Altamura: wo das Brot die Würde eines Denkmals trägt und die Kathedrale das Siegel Friedrichs II.
Altamura, Stadt des DOP-Brots und der stauferzeitlichen Kathedrale: eine Reise ins Herz der Murgia, zwischen Aromen, Geschichte und prähistorischen Entdeckungen.
Foto: Untalented Guy (CC BY 4.0) — Flickr
Die Stadt des Brotes und des Kaisers
Altamura ist eine jener Städte, die man riecht, bevor man sie sieht. Der Duft des Brotes, das in den Holzöfen der Altstadt bäckt, kommt vor den Mauern an, vor der Kathedrale, vor jedem anderen Eindruck. Ein dichter, alter Duft, der in die Gassen einsickert und jeden Schritt begleitet. Kein Zufall, dass das Brot von Altamura das erste Brot Europas war, das den DOP-Status erhielt: Hier ist das Backen kein Beruf, es ist eine Identität.
Doch Altamura ist nicht nur Brot. Diese Stadt der Bareser Murgia, auf einem Hügel 467 Meter über dem Meer gelegen, bewahrt eine von Friedrich II. von Staufen gewollte Kathedrale, prähistorische Funde von weltweiter Bedeutung und eine Altstadt, die ein Labyrinth aus Claustri ist – den charakteristischen gemeinschaftlichen Innenhöfen der volkstümlichen Architektur Apuliens. Während Bari und Lecce das Scheinwerferlicht auf sich ziehen, arbeitet Altamura still im Hintergrund und knetet Geschichte und Alltag mit derselben Sorgfalt, mit der seine Bäcker den doppelt gemahlenen Hartweizengrieß verarbeiten.
Was es zu sehen gibt: von der Vorgeschichte zu Friedrich II.
Die Kathedrale Santa Maria Assunta
Die Kathedrale von Altamura ist eines der bedeutendsten staufischen Bauwerke Apuliens. 1232 von Friedrich II. gegründet, sollte sie die Treue der Stadt würdigen. Die Fassade ist ein Meisterwerk der apulischen Romanik, mit einem reich skulptierten Portal, das Szenen aus dem Leben Christi zeigt, einer durchbrochenen Rosette und zwei Zwillingsglockentürmen, die sich gegen den Himmel der Murgia abheben. Das im Barock umgestaltete Innere birgt eine feine Steinkrippe aus dem 16. Jahrhundert und ein geschnitztes Chorgestühl aus Holz.
Die Claustri der Altstadt
Die Altstadt von Altamura ist um die Claustri herum organisiert, offene Innenhöfe, die von mehreren Familien geteilt wurden und als soziale und Wohneinheiten dienten. Ein Spaziergang durch die Claustri ist gelebte urbane Archäologie: Jeder Hof hat seinen Brunnen, seine Außentreppe, seine geblümten Balkone. Die Claustri des Viertels Sette Piazze sind die am besten erhaltenen und bieten fotografische Perspektiven von seltener Schönheit. Im Sommer beherbergen einige Claustri kulturelle Veranstaltungen und Konzerte.
Der Uomo di Altamura
1993 wurde in der Karsthöhle von Lamalunga wenige Kilometer außerhalb der Stadt ein perfekt erhaltenes Skelett eines Homo neanderthalensis entdeckt, eingebettet in die kalkigen Konkretionen der Höhle. Der Uomo di Altamura, auf rund 150.000 Jahre datiert, ist einer der bedeutendsten paläoanthropologischen Funde der Welt. Die Höhle ist nicht besichtigbar, doch das Nationale Archäologische Museum von Altamura widmet dieser außergewöhnlichen Entdeckung eine Abteilung mit Rekonstruktionen und Materialien, die das Leben in der prähistorischen Murgia erzählen.
Der Pulo di Altamura
Der Pulo ist eine gigantische Karstdoline – eine natürliche Grube mit über 90 Metern Tiefe und 500 Metern Durchmesser –, die sich nördlich der Stadt in die Murgia öffnet. An den Wänden des Pulo finden sich Grotten, die seit dem Neolithikum bewohnt waren. Ein Panoramaweg umrundet den Rand der Doline und bietet eindrucksvolle Blicke auf die Senke und die umliegende Landschaft. Ein Ort von großer geologischer und archäologischer Suggestion, noch wenig von Touristen frequentiert.
Traditionen und Küche: das Ritual des Brotes
Über Altamura zu sprechen, ohne über das Brot zu sprechen, wäre wie Napoli zu besuchen, ohne Pizza zu essen. Das DOP-Brot von Altamura wird ausschließlich aus doppelt gemahlenem Hartweizengrieß der Murgia, Sauerteig, Wasser und Salz hergestellt. Gebacken wird im Holzofen – und hier beginnt das Ritual. Die historischen Öfen des Zentrums, wie jener in der Via Demetrio Catena, entfachen die Eichenholzbündel im Morgengrauen und ziehen goldbraune, duftende Laibe von bis zu fünf Kilo aus dem Ofen.
- Focaccia ripiena altamurana: zwei Blätter Brotteig, gefüllt mit Zwiebeln, Oliven, Tomate und Kapern, im Holzofen gebacken. Eine ganze Mahlzeit für wenige Euro.
- Lampascioni: die wilden Zwiebelknollen der Murgia, frittiert, im Ofen oder in Öl eingelegt. Der Geschmack ist bitterlich und unverwechselbar.
- Fleisch al fornello: Bombette, Zampina und Gnumeredd (Innereien-Röllchen), auf der Glut in offenen Feuerstellen gegart. In Altamura ist die Metzgerei mit angeschlossenem Grill eine Institution.
- Cartellate und Calzoncelli: frittiertes Weihnachtsgebäck – die einen rosenförmig, in Vincotto getaucht, die anderen mit einer Creme aus Kichererbsen und Schokolade gefüllt.
Der Mercato dei Claustri, der jeden Mittwochvormittag in der Altstadt stattfindet, ist die Gelegenheit, frisch gebackenes Brot, Käse aus der Murgia, frische Lampascioni und Extra-Vergine-Olivenöl direkt bei den Erzeugern zu kaufen. Das Fest der Madonna del Buoncammino im September belebt die Stadt mit Prozessionen, Lichterketten und dem traditionellen Jahrmarkt.
Anreise und beste Reisezeit
Altamura ist von Bari über die Ferrovie Appulo Lucane (Strecke Bari–Matera) erreichbar: Die Fahrt dauert rund eine Stunde und der Bahnhof liegt wenige Schritte von der Altstadt entfernt. Mit dem Auto erreicht man die Stadt über die SS96, rund 45 Kilometer von Bari und 20 von Matera entfernt. Der Flughafen Bari Palese ist die Referenz für Anreisen mit dem Flugzeug.
Die Stadt lässt sich das ganze Jahr über gut besuchen, doch die besten Monate sind März bis Juni und September bis November. Im Frühling blüht die Murgia und das Klima ist ideal für Wanderungen zum Pulo und im Parco dell'Alta Murgia. Der Herbst schenkt warme Farben und die Saison der Cardoncelli-Pilze. Der Sommer ist heiß, doch die Abende in Altamura sind angenehm, und die Altstadt füllt sich mit Sagre und Konzerten in den Claustri. Altamura verbindet sich hervorragend mit einem Besuch in Gravina in Puglia (15 Minuten Autofahrt) oder Matera (30 Minuten) und ergibt eine Route, die die Zivilisation des Steins und des Getreides erzählt.
Praktische Informationen
Qual è il periodo migliore per visitare Altamura?
Il periodo consigliato è März, April, Mai, Juni, September, Oktober e November, quando è meno affollata.
Altamura è affollata?
Altamura è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.
Dove si trova Altamura?
Altamura si trova in Altamura, Apulien, Italien.
Anfahrt
- 🚆 Nächster Bahnhof: Marinella ~7 km Luftlinie
- ✈️ Nächster Flughafen: Aviosuperficie Il Nido delle Aquile ~13 km Luftlinie
Punti più vicini in linea d'aria (fonte OpenStreetMap): i tempi reali dipendono dalle strade, spesso di montagna.