Medinaceli: der römische Bogen und der Herzogspalast auf der kastilischen Hochebene
Medinaceli ist ein Ort auf der kastilischen Hochebene mit dem einzigen dreitorigen römischen Triumphbogen der Iberischen Halbinsel und einem Herzogspalast, der auf die Unendlichkeit hinausblickt.
Foto: Olga Gairin (CC BY-SA 3.0) — Wikimedia Commons
Die Grenze zwischen Rom und al-Andalus
Medinaceli ist ein Ort der Grenzen. Auf 1.030 m Höhe am Rand einer Hochebene thronend, die zum Tal des Jalón hin abstürzt, war dieses Städtchen in der Provinz Soria jahrhundertelang die Kontakt- und Konfliktlinie zwischen christlicher und muslimischer Welt. Sein arabischer Name, Madīnat Sālim ("Stadt des Salim"), und sein dreitoriger römischer Triumphbogen, der einzige auf der Iberischen Halbinsel, erzählen eine Geschichte, die zweitausend Jahre und zwei Zivilisationen umspannt.
Medinaceli liegt an der A-2 (Madrid–Zaragoza), rund 150 km von Madrid und 75 km von Soria entfernt. Der nächste Bahnhof ist Medinaceli-Arcos an der AVE-Strecke Madrid–Barcelona, doch nicht alle Züge halten – die Fahrpläne unbedingt prüfen. Mit dem Auto ist die Ausfahrt von der A-2 gut ausgeschildert. Die Auffahrt zum Ortskern von der Autobahn ist kurz und szenisch.
Was man in Medinaceli sehen sollte
Der römische Triumphbogen
Der römische Triumphbogen von Medinaceli aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. ist ein einzigartiges Monument: der einzige erhaltene dreitorige Triumphbogen der Iberischen Halbinsel. Aus goldfarbenem Kalkstein errichtet, erhebt er sich am Ortseingang mit einer Eleganz, an der die Zeit nicht gerüttelt hat. Die Ausmaße sind kleiner als bei den Bögen Roms oder der Provence, doch seine Lage – gegen den leeren Himmel der Hochebene – verleiht ihm eine Erhabenheit, die Fotos nicht einfangen. Die genaue Bedeutung des Bogens ist umstritten: Triumphal, kommemorativ oder Stadttor – die Antwort liegt in den Jahrhunderten verborgen.
Der Herzogspalast und die Plaza Mayor
Der Palacio Ducal, im 16. Jahrhundert von der mächtigen Familie Medinaceli erbaut (die ihren Namen vom Ort erhielt, nicht umgekehrt), beherrscht die Plaza Mayor mit seiner Renaissancefassade aus Sorianer Stein. Der Platz selbst mit seinem unregelmäßigen Pflaster und den hölzernen Balkonen ist ein perfektes Beispiel kastilischer Stadtarchitektur. Vom Platzrand aus ist der Blick auf das Tal des Jalón schwindelerregend: An klaren Tagen sieht man die Gipfel des Iberischen Systems.
Die Kollegiatkirche und das Beaterio
Die Colegiata de Nuestra Señora de la Asunción, im 16. Jahrhundert auf einer früheren Moschee wiedererrichtet, bewahrt einen schönen Renaissance-Innenraum und einen Kreuzgang mit Rundbögen. Das nahegelegene Beaterio (Beginenkloster) ist ein strenges Gebäude von diskretem Charme, heute Sitz eines kleinen Museums, das römische, westgotische und islamische archäologische Funde aus der Umgebung zeigt.
Das römische Mosaik und die Reste der Burg
Unter dem Hauptplatz kann ein römisches Bodenmosaik aus dem 2.–3. Jahrhundert n. Chr. besichtigt werden (Auskünfte im Fremdenverkehrsbüro). Die Reste der islamischen Burg auf dem Hügelgipfel bieten wenige Ruinen, aber weite Ausblicke. Der Spaziergang entlang der alten Stadtmauern, die heute teilweise in die Häuser einbezogen sind, lässt die historische Schichtung des Ortes wie ein offenes Buch lesen.
Was man essen sollte
- Torrezno de Soria: Schweinespeck, so lange frittiert, bis er extrem knusprig wird, dann in heißes Öl getaucht. Der berühmteste Snack der Provinz Soria, mit eigener Herkunftsbezeichnung und jährlichem Wettbewerb.
- Migas sorianas: in Öl geröstete Brotkrumen mit Knoblauch, Chorizo und Speck. Das Gericht der Hirten der Meseta.
- Mantequilla de Soria: handwerklich hergestellte Butter aus Soria, in ganz Spanien für ihre Qualität berühmt. Wird als Aperitif auf Röstbrot serviert.
- Sopa de ajo castellana: Knoblauchsuppe mit Ei, Brot und geräuchertem Paprika. Die Speise der kalten Abende auf der Hochebene.
Das Restaurante Nico am Fuß des Ortes ist eine Referenz der Sorianer Küche. Die Posada de Medinaceli bietet mittags ein Menü fixo mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wann hinfahren
Die besten Monate sind Mai, Juni, September und Oktober. Der Sommer ist tagsüber heiß, doch die Abende auf der Hochebene sind frisch und angenehm. Der Winter ist kalt und windig, mit gelegentlichen Schneefällen, die den römischen Bogen auf spektakuläre Weise weiß färben. Der Toro Jubilo (zweiter Samstag im November), ein umstrittenes Fest, bei dem ein Stier mit Feuerkugeln an den Hörnern durch die Straßen läuft, ist eine uralte Veranstaltung, die die Gemüter spaltet, aber Tausende Besucher anzieht.
Der Horizont als Lebensphilosophie
Medinaceli ist ein Ort, der den Blick auf die Weite erzieht. Die kastilische Hochebene lehrt, in die Ferne zu schauen: Es gibt keine Hindernisse, keine Ablenkungen, nur die Linie des Horizonts, die auf den Himmel trifft. Es ist eine Lektion in Wesentlichkeit, die man lange nach dem Verlassen dieser goldenen Steine, dieser uralten Stille, dieses Windes, der nie aufhört zu wehen, in sich trägt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Medinaceli?
Il periodo consigliato è Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Medinaceli è affollata?
Medinaceli è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Medinaceli?
Medinaceli si trova in Medinaceli, Kastilien und León, Spanien.