Asinara: die Gefängnisinsel Sardiniens, auf der die Natur gesiegt hat
Ehemalige Strafkolonie, heute Nationalpark: weiße Esel, menschenleere Strände und eine Stille, die 100 Jahre Gefängnis nicht zerkratzen konnten.
Foto: https://www.flickr.com/photos/asibiri/ (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons
Die Asinara ist eine lange, schmale Insel vor der nordwestlichen Spitze Sardiniens, im gleichnamigen Golf. Fast ein Jahrhundert lang war sie eine Strafkolonie – das letzte Inselgefängnis Italiens, geschlossen 1997. Seither ist sie ein Nationalpark, und die Natur hat ein Gebiet zurückerobert, das der Mensch mit Mauern und Stacheldraht unter Kontrolle gehalten hatte.
Sie ist per Boot von Porto Torres oder Stintino aus erreichbar. Der Zugang ist reguliert: An Land gehen darf man nur mit organisierten Führungen oder mit Sondergenehmigung. Genau darin liegt das Geheimnis ihrer Schönheit: Die Asinara ist nie überfüllt, und jeder Besucher wird gezählt und kontrolliert.
Die Insel wird von einer Schotterstraße durchquert, die sie über 17 Kilometer von Süden nach Norden verbindet. Man kann sie mit dem Fahrrad, zu Fuß, im Geländewagen mit Führer oder mit einem kleinen Zug befahren. Entlang der Strecke stößt man auf die Anlagen der ehemaligen Strafkolonie – weiße Gebäude mit Gittern, das Krankenzimmer, die Isolationszellen – die eine düstere, schwermütige Faszination ausstrahlen.
Doch das eigentliche Schauspiel ist die Natur. Die Asinara ist berühmt für ihre weißen Albinoesel – eine endemische Art, die frei auf der Insel lebt und einem auf den Pfaden neugierig und zutraulich begegnet. Die Strände sind menschenleer und das Meer zählt zu den klarsten Sardiniens: Cala d'Oliva, Cala Arena, Cala dei Detenuti – Namen, die eine zwiespältige Geschichte aus Schönheit und Gefangenschaft erzählen.
Die Fauna ist außergewöhnlich: Mufflons, Wildschweine, Wanderfalken, Delfine, die an der Küste entlangschwimmen. Das Ausbleiben menschlicher Aktivität über ein Jahrhundert hat einen im Mittelmeerraum fast einzigartigen Lebensraum geschaffen – eine Art natürliches Labor, in dem die Biodiversität gedeiht.
Die beste Zeit sind Frühling und Herbst, wenn die Besuche seltener sind und die Insel in voller Blüte steht. Im Sommer sind die Ausflüge zahlreicher, aber weiterhin kontingentiert.
Die Asinara ist keine Strandinsel – sie ist eine Insel zum Wandern, zum Erkunden, zum Begreifen. Ihre Geschichte aus Haft und Erlösung, aus menschlicher Kontrolle und natürlicher Rückeroberung, macht sie zu einem einzigartigen Ort im Mittelmeer.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Asinara?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Asinara è affollata?
Asinara è una meta quasi deserta rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Asinara?
Asinara si trova in Asinara, Sassari, Sardinien, Italien.