Sare, das baskische Dorf, das dem Atlantik den Rücken kehrt und nach Spanien blickt
Blutrote Fachwerkhäuser, prähistorische Höhlen und Schmugglerpfade am Fuß der Rhune, nur einen Steinwurf von der spanischen Grenze entfernt.
Foto: Gilles Guillamot (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Es gibt Dörfer, die sich mit einem einzigen Blick vom zentralen Platz aus erschließen. Sare muss man sich erarbeiten: Die Häuser drängen sich nicht um eine einzige Kirche, sondern verteilen sich auf Weiler, die sich an die Hänge schmiegen, welche zur Rhune hinaufführen, dem Grenzberg zwischen Frankreich und Spanien. Man kommt wegen der labourdinischen Architektur, jener blutroten oder dunkelgrünen Fachwerkfassaden, die oft aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen, doch man bleibt wegen etwas anderem: einem Gefühl, am Ende der Welt zu sein, obwohl die Küste nur eine Handvoll Kilometer entfernt liegt.
Die Geschichte von Sare erschöpft sich nicht in seinen hübschen Häusern. Die Höhlen, die den Namen des Dorfes tragen, waren schon in der Vorgeschichte, vor Zehntausenden von Jahren, von Menschen bewohnt und können heute im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden, zwischen Stalaktiten und einer eindrucksvollen Beleuchtung der Stätte. Näher an unserer Zeit traf die Französische Revolution die Bevölkerung hart: 1794 wurden die Einwohner unter prekären Bedingungen deportiert, ein schmerzhaftes Kapitel, an das im Dorf bis heute erinnert wird. Und dann gibt es noch die andere, diskretere Geschichte, die der Grenze: Jahrzehntelang wurden die Pfade, die zur Rhune und nach Spanien hinaufführen, von Schmugglern genutzt – eine Tradition des heimlichen Grenzübertritts, die lange Zeit zum Alltag dieser baskischen Bergdörfer gehörte, mit Waren und später auch mit Menschen auf der Flucht.
Heute zieht dasselbe Gelände eher Wanderer als Schmuggler an. Die 905 Meter hohe Rhune beherrscht die Landschaft und lässt sich zu Fuß über Gratwege erklimmen oder mit der Zahnradbahn vom benachbarten Pass aus erreichen, für alle, die lieber den Ausblick genießen als sich dafür abzumühen. Von dort oben bieten sich bei klarem Wetter der Ozean auf der einen und die ersten Ausläufer der Pyrenäen auf der anderen Seite – ein recht treffendes Bild dessen, was das Baskenland ausmacht: ein Gebiet, eingeklemmt zwischen Meer und Bergen, wo man von einem einzigen Gipfel aus alles überblickt.
Anfahrt
Sare liegt im Landesinneren, etwa zehn Kilometer von der baskischen Küste entfernt. Der nächstgelegene Bahnhof ist Saint-Jean-de-Luz-Ciboure, der mit TGV-Verbindungen von Paris sowie Regionalzügen von Bayonne und Bordeaux erreichbar ist; von dort verbindet eine regionale Buslinie den Bahnhof mit dem Dorf – eine praktische Option für alle ohne Auto, auch wenn die Taktung der eines ländlichen Gebiets entspricht. Der nächste Flughafen ist Biarritz-Anglet-Bayonne, weniger als dreißig Kilometer entfernt, was ihn zu einem guten Ausgangspunkt für einen Aufenthalt macht, der Küste und Hinterland verbindet. Mit dem Auto erreicht man Sare bequem von Saint-Jean-de-Luz oder Bayonne über die kleinen Straßen, die sich durch die Hügel schlängeln, in etwa einer halben Stunde.
Was man essen sollte
Die lokale Küche schöpft aus dem, was Berge und Meer, nur wenige Kilometer voneinander entfernt, zu bieten haben: Erzeugnisse aus den umliegenden Bauernhöfen, Fisch und Meeresfrüchte von der nahen Küste. Dies ist die Heimat des Ossau-Iraty, des gereiften Schafskäses, der traditionell mit einem Klecks Schwarzkirschmarmelade serviert wird, und allgemeiner einer baskischen bäuerlichen Küche, die nicht beeindrucken, sondern ehrlich sättigen will.
Wann man reisen sollte
Das Klima, zugleich ozeanisch und gebirgig geprägt, bringt das ganze Jahr über häufigen Regen und eher milde als strenge Winter. Um das Dorf ohne den Andrang zu genießen, der die baskische Küste im Juli und August überflutet, empfiehlt sich der Frühling oder der frühe Herbst: Das Licht ist sanft, die Wege der Rhune weniger überlaufen, und die Terrassen der Nachbardörfer noch ruhig. Es ist auch die Jahreszeit, in der das umliegende Land, dank der atlantischen Feuchtigkeit das ganze Jahr über grün, sich von seiner großzügigsten Seite zeigt.
Praktische Informationen
In che periodo conviene visitare Sare?
Meglio April, Mai, Juni, September e Oktober: sono i mesi con minore affluenza turistica.
Sare è una meta turistica affollata?
Rispetto alle destinazioni più turistiche, Sare è sehr ruhig.
Dove si trova esattamente Sare?
Sare sorge in Pyrénées-Atlantiques, Paese Basco.