Peccioli: das toskanische Dorf, das auf zeitgenössische Kunst gesetzt hat
Ein mittelalterliches Dorf im Pisaner Hinterland, verwandelt in ein Freilichtmuseum: Installationen, Kulturstiftungen und eine Gemeinschaft, die sich neu erfunden hat.
Foto: LigaDue (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
In der Toskana kennen alle San Gimignano, Volterra, Montepulciano. Niemand kennt Peccioli – und genau das ist der Punkt. Dieses Dorf mit dreitausend Seelen auf den Hügeln der Valdera, zwischen Pisa und Volterra, hat einen anderen Weg eingeschlagen als den des Massentourismus: Es hat auf zeitgenössische Kunst, Kultur und intelligente Aufwertung gesetzt.
Ein verstreutes Museum durch die Straßen
Wer durch Peccioli spaziert, stößt unvermittelt auf Installationen internationaler Künstler. Monumentale Skulpturen tauchen auf kleinen Plätzen auf, signierte Wandbilder verwandeln die Mauern der Scheunen, und ein modernes Amphitheater – das Fonte Mazzola – belegt einen Hügel mit Blick über die toskanische Landschaft. Die Kunst ist nicht in einem Museum eingesperrt: Sie ist das Gewebe des Dorfes selbst. Die Fondazione Peccioliper leitet das Kulturprogramm und gibt regelmäßig neue Werke in Auftrag.
Von der Mülldeponie zum Technologiepark
Die überraschendste Geschichte von Peccioli betrifft seine Mülldeponie. In den 1990er Jahren verwandelte die Gemeinde ein Umweltproblem in eine wirtschaftliche Ressource: Die Abfallbehandlungsanlage wurde zu einem Technologiezentrum, das Einnahmen generiert, die in die Gemeinschaft reinvestiert werden. Mit diesen Mitteln finanzierte Peccioli Restaurierungen, Künstlerresidenzen, eine Freilichtarena und sogar ein experimentelles autonomes Transportsystem. Es ist ein Modell der Kreislaufwirtschaft, angewandt auf ein mittelalterliches Dorf.
Piazza del Popolo und die Pieve
Der historische Kern gruppiert sich um die Piazza del Popolo, dominiert von der Pieve di San Verano mit ihrem romanischen Glockenturm. Die abschüssigen Gassen hinunter aufs Land sind still und unversehrt: Steinmauern, grüne Fensterläden, Katzen in der Sonne. Es gibt keinen Souvenirladen. Kein Restaurant für Touristen. Es gibt eine Apotheke, einen Tante-Emma-Laden, eine Bar, wo die Alten Karten spielen. Das Dorf funktioniert noch als lebendiger Organismus, nicht als Fotokulisse.
Das Grüne Dreieck und die Hügel
Peccioli ist von einer Hügellandschaft von seltener Schönheit umgeben: Zypressen, Olivenhaine, Getreidefelder und tonige Erosionsrinnen, die an die crete senesi erinnern, aber ohne Menschen. Das Grüne Dreieck ist eine Rundstrecke zwischen Peccioli, Ghizzano und Lajatico (dem Heimatdorf von Andrea Bocelli), die man in einer Stunde mit dem Auto oder an einem Tag zu Fuß zurücklegt. Ghizzano ist ein weiteres Juwel: ein Weiler mit ein paar Dutzend Einwohnern, wo David Tremlett eine ganze Fassade bemalt und Alicja Kwade eine Skulptur ins Weizenfeld gesetzt hat.
Essen in Peccioli
Die Küche ist die des Pisaner Landes: pappa al pomodoro, ribollita, Wildschwein, Pecorino aus den Hügeln. Die Gasthäuser im Ort sind wenige und authentisch – kein Sternerestaurant, keine Ansprüche, großzügige Portionen und Preise, über die man in San Gimignano lachen würde. Der Wein aus den Hügeln der Valdera etabliert sich als Alternative zum Chianti: weniger berühmt, weniger teuer, ebenso gut.
Warum nach Peccioli reisen
Peccioli ist die Toskana, die man nicht auf Instagram findet. Keine Schlangen, keine kostenpflichtigen Parkplätze, keine Touristenmenüs. Ein Dorf, das statt seine mittelalterliche Vergangenheit zu verkaufen, beschlossen hat, in die Gegenwart zu investieren. Wenn du das authentische Toskana suchst – jenes, das lebt, produziert, experimentiert – ist Peccioli eine der besten Antworten.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Peccioli?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Peccioli è affollata?
Peccioli è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Peccioli?
Peccioli si trova in Peccioli, Pisa, Italien.
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