Masserano: das Miniaturfürstentum, das den Savoyern trotzte
Masserano war fast zwei Jahrhunderte lang ein unabhängiges Fürstentum. Sein Ort in der Provinz Biella bewahrt die Kollegiatskirche, den Fieschi-Palast und die Stille einer vergessenen Hauptstadt.
Foto: autore sconosciuto (CC BY 2.5) — Wikimedia Commons
Im Piemont gibt es einen Ort mit tausend Einwohnern, der fast zwei Jahrhunderte lang ein unabhängiges Fürstentum war, mit eigener Münzstätte und dem Recht, Geld zu prägen. Masserano, in der niederen Ebene der Provinz Biella, war Lehen der Fieschi aus Genua und dann von 1598 bis 1767 – als die Savoyer es dem Piemont eingliederten – autonomes Fürstentum. Aus jener Zeit stehen noch der fürstliche Palast, die Kollegiatskirche San Teonesto und ein Platz, der noch immer die Proportionen dessen hat, der für einen Hof plante und nicht für ein Dorf.
Die Kollegiatskirche und der Palast
Die zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert im Auftrag der Fürsten Fieschi errichtete Kollegiatskirche San Teonesto ist eine der ambitioniertesten Kirchen des ländlichen Biellese: Die barocke Fassade, der Glockenturm und das dreischiffige Innere mit Stuckaturen und Altarbildern von guter Qualität zeugen von einem höfischen Mäzenatentum, das man dem kleinen Ort nicht ansehen würde. Der fürstliche Palast, heute teilweise geöffnet, bewahrt Säle mit Fresken aus dem 17. Jahrhundert. Der Besuch ist kostenlos, die Öffnungszeiten müssen jedoch mit der Gemeindeverwaltung abgesprochen werden.
Die Landschaft der niederen Biellese
Masserano liegt in dem Ebenenstreifen zwischen Biella und Vercelli, einer Landschaft aus Reisfeldern und Kanälen, die im Frühling weite Himmel spiegelt. Der Ort ist von Reisfeldern und Pappelreihen umgeben, die im Herbst zu goldenen Säulen werden. Die Stille prägt das Gebiet: Keine Autobahn führt vorbei, und die Züge hört man nur aus der Ferne.
Anreise und Erwartungen
Masserano ist 15 Kilometer von Biella und 60 Kilometer von Turin entfernt. Mit dem Auto erreicht man es über die Provinzialstraße 142 von Biella Richtung Gattinara. Im Ort gibt es keine Hotels: Die beste Lösung sind B&Bs in den umliegenden Höfen oder eine Unterkunft in Biella. Die ideale Reisezeit ist Frühling oder Spätsommer, wenn die überfluteten Reisfelder den Himmel spiegeln.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Masserano?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Masserano è affollata?
Masserano è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Masserano?
Masserano si trova in Masserano, Biella, Italien.