Visby, Schweden

Visby: hinter den mittelalterlichen Mauern der Insel Gotland, die vergessene Perle Schwedens

Visby, mittelalterliche Mauerstadt auf der Insel Gotland in Schweden, bietet gotische Ruinen, Kletterrosen und einen zeitlosen hanseatischen Charme.

Foto di Visby, Schweden — Visby: hinter den mittelalterlichen Mauern der Insel Gotland, die vergessene Perle Schwedens

Foto: Alexandru Baboş Albabos (CC BY 4.0) — Wikimedia Commons

Die Stadt der Rosen und Ruinen

Auf der Insel Gotland, mitten in der Ostsee, liegt eine Stadt, die einem Buch nordischer Sagen entsprungen zu sein scheint. Visby ist von über drei Kilometern perfekt erhaltener mittelalterlicher Mauern umgeben – den vollständigsten Skandinaviens – mit vierundvierzig Türmen, die über einem Labyrinth aus Kopfsteinpflastergassen, in Rosa und Gelb gestrichenen Holzhäusern und efeuüberwucherten gotischen Ruinen aufragen. Die UNESCO nahm sie 1995 ins Welterbe auf und nannte sie das beste Beispiel einer hanseatischen Handelsstadt Nordeuropas.

Und doch ist Visby außerhalb Skandinaviens erstaunlich wenig bekannt. Italiener, die Stockholm besuchen, denken selten daran, die Fähre nach Gotland zu nehmen, und das ist ein Fehler: Visby ist eine der faszinierendsten Mittelalterstädte Europas, mit einem milden Mikroklima, das ihm den Beinamen Stadt der Rosen eingebracht hat – die Rosenbüsche blühen überall, klettern an den Kalksteinmauern und Hausfassaden hinauf.

Was man sehen sollte

Die Mauern und Türme

Der Mauerring von Visby stammt aus dem 13. Jahrhundert und lässt sich fast vollständig zu Fuß umrunden. Die vierundvierzig Türme, jeder mit eigener Form und Geschichte, säumen den Umkreis wie steinerne Wächter. Der berühmteste Turm ist Kruttornet (Pulverturm), der älteste Wehrturm Skandinaviens. Geht bei Sonnenuntergang über die Mauern, wenn das goldene Licht der Ostsee den Kalkstein Gotlands warm rosafarben leuchten lässt.

Die Kirchenruinen

Visby zählte einst siebzehn Kirchen – eine außergewöhnliche Zahl für eine Stadt dieser Größe, ein Zeichen für den Reichtum, den der Hansehandel brachte. Elf davon sind heute romantische Ruinen: dachlose Schiffe, die zum Himmel offen sind, gotische Bögen, durch die Bäume und Wildblumen wachsen. Am eindrucksvollsten ist Santa Caterina (Sankta Karin), deren offene Schiffe im Sommer Konzerte klassischer Musik mit außergewöhnlicher natürlicher Akustik beherbergen. Die Kathedrale Santa Maria (Domkyrkan), die einzige noch in Nutzung befindliche Kirche, ist ein prachtvolles romanisch-gotisches Bauwerk des 12. Jahrhunderts.

Das Gotlandmuseum (Gotlands Museum)

Eines der interessantesten Museen Skandinaviens, beherbergt es die größte Sammlung von Runensteinen Schwedens, wikingerzeitliche Silber- und Goldschätze und eine Rekonstruktion des Alltagslebens im mittelalterlichen Visby. Der Spillings-Schatz – das größte je gefundene wikingerzeitliche Silberdepot – ist hier ausgestellt.

Der botanische Garten

Dank des milden Mikroklimas Gotlands beherbergt der botanische Garten von Visby Pflanzen, die auf diesen Breiten normalerweise nicht überleben würden: Feigen, Maulbeer- und Walnussbäume gedeihen neben den Rosen, die der Stadt ihren Beinamen geben.

Was man essen sollte

  • Saffranspannkaka – die typische Süßspeise Gotlands: ein Safran-Reis-Pfannkuchen, serviert mit Schlagsahne und Brombeermarmelade. Der Safran kam mit den Hanseschiffen und ist hier zu einer identitätsstiftenden Zutat geworden.
  • Gotländisches Lamm – die Schafe der Insel, eine alte, robuste Rasse, liefern ein intensiv-würziges Fleisch mit leicht wildem Geschmack, das an das Terroir der Insel erinnert.
  • Strömming – die Ostseehering, gebraten, geräuchert oder eingelegt serviert.
  • Gotländisches Craft-Bier – die Mikrobrauereien der Insel produzieren hervorragende Biere, oft mit lokalen Zutaten wie Honig und Wildkräutern.

Anreise

Von Stockholm aus fährt die Fähre Destination Gotland von Nynäshamn (eine Stunde Zug ab Stockholm Centralstation) ab und erreicht Visby in rund 3 Stunden 15 Minuten. Im Sommer gibt es auch Fähren von Oskarshamn (Ostküste). Gotland hat einen Flughafen (VBY) mit täglichen Flügen ab Stockholm Arlanda und Bromma – rund 35 Minuten Flugzeit. Die Fähre ist malerischer und erlaubt es, das Auto mitzunehmen, was nützlich ist, um den Rest der Insel zu erkunden.

Wann hinfahren

Juni bis August ist die beste Zeit: Temperaturen zwischen 18 °C und 25 °C, sehr lange Tage und die Rosen in voller Blüte. Die Mittelalterwoche (Medeltidsveckan) im August ist das größte Mittelalterfestival Skandinaviens, mit Tausenden Teilnehmern in Kostümen. Mai und September bieten Ruhe und gutes Wetter. Der Winter ist stimmungsvoll, aber kalt und windig, und viele Aktivitäten sind geschlossen. Visby ist der Ort, an dem man das nordische Mittelalter mit Händen greifen kann – ein Ort, den italienische Reisende, gewohnt an ihre eigenen mittelalterlichen Wunder, überraschend vertraut und gleichzeitig völlig anders finden werden.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Visby?

Il periodo consigliato è Mai, Juni, Juli, August e September, quando è meno affollata.

Visby è affollata?

Visby è una meta molto tranquilla rispetto alle destinazioni più turistiche.

Dove si trova Visby?

Visby si trova in Visby, Schweden.

Adatto a: Maggio Giugno Luglio Agosto Settembre

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