man essen sollte
- Plokkfiskur – der isländische Fischeintopf, aus Kabeljau oder Schellfisch, Kartoffeln und Zwiebeln. Arktisches Comfort Food vom Feinsten.
- Harðfiskur – der windgetrocknete isländische Fisch, serviert mit Butter. Ein proteinreicher Snack, den schon die Wikinger auf ihre Fahrten mitnahmen.
- Skyr – das isländische Milchprodukt, dem Joghurt ähnlich, aber technisch ein Frischkäse, cremig und leicht säuerlich. Mit wilden Blaubeeren ein perfektes Frühstück.
- Kjötsúpa – die isländische Lammsuppe mit Wurzelgemüse, tröstend und nahrhaft.
Das Nordic Bistro ist das wichtigste Restaurant des Dorfes, mit Gerichten aus lokalem Fisch und isländischem Lamm. Das Kaffi Lára - El Grillo Bar ist der Treffpunkt der Künstlergemeinde, mit handwerklichen Bieren und Live-Musik.
Anreise
Seyðisfjörður liegt im Osten Islands. Der nächste Flughafen ist Egilsstaðir (EGS), nur 25 Kilometer entfernt (30 Minuten Autofahrt über den Fjarðarheiði-Pass – Achtung: Der Pass kann von Oktober bis April wegen Schnee gesperrt sein). Von Reykjavik dauert der Inlandsflug nach Egilsstaðir 1 Stunde. Mit dem Auto von Reykjavik: rund 10 Stunden über die Ring Road (Route 1). Die Fähre der Smyril Line aus Dänemark und von den Färöern legt in Seyðisfjörður an – der einzige internationale Fährhafen Islands.
Wann fahren
Juni bis August für die endlosen Tage (die Mitternachtssonne dauert von Mitte Juni bis Mitte Juli), das LungA-Festival und die Wanderungen. Temperaturen zwischen 8 °C und 15 °C. September für Polarlichter und Herbstfarben (spärlich, aber intensiv). Im Winter kann der Pass gesperrt sein und das Dorf bleibt isoliert – faszinierend, aber anspruchsvoll. Seyðisfjörður ist der Typus Ort, der seine Besucher verändert: Die Stille des Fjords, das unmögliche Licht der Arktis und die Kreativität der Künstlergemeinde weben eine Alchemie, die man nicht vergisst.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Seyðisfjörður?
Il periodo consigliato è Juni, Juli, August e September, quando è meno affollata.
Seyðisfjörður è affollata?
Seyðisfjörður è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Seyðisfjörður?
Seyðisfjörður si trova in Seyðisfjörður, Island.