Val Nervia, von Dolceacqua nach Apricale und Pigna, Imperia, Italien

Val Nervia, die Steindörfer im ligurischen Hinterland

Hinter Ventimiglia und der französischen Grenze zieht sich die Val Nervia zwischen Olivenhainen und hoch gelegenen mittelalterlichen Dörfern wie Dolceacqua, Apricale und Pigna in die Höhe. Ein inneres Ligurien fernab vom Rummel der Cinque Terre und von Sanremo – ein Ort aus Stein, Saumpfaden und Stille.

Foto di Val Nervia, von Dolceacqua nach Apricale und Pigna, Imperia, Italien — Val Nervia, die Steindörfer im ligurischen Hinterland

Foto: Pampuco (CC BY-SA 4.0) — Wikimedia Commons

Die ligurische Westriviera ist berühmt für ihre überfüllten Strände und klangvollen Namen von Sanremo bis Bordighera. Doch schon wenige Kilometer landeinwärts entlang des Nervia-Baches öffnet sich ein anderes Ligurien: das innere, vertikale, stille, in dem sich die Dörfer an die Felsen klammern und die Olivenhaine ihre Terrassen fast bis zu den Kämmen zeichnen. Ein Hinterland einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt, das die meisten Touristen nicht einmal wahrnehmen, zu beschäftigt mit der Suche nach einem Platz am Strand.

Die Dörfer

Das Tor zum Tal ist Dolceacqua, das bekannteste und meistfotografierte Dorf, überragt vom Castello dei Doria und geteilt durch die berühmte mittelalterliche Eselsrücken-Brücke, die Claude Monet während seiner Aufenthalte in Ligurien malte. Der alte Teil, Terra genannt, ist ein Labyrinth aus überdachten Carrugi und Steinbögen. Hier probiert man die Michetta, das lokale Süßgebäck, und trinkt den Rossese di Dolceacqua, den Rotwein dieser Hügel.

Weiter oben liegt Apricale, so bühnenreif an einem Felssporn thronend, dass es fast gezeichnet wirkt. Die Häuser steigen in Stufen um den Platz und das Castello della Lucertola an, und die Gassen schlüpfen unter den Wohnhäusern hindurch wie kleine Tunnel. Der Ort ist auch bekannt für seine lebendige künstlerische Tradition mit Werkstätten, Wandmalereien und kulturellen Initiativen, die die Carrugi beleben, ohne sie zu verfälschen, sowie für die sommerlichen Freilufttheaterabende auf den kleinen Plätzen. Nicht weit entfernt liegt Isolabona mit seinem Bergfried, und höher oben Pigna, ein konzentrisch angelegtes Dorf, das über dem Tal thront – gegenüber dem alten Rivalen Castel Vittorio. Von Pigna kann man zu den kleinen Thermen weitergehen und, wer die Berge liebt, auf die Wege in Richtung Monte Toraggio und Monte Pietravecchia in den Ligurischen Alpen.

Langsam reisen

Es ist ein Tal, das zum langsamen Reisen einlädt. Alte Saumpfade und markierte Wege verbinden die Dörfer miteinander, führen durch Olivenhaine, Kulturterrassen und Wälder und erlauben es, von einem Ort zum anderen zu wandern, ohne die Straße zu berühren. Wer möchte, kann sich auch mit dem Auto bewegen, denn die Landstraße durchzieht das gesamte Tal und berührt die wichtigsten Orte, doch Fußwanderungen in den Ortschaften sind Pflicht: Autos bleiben außerhalb der historischen Kerne, die zu eng und steil sind.

Anreise

Der Ausgangspunkt ist Ventimiglia, mit dem Zug entlang der Küstenlinie aus Genua und aus Frankreich gut erreichbar. Von Ventimiglia führt die Straße in die Val Nervia, und lokale Busse bedienen Dolceacqua, Isolabona, Pigna und die anderen Orte, wenn auch nicht sehr häufig. Wer die Dörfer und Wege frei erkunden möchte, ist mit dem Auto besser bedient: Die Küste bleibt in wenigen Minuten hinter einem zurück.

Beste Reisezeit

Die beste Zeit ist der Frühling zwischen April und Mai, wenn Ginster und Blumen die Hänge färben, die Tage lang und mild, aber noch nicht heiß sind und die Wege perfekt zum Wandern sind. Der Oktober schenkt dagegen das goldene Licht des Herbstes, den Beginn der Olivenernte und eine klare Luft. In diesen Monaten ist die nahe Küste bereits oder noch von Verkehr und Badetourismus verstopft, während das Tal ruhig bleibt: In den Gassen begegnet man mehr Katzen und alten Leuten auf Bänken als organisierten Gruppen.

Ein praktischer Tipp: Zieh von Anfang an bequeme Schuhe an, denn allein die Besichtigung der Dörfer bedeutet, steile Treppen und holpriges Kopfsteinpflaster hoch und runter zu gehen. Nutze die Dorf-Trattorien, um die Küche des ligurischen Hinterlands zu probieren – von den Ravioli bis zur bäuerlichen Küche aus Kräutern und Gemüse – und kauf das native Olivenöl aus Taggiasca-Oliven direkt bei den Erzeugern des Tals. Und wenn du einen Tag mehr Zeit hast, verbinde Dolceacqua und Apricale zu Fuß über die markierten Pfade: Nur so versteht man, dass die Val Nervia keine Ansammlung fotogener Dörfer ist, sondern eine Landschaft, die langsam durchquert werden will.

Praktische Informationen

Qual è il periodo migliore per visitare Val Nervia?

Il periodo consigliato è April, Mai e Oktober, quando è meno affollata.

Dove si trova Val Nervia?

Val Nervia si trova in Val Nervia, von Dolceacqua nach Apricale und Pigna, Imperia, Italien.

Adatto a: Aprile Maggio Ottobre

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