Castelsardo, die Doria-Festung, die vom Norden Sardiniens nach Korsika blickt
Eine genuesische Burg auf einem steil ins Tyrrhenische Meer abfallenden Felsen, mit Häusern, die sich in einer Spirale bis zum Hafen hinabziehen, und Fischernetzen, die wie Fahnen zum Trocknen aufgespannt sind.
Foto: markus Braun (Public domain) — Wikimedia Commons
Castelsardo sieht man schon von Weitem, aus welcher Richtung man auch kommt: eine dunkle Steinburg auf einem Felsen, der wie ein regungsloser Wachposten in den Golf von Asinara hineinragt. Erbaut wurde sie im 11. Jahrhundert von den genuesischen Doria unter dem Namen Castelgenovese; die Spanier tauften sie in Castellaragonese um; erst 1769 wurde daraus Castelsardo. Jahrhunderte fremder Herrschaft haben ein Dorf hinterlassen, das in seiner Form fast unversehrt geblieben ist.
Die Burg und das Museum der Flechtkunst
Die Doria-Burg auf dem Gipfel des Felsens beherbergt das Museo dell'Intreccio Mediterraneo: eine Sammlung, die der lokalen Kunst des Flechtens von Körben und Behältern aus Affodill, Zwergpalme und Binse gewidmet ist. Kein gewöhnliches Museum: Die Flechttradition in Castelsardo lebt, sie ist keine museale Fossilie. Noch immer arbeiten die Frauen des Ortes vor ihren Haustüren, mit Händen, die in schnellen, automatischen Bewegungen weben - eine Kunst, die kein Lehrbuch vermitteln könnte. Ein handgefertigter Korb - nicht importiert - kostet zwischen dreißig und sechzig Euro.
Das Dorf, das sich spiralförmig hinabwindet
Die Häuser von Castelsardo ziehen sich von der Burg bis zum Hafen und folgen dabei der Form des Felsens - eine Spirale aus Gassen, Treppen und Bögen, als hätte ein visionärer Städteplaner sie entworfen. Jede Terrasse blickt aus ihrer eigenen Höhe aufs Meer, jedes Fenster rahmt eine unverwechselbare Ansicht des Golfs. Bei Sonnenuntergang, wenn das Licht die Steinfassaden streift und das Meer rot wird, versteht man, warum manche Fotografien wie unwirklich wirken.
Der Hafen und die Küche des Nordens Sardiniens
Der Hafen von Castelsardo ist noch immer ein Fischerhafen. Die lokale Spezialität ist "aragosta alla catalana" - Languste, gekocht und kalt serviert mit Tomaten und Tropea-Zwiebeln - dazu Seeigel in der Saison (Oktober bis März). In den Restaurants am Hafen gibt man fünfundzwanzig bis vierzig Euro aus. Castelsardo liegt dreißig Autokilometer von Sassari entfernt; die besten Monate sind Mai, Juni und September - vor und nach dem Ansturm der Zweitwohnungsbesitzer aus Sassari.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Castelsardo?
Il periodo consigliato è April, Mai, Juni, September e Oktober, quando è meno affollata.
Castelsardo è affollata?
Castelsardo è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Castelsardo?
Castelsardo si trova in Castelsardo, Sassari, Italien.